National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0289 |
Southern Tibet : vol.8 |
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249
Gegenüber dem *Shih-shih-Hsi-yü-chi* war es schon ein bedeutender Fortschritt, daß der mysteriöse *K'un-lun* völlig ausgeschieden wurde und der wieder als See erscheinende *Anavatāpta* nicht mehr seinen Platz südlich von *P'u-ch'ang-hai* (Lop-nor), sondern südöstlich vom *Ts'ung-ling* erhielt; dazu kam, daß sein nördlicher Abfluß, der *Sitā*, zum Quellauf des *Tarim* gemacht wurde, der sich dann vom *Chi-shih* ab im *Huang-ho* fortsetzen sollte. Somit gewährte die Karte schon in ihren Grundzügen ein viel wahrheitsgetreueres Bild, und auch sonst bestand dank der guten zahlreichen Nachrichten die Möglichkeit, von den Westländern eine Karte zu zeichnen, die besser als alle ihre Vorgänger die wirklichen Verhältnisse darstellte.
Eine solche buddhistische Karte, die gewissermaßen unter den Augen eines chinesischen Kaisers entstanden ist, muß eine so große Autorität besessen haben, daß bald darauf größere oder kleinere Nachbildungen entstanden sein dürften; es ist daher durchaus wahrscheinlich, daß sie sich durch die Tradition unter anderem Namen bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Den obigen Anforderungen entspricht am besten die treffliche chinesisch-japanische Karte vom Jahre 1701, die auf Pl. XIV gebracht und im zugehörigen Text besprochen wird.¹
7. DAS T'ANG-HSI-YÜ-T'U.
**a) Allgemeines.** Kein Zeitalter ist für die mittelalterliche Kartographie der Westländer so fruchtbar gewesen wie das der *T'ang-Dynastie* (618—906 n. Chr.). Als die Chinesen nach der Unterwerfung der *Türken* das ungeheure Gebiet von *Tarbagatai* im Norden bis zum *Indus* im Süden in Besitz nahmen, standen sie vor der großen Aufgabe, sich mit allen Teilen des ehemaligen Türkenreiches vertraut zu machen und überall eine einheitliche Verwaltung durchzuführen.²
Was Ostturkistan betrifft, so stand es schon seit 648 unter chinesischem Einfluß; es war das Protektorat *An-hsi* 安 西, dessen Sitz 10 Jahre später von *Turfan* nach *Kucha* verlegt wurde. Das eigentliche Gebiet der westlichen Türken, das sich im Norden des Tien-shan vom See *Bar-köl* bis zur *Alexanderkette* ausdehnte, unterstand seit 657 dem Protektorat *Pei-t'ing* 北 庭, dem späteren *Bishbalik* beim heutigen Jimsar.³ Die ehemals von den Türken abhängigen Staaten wurden in zwei Gruppen geteilt; die erste umfaßte seit 659 die Gegenden von *Ferghāna*, *Sogdiana* und *Tashkent*, die zweite die südlichen Gegenden beiderseits des *Oxus* bis zum *Indus*. Allerdings ging den Chinesen seit 670 die Oberherrschaft zeitweilig verloren; als sie aber von 714 bis 751 Ostturkistan und Teile des eigentlichen Türkenlandes wieder in ihrer Hand hatten, kehrten sie zu ihrer früheren Organisation zurück.
Eine so umfassende Verwaltungstätigkeit ist ohne Benutzung von zuverlässigen Landkarten nicht denkbar. Jeder Chinese, mochte es ein Beamter oder ein Militär sein, war
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