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0325 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 325 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Sonst besteht der Karteninhalt fast nur aus den Namen der Tributvölker des
Mongolenherrschers. Als KUBLAI-Khan die gewaltigen Eroberungen seines Großvaters
CHINGHIZ-Khan durch die Besitzergreifung von China vollendet hatte, stand das riesenhafte
Mongolenreich auf dem Gipfel seiner Macht (um 1260 n. Chr.). Wenn auch bald der Ver-
fall des künstlich geschaffenen Staatskörpers eintrat, der Besitzstand blieb doch vorläufig
der gleiche. So bezeichnen auf der Karte Rußland¹ und der Euphrat den äußersten
Westen des Weltreiches, während als südlichster Punkt die Insel Bahrayn erscheint.

Als stärker gezogene Linien treten uns die Grenzen der Teilreiche entgegen; bei
einem Vergleich mit den Sitzen der Tributvölker ergibt sich, daß sie sich ganz an natür-
liche Grenzen, wie Gebirgsketten, Ströme und Seen, anlehnen.² Danach lernen wir in
Pl. VIII alle Teile des Mongolenreichs kennen; diese sind folgende³:

1. Das eigentliche Reich des Groß-Khan, der seit 1280 in Peking residierte. Hiervon reichen
nur die westlichen Gebiete in die Karte hinein, wie Tashbalik, Komul (Hami) und Töböt (Tibet). Die
Gobi bei Hami, das Kwenlun-Gebirge und der Himalaya erscheinen als die Grenzen gegen die west-
lichen Reiche.

2. Das Reich des DUKE TIMUR (Tu-lai T'ieh-mu-êrh) oder nach mongolischen Quellen das Reich
Chagatai. Es erstreckte sich vom Lande der Uiguren (Turfan) bis Kath (Khwarezm), von den Steppen
der Karluken bis Ghazni; somit umfaßte es Ostturkistan, den Tien-shan, die Dsungarei, die Länder am
Jaxartes bis zum Oxus, dazu noch Badakhshan, Kabul und Ghazni.⁴

3. Das Reich des OZUEG (Yüeh-tsu-pu) oder Kiptshak. Es breitete sich von Khwarezm und der
Kirgisensteppe bis über Rußland aus. Die äußerste Westgrenze ist nicht klar zu erkennen, dagegen
treten uns als Südgrenze die Alexander-Kette, das Kaspische Meer, der Kaukasus und das Schwarze
Meer entgegen.

4. Das Reich des ABÜ SÄID (Pu-sa-yin) von Balkh bis Mosul und von Darband (östlich vom
Kaukasus) bis zur Insel Bahrayn. Es umfaßte im wesentlichen das westliche Afghanistan, Persien,
Armenien und Mesopotamien; wie weit es sich nach Kleinasien hinein erstreckte, ist nicht klar zu
ersehen.⁵

Jenseits des vierten Teilreiches greift die Karte noch in fremdes Gebiet hinüber;
dort haben wir es mit Kustantiniyah (Konstantinopel), Dimiski (Damaskus) und Misr (Ägypten)
zu tun.⁶ Es waren gerade die reichen Länder, deren Eroberung den Mongolen durch die
tapferen Mamluken verwehrt wurde.