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0335 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 335 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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nach dem Text der älteren Han-Annalen eine Karte von den Westländern zu zeichnen. Er
macht sie zum nordwestlichen Teil des chinesischen Erdquadrats, wobei er überall Voll-
ständigkeit der alten Angaben anstrebt; wiederholt hat er sie indessen in falsche Beziehung
zueinander gebracht. Man vergleiche die stark übertriebene Zeichnung des Tarim und des
Lop-nor, die verschobene Lage des Nord- und des Südgebirges, des Ts'ung-ling und des
Steingebirges mit dem Hängenden Übergang³; völlig verfehlt ist die Eintragung der Nord-
und der Südstraße mit den anliegenden Reichen, da diese fast alle ohne Rücksicht auf die
Entfernungsangaben in dichter Reihenfolge zu weit nach Süden gesetzt sind.² So erscheint
denn die ganze Karte nach Westen hin stark verkürzt, so daß selbst die Insel Ta Ch'in
(Arabia felix)³ viel zu nahe an China heranrückt.
Als Pl. XI lernen wir die Hsi-ĺ u-wu-yin-chih-ĺ u, »Karte über die Westländer und
die fünf Länder Indiens«, kennen. Es nimmt abweichend von der vorigen Karte den süd-
westlichen Teil des Erdquadrats ein. Aus dieser wiederholt es stark verkleinert die Zeich-
nung des Tarim und des Lop-nor, zieht aber den Ts'ung-ling weit nach Westen hin in die
Länge, setzt parallel hierzu das Schneegebirge an und zwischen ihnen den buddhistischen
Zentralsee Anavatapta und den Gandhamādana-Berg (Kailas?). Dadurch kommt das gesamte
Indien zu weit nach Nordwesten zu liegen, und für Tibet bleibt somit nur ein kleiner Raum
übrig, wie denn überhaupt in dieser Karte das Hauptgewicht auf das Stammland Buddhas
gelegt wird. Die zahlreichen Ortsnamen erscheinen auf den ersten Blick wahllos zusammen-
gestellt, aber bei näherem Nachforschen ergibt sich, daß sie alle nach den Angaben der
Pilger Hsüan-chuang und I-ching geographisch geordnet sind.⁴ Daß bei manchen ihre Lage
unsicher ist, gibt der Verfasser der Karte in einer besonderen Legende selber zu.
So mangelhaft auch diese echt buddhistische Karte ist, sie besitzt doch den großen
Vorteil, daß sie hinsichtlich der zahllosen Ortsnamen wie kaum eine andere Karte eine
schnelle Orientierung gewährt. Insofern kann sie uns heute noch von Nutzen sein.⁵

c) Eine Erdkarte aus dem Kyōtōer Tripiṭaka. Der andere buddhistische Kanon
der Japaner, das Kyōtōer Tripiṭaka, enthält eine Karte aus dem Jahre 1607, die nach dem
Titel das südliche Dvipa (Jambūdvipa) darstellen soll.⁶ Auffällig ist, daß hier die Erde
nicht die sonst übliche quadratische, sondern eine nahezu ovale Form hat (vgl. Pl. XII).
Was den Karteninhalt betrifft, so erinnert er im wesentlichen an das auf Hsüan-
chuang zurückgehende Ta-T'ang-Hsi-yü-chi, wie es besonders die Zeichnung des Zentral-
sees Anavatapta und der hieraus entquellenden vier Weltströme beweist. Daneben ist aber
auch eine schematische Beschreibung von Jambūdvipa benutzt, die besonders den Unter-