National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.8 |
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Im Jahre 793 trat Chia Tan mit einer Karte von Lung-you und Shan-nan 隴右山南圖 hervor, d. h. von Kansu und einem Teile von Sz'tschwan. Darauf folgte eine «Beschreibung der zehn Provinzen» 十道志, eine Geographie Chinas, die uns nur in Bruchstücken erhalten ist.¹ Auch gab er eine Sammlung aller Itinerarien heraus, die von Chinas Grenzen in die fremden Länder führen; durch das T'ang-shu (Buch 40 und 43, II) sind sie uns anscheinend vollständig erhalten. Sie führen nach Korea, Zentralasien², Birma, den Ländern Hinterindiens und als Seeweg von Kanton an Indien vorbei bis nach Baghdad.³
b) Größe und Maßstab der Erdkarte. Die erwähnten Schriften waren gewissermaßen Vorarbeiten zu dem größten Werk, das Chia Tan im Jahre 801 dem Kaiser vorlegte: Karte von China und den Barbarenländern innerhalb der Meere 海內華夷圖. In der Widmung an seinen Kaiser heißt es⁴:
Bis zum Boden verneigt, gedenke ich, daß Eure Kaiserliche Majestät mittels der Herrlichkeit ihrer höchsten Heiligkeit das Weltgeschick lenkt, welches den höchsten und allgemeinen Frieden bringt; daß sie Vertrauen einflößende glänzende Gerechtigkeit erstrebt und durch Vertrauen stiftende Maßregeln die ganze Menschheit umfaßt. Mit gnadenvoller Güte pflegt sie das ganze Volk; ihre sorgenvolle Liebe schmiegt und biegt die fernsten Völker, so daß Lü-nan⁵ 瀘南 das Gold aus dem Li 渠-Fluß und der Norden der Mo⁶ Pferde von Yü-wu 余吾 als Tribut bringen.
Leider ist über dieses großartige Kartenwerk nichts weiter überliefert, als daß es 30 Fuß lang und 33 Fuß hoch gewesen sei, und daß einem Zoll 1000 li der Wirklichkeit entsprochen hätten. Aber diese wenigen Zahlengrößen gestatten uns schon, auf den Umfang und Maßstab der ganzen Karte bestimmte Rückschlüsse zu ziehen. Legen wir nämlich die Gleichung zugrunde 1 li = 1000 Zoll = 400 m, dann erhalten wir folgende Resultate:
Bild: Länge = 12 m, Höhe = 13,2 m
Natur: W-O = 30000 li N-S = 33000 li
„ = 12000 km, „ = 13200 km
Maßstab = 1 : 1000000.
Es ist wohl kein Zweifel, daß diese riesenhafte Karte, wie es die kartographische Methode erforderte, in quadratische Maschen eingeteilt war, die in Abständen von 100 li oder 500 li, d. h. auf dem Papier 4 cm oder 20 cm, aufeinander folgten.
Für den Fall, daß die Karte in ihren Distanzen durchaus der Wirklichkeit entspricht, müßte sie das ungeheure Gebiet vom Nördlichen Eismeer im Norden bis etwa Madagaskar im Süden, von den Japanischen Inseln im Osten bis Mitteleuropa im Westen dargestellt haben. Aber tatsächlich war die chinesische Oikumene bedeutend kleiner, da sie im Norden nur etwa bis zum Altai, im Westen bis Konstantinopel (Fu-lin) reichte; es scheint also, daß die Distanzen nach den ferneren Ländern stark überschätzt sind.
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