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0280 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 280 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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hier einzugehen zu weit führen würde, möglichst eng an den Wortlaut des Urtextes.¹ Da-
mit bringt sie auch manche Mängel klar zum Ausdruck, die man bloß aus dem Urtext
niemals erschließen könnte. So sehen wir Ostturkistan in die Länge gezogen, die Länder
am Oxus dagegen stark verkürzt; Indien ist im Vergleich zu Ostturkistan und China zu
weit nach Osten gerückt. Dadurch sind, was wohl das Seltsamste ist, die Gebirge Tibets
in zwei Teile zerrissen, nämlich nach den Gegenden von Khotan und nach dem Quellgebiet
der Flüsse Indiens.

Wenn auch Li Tao-yüan durch die Zusammenstellung des K'un-lun mit dem Ana-
vatapta-Gebirge indisch-buddhistische Ideen in sein Kartenbild aufgenommen hat, so ist
er im Grunde doch der chinesischen Erdansicht treu geblieben: als ein Teil des Westmeeres
nimmt das Lei-chu-Meer den Ni-lo-ch'i-li (Oxus) auf, der Indus fließt dem
Südmeere, der Ganges ebenso wie der Huang-ho dem Ostmeere zu; und wenn wir uns die
Karte bis zur Ostküste Chinas fortgesetzt denken, dann erscheint der K'un-lun, wie wir
zu erwarten haben, als der Mittelpunkt der Welt.

6. DIE ÄLTESTEN BUDDHISTISCHEN KARTEN.

a) Die Erde nach der Kosmographie des indischen Buddhismus. Bald nach-
dem die unerwarteten Entdeckungen im Westen die chinesische Erdkarte erheblich ver-
größert und umgestaltet hatten, trat ein fremdes Moment hinzu, das noch weiter auf ihre
Grundlagen einwirken sollte. Es war das kosmographische System des Buddhismus, der
um die Wende unserer Zeitrechnung allmählich in China Eingang fand, um bald die staat-
liche Anerkennung zu erlangen.²

Das buddhistische Weltsystem ist rein indischen Ursprunges. Mit den beiden andern
Systemen Indiens, dem brahmanischen und jainistischen, teilt es die Eigenschaft, daß die
Erde eine Scheibe ist, die in der Mitte von dem Weltberg Meru beherrscht und ringsum