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0267 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 267 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Beiträge geliefert. Neuerdings verdanken wir Fr. Jäger¹ eine besondere Monographie, die
sich auf eingehende Quellenuntersuchungen stützt. Aber die Frage, wie die Karte des
P'ei Chü ausgesehen haben mag, ist noch gar nicht berührt worden, obgleich sie von der-
selben großen Bedeutung ist wie die Untersuchung des Textes. Mit Hilfe der chinesischen
Überlieferung ist es in der Tat möglich, die alte Karte in allen ihren wesentlichen Teilen
zu rekonstruieren, wie es auf Pl. V versucht ist.

Nach seiner Biographie² war P'ei Chü ein Mann von großen militärischen, politischen
und wissenschaftlichen Fähigkeiten. Gebürtig aus Wen-hsi 聞 喜 in Schansi, zeichnete er
sich schon unter den nördlichen Ch'ê (550—577 n. Chr.) aus und trat besonders unter Yang-
chien, dem Begründer der Sui-Dynastie (589—605 n. Chr.), als tüchtiger Beamter und Feld-
herr hervor. Da wurde er von dessen Nachfolger, dem Kaiser Yang-ti, zum Handels-
kommissar der nordwestlichen Grenz- und Handelsstadt Chang-yeh (Kan-chou) ernannt.
Dann heißt es in der Biographie nach der Übersetzung von Jäger:

In jener Zeit (um 607) kamen die verschiedenen Barbarenstämme der Westländer häufig nach
Chang-yeh (Kan-chou), um mit China Tauschhandel zu treiben. Der Kaiser befahl P'ei Chü, diese
Sache zu überwachen. Dieser wußte, daß sich der Kaiser damals mit solchen auf die Ferne gerichteten
Plänen eifrig beschäftigte. So suchte er die zu Handelszwecken kommenden Barbaren zu veranlassen,
ihm über ihre Länder und Sitten, über die Berge und Flüsse, über die schwer oder leicht zugänglichen
Plätze (in ihrer Heimat) zu berichten. (Auf Grund hiervon) verfaßte er das Hsi-yü-t'u-chi, »Mit Zeich-
nungen versehene Berichte über die Westländer», in drei Büchern und überreichte dem Kaiser dieses Werk.

b) Form und Inhalt der Karte. In der Vorrede finden sich schon einige Be-
merkungen, die für eine Rekonstruktion der Karte grundlegend sind. Die erste lautet:

Das Hsi-yü-t'u-chi umfaßt drei Bücher und bringt zusammen 44 Königreiche. Außerdem habe
ich noch eine Landkarte entworfen und auf ihr alle wichtigen Punkte genau vermerkt, von Hsi-ch'ing³
bis südlich des Nordmeeres etwa 20 000 li in direkter Länge und Breite.⁴

Wir lernen hier also eine besondere Landkarte von Hsi-yü mit Eintragung aller
wichtigen Daten kennen, unter denen bereits die Hsi-ch'ing als Gebirge an der West-
grenze Chinas und das Nordmeer hervortreten.

Weitere wichtige Daten werden uns in der Beschreibung der drei Straßenzüge
genannt, die das ganze Gebiet durchqueren:

Von Tun-huang bis zum Westmeer sind es insgesamt drei Straßen, die alle große strategische
Bedeutung haben⁵:

1) Die Nordstraße beginnt in I-wu (Hami), geht am Barköl-See vorbei, berührt die Stämme der
T'ieh-lo (Tölös), die Residenz des Khagan der T'u-chüeh (Türken), überquert die nördlich fließenden
Gewässer und erreicht schließlich Fu-lin und von da das Westmeer.