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0254 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 254 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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d) Die Ausdehnung von Ta Ch'in nach dem Wei-lüeh. Wenn uns auch schon
das *Hou Han-shu* ein ansehnliches Bild von diesen Chinesen des Westens gibt, die beste
und eingehendste Schilderung verdanken wir dem *Wei-lüeh*, das an das 30. Buch des *San-
kuo-chih* (220—264 n. Chr.) angegliedert ist und auf Mitteilungen beruht, die nachweislich
bis zum Jahre 134 n. Chr. zurückreichen.

Bei der Fülle von Nachrichten, z. B. über Land und Leute, über die Handels-
produkte usw. können wir uns hier nur auf die rein geographischen Angaben beschränken,
um vor allem unser obiges Ergebnis *Ta Ch'in* = *Arabia felix* zu erhärten. Zuerst werden
wir nach dem *Wei-lüeh* die See- und Landwege nach Ta Ch'in verfolgen, dann soll die
Lage der namentlich aufgeführten Fürstentümer festgestellt werden, soweit es in dem
Rahmen unserer Aufgabe erforderlich erscheint. Unter der Voraussetzung, daß Ta Ch'in
Syrien sei, hat Hirth die Fürstentümer an der Straße nach Antiochia, in Palmyra, Damas-
kus usw. gesucht, ohne zu einem einwandfreien Ergebnis zu kommen.¹ Dasselbe Gefühl
der Unsicherheit gewinnt man aus den Untersuchungen Pelliots, so beachtenswert auch
seine sprachlichen Erörterungen sind²; denn auch hier zeigt sich, daß es unmöglich ist, für
die Fürstentümer irgendeinen Platz im Römischen Orient ausfindig zu machen.

Sobald wir aber für Ta Ch'in *Arabia felix* einsetzen, fallen alle Schwierigkeiten fort.
Denn da wir von griechisch-römischer Seite wissen, daß sich die Herrschaft der Südaraber
damals über fast die ganze Halbinsel, sowie über die Küste des Somali-Landes und die
Insel Sokotra ausgedehnt hat, ist uns von vornherein schon gegeben, daß wir die ab-
hängigen Fürstentümer auf der Schiffahrtslinie vom unteren *Euphrat* bis nach *Yemen* zu
suchen haben.

Die Angaben des *Wei-lüeh*, die uns besonders über die Ausdehnung des Reiches
*Ta Ch'in* unterrichten, lassen wir hier in neuer Übersetzung folgen³:

[P 6] Wenn man von der Stadt *An-ku* aus (Jonaka, Bushir?) an der Grenze von *An-hsi*
(Parthien) das Schiff benutzt und den Westen des Meeres durchfährt, dann kommt man bei günstigen
Winden in zwei Monaten an; bei schwachen Winden kann die Fahrt ein Jahr dauern, und ist kein
Wind da, vielleicht drei Jahre.

[13] Wenn man von der Stadt *An-ku* (Bushir?) zu Lande geradewegs nach Norden reist, so ist
man nördlich vom Meere (Persischer Golf); geht man hinwiederum nach Westen, so ist man westlich
vom Meere (bei der Tigrismündung); geht man hinwiederum nach Süden, so kommt man hinein (nach
Arabia felix).

[14] In der Stadt *Wu-ch'ih-san* (*wo-d'i-sân* = Alexandria⁵) setzt man über einen Fluß (Tigris?),
fährt (auf ihm) einen Tag zu Schiff; wenn man herausgekommen ist, macht man eine Wendung durch