National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0271 |
Southern Tibet : vol.8 |
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Stadt von Tukhāra (Tirmidh?)¹, Kish, Samarkand und östlich weiter über Māimurgh, Sutrushna,
Ferghāna, und nach dem Pamir-Übergang über die nördlichen Städte Ostturkistans bis nach
Khocho im Turfangebiet zu führen; oder es enthielt die südlichen Städte des Landes bis
Shan-shan (am Lop-nor), wobei bemerkenswert ist, daß, wie es scheint, kein Itinerar weiter
bis zur chinesischen Grenze gereicht hat. Vermutlich haben wir es mit einem Reiseführer
zu tun, den soghdische Kaufleute oder solche aus Zābulistan benutzten.
Ein anderes Itinerar führt über verschiedene Städte Sogdianas nach Westen, und
zwar von Āmul am Oxus, 400 Farsach weit bis Su-lin (Seleucia-Ktesiphon), der persischen
Hauptstadt am Tigris; ja, es werden von da noch 450 Farsach nordwestlich angegeben bis
Fu-lin, dem fernsten Handelsemporium, das zugleich den westlichen Endpunkt der das
Türkenland durchquerenden Nordstraße bedeuten.
e) Die Lage von Fu-lin. Die Frage nach dem fernsten Westlande Fu-lin ist seit
Hirths Forschungen wieder in den Vordergrund des Interesses getreten. Die apodiktische
Erklärung der T'ang-Annalen, Fu-lin sei das alte Ta Ch'in, hat den Verfasser des »China
and the Roman Orient« dazu bestimmt, Fu-lin ebenso wie Ta Ch'in auf Syrien zu über-
tragen, zumal es schien, daß andere chinesische Angaben diese Gleichstellung gestatteten.
Was die Etymologie des Namens betrifft, so setzte Hirth für Fu-lin einen alten Laut
pat-lam an, indem er glaubte, ihn auf Bethlehem zurückführen zu dürfen. Dem Einwurf,
daß dieser Name als Bezeichnung für Syrien an und für sich recht fern liegen muß, suchte
er dadurch zu begegnen, daß er den ersten Nestorianern, die im Jahre 635 in China er-
schienen, die Worte in den Mund legte²: »Wir kommen zu der Stätte, wo der Messias
geboren ist; der Name der Stätte ist Fu-lin, und sie liegt in dem Lande, das euch als
Ta Ch'in bekannt ist.« Aber dieser Erklärungsversuch scheitert an zwei Tatsachen, wobei
wir ganz davon absehen wollen, daß nach unseren Darlegungen S. 217 ff. für Ta Ch'in
nicht Syrien, sondern Arabia felix eintritt. Die erste Tatsache besteht darin, daß der
nestorianischen Inschrift, wie wir weiter unten sehen werden, die Gleichung Fu-lin = Ta
Ch'in noch gänzlich unbekannt war, daß sie vielmehr erst am Ende des 8. Jahrhunderts in
China Eingang gefunden hat. Noch schwerwiegender ist, daß die ersten Berichterstatter
von Fu-lin nicht persische Christen, sondern türkische oder persische Kaufleute waren, die
im Jahre 606 von P'ei Chü³ ausgefragt wurden. Es ist wohl nicht wahrscheinlich, daß bei
diesem Kreuzverhör an Stelle von Syrien oder Antiochia das im Handelsleben so bedeutungs-
lose Bethlehem genannt werden konnte.
Schon Chavannes³ hat auf die Priorität der Angabe des P'ei Chü hingewiesen und
daran erinnert, daß dieselben Türken, die von der Nordseite des Tien-shan mit China fried-
liche Beziehungen pflegten, gleichzeitig Gesandtschaften aus Byzanz empfangen haben
(568 und 576 n. Chr.). Darum ist Chavannes zu der alten Erklärung zurückgekehrt, daß
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