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0321 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 321 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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X. KAPITEL.

DER VERFALL DER CHINESISCHEN KARTOGRAPHIE
IM 13.—17. JAHRHUNDERT.

1. DIE KARTOGRAPHIE UNTER DER MONGOLENHERRSCHAFT.

Die Einbrüche der Mongolenhorden in China und die Aufrichtung ihrer Gewalt-
herrschaft im Jahre 1280 beschleunigten den Verfall, der in der chinesischen Kartographie
bereits einige Jahrhunderte vorher eingetreten war. Die ehemals so eingehend geschilderten
Westländer entschwanden dem Gesichtskreis, das Interesse war ganz auf die politischen
Veränderungen in China und der Mongolei gerichtet. Und wenn man versuchte, hiervon
ein Kartenbild zu gewinnen, dann kümmerte man sich nicht mehr um die klaren metho-
dischen Forderungen, die vor einem Jahrtausend der Kartograph P'ei Hsiu aufgestellt
hatte; vielmehr begnügte man sich mit ganz skizzenhaften Zeichnungen, ohne das bisher
übliche Quadratnetz anzuwenden.

Das zeigt uns am besten eine Karte von China, die im Jahre 1247 hergestellt ist¹,
sowie zwei durch Kopien erhaltene Karten vom Reiche Hsi-Hsia (Tangut)² und der Mongoleis
Balkh durchwandert⁴; aber niemand fand sich, ihre Beschreibungen kartographisch zu
verwerten, geschweige denn sie auf etwa vorhandene ältere Karten der Westländer zu
übertragen.

2. DIE KARTE DER NORDWESTLICHEN LÄNDER.

a) Ihre Überlieferung. Wenn dieses Zeitalter trotz des wissenschaftlichen Tief-
standes eine Übersichtskarte über das riesenhafte Mongolenreich hervorgebracht hat, so
liegt dies vor allem in den politischen Verhältnissen begründet; denn für den Groß-Khan