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0290 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 290 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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auf solche Hilfsmittel angewiesen. Die Karten, die man nach dem Text der *Han-Annalen* skizzieren konnte, waren wegen der veränderten Verhältnisse für den praktischen Gebrauch nicht geeignet. Anders stand es schon mit der Karte des P'ei Cüü, da sie nur 50 Jahre zurücklag (Pl. V); aber sie brachte für das Türkenland zu wenig Einzelheiten. Wie wichtig es war, nicht nur die Lage der verschiedenen Verwaltungsbezirke, sondern auch ihre Wege zu kennen, das zeigen uns die überlieferten Itinerarien, die ganz Ostturkistan bis zur Militärstation *Ts'ung-ling* in Sarikol und das Türkenland bis *Talus* durchziehen.¹ Darum müssen bei der Einrichtung der politischen und militärischen Verwaltung neue Karten hergestellt worden sein, die alle notwendigen Einzelheiten brachten.

Vielleicht sind diese Karten erst nach dem amtlichen Text entworfen, aber ebenso möglich ist es auch, daß türkische, soghdische oder tocharische Karten als Vorlage gedient haben. Wenn uns in der Überlieferung einige chinesische Karten dieser Zeit kurz erwähnt werden, so bilden sie sicherlich nur einen Bruchteil von dem, was in dieser Form damals über die Westländer erschienen ist. Die hier gewählte Bezeichnung *T'ang-Hsi-yü-t'u*, Karten der Westländer unter der T'ang-Dynastie, kann nur als Sammelname für die vielen Darstellungen dieser Zeit gelten.

**b) Die Karte des Hsü Ching-tsung.** Das erste amtliche Kartenwerk, das unter der T'ang-Dynastie über die Westländer oder Teile derselben erschienen ist, wird, wie folgt, für das Jahr 658 bezeugt²:

Les contrées d'occident furent pacifiées. L'empereur envoya des commissaires dans diverses directions pour parcourir tous ces royaumes et s'y enquérir des mœurs et des productions; par décret impérial Hiu King-tsong 許 敬 宗 fut chargé de composer avec les archivistes un *Traité avec les cartes sur les contrées d'occident* 西 域 圖 志.

Es war ein stattliches, aus 60 Büchern bestehendes Werk, das hiermit der gelehrte Hsü Ching-tsung seinem Kaiser vorlegte. Von den dort beschriebenen Ländern lernen wir sieben durch die Überlieferung kennen; sie beziehen sich auf das erwähnte Verwaltungsgebiet von *Ferghāna*, *Sogdiana* und *Tashkent*. Fast überall wird auf entsprechende Namen aus den Annalen der *Han-* und *Sui-Dynastie* Bezug genommen; ein Beweis, daß auch nach diesen Quellen Kartenmaterial — wenn auch sekundärer Art — vorgelegen haben muß. Wie beschaffen die dem Text beigegebenen Karten waren, läßt sich nicht feststellen.

**c) Die Karte des Wang Ming-yüan.** Kaum war die chinesische Verwaltung in den Ländern westlich vom *Oxus* eingerichtet, da wurde Wang Ming-yüan beauftragt, dasselbe in den Ländern südlich vom Oxus durchzuführen. Welche bedeutende Aufgabe er damit erfüllte, zeigt uns am besten der chinesische Text selbst³:

La première année *long-cho* (661), Wang Ming-yuen, commissaire chargé d'établir des arrondissements et des sous-préfectures dans le *T'ou-ho-lo* (Tokharestan), présenta (au trône un ouvrage intitulé) *Mémoire avec cartes sur les contrées d'occiden* 西 域 圖 記 et proposa en même temps que, à l'ouest de *Yu-t'ien* (Khoten) et à l'est de la *Perse*, seize royaumes fussent érigés en Gouvernements