National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.8 |
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OCR Text
schied zwischen zwei Rassen, den Hu 胡 (Zentralasiaten) und Fan 梵 (Indern), betont und
in dem beigegebenen Text folgendermaßen lautet¹:
Jambudvīpa ist ein Land für sich. Höchst wahrscheinlich zerfällt es in fünf Teile. Den mittleren
Teil bilden das Schneegebirge (Hindūkush und Himalaya) und der Ts'ung-ling, den südlichen die fünf
indischen Länder; früher waren diese von dem heiligen König des goldenen Rades beherrscht. Da er
ein Nachkomme des Fan-t'ien (Brahmanenhimmels) ist, so heißt dieses Reich T'ien-fan oder auch
Brahmanenland.
Im Westen sind die Reiche Tukhāra und Persien, wo die Westbarbaren 西 夷 wohnen. Der
nördliche Teil ist das Land der Hu-lu 胡 盧 (Uiguren?), das von den Khagans der T'u-chüeh (Türken),
der Wu-sun und Hsiung-nu (Hunnen) bewohnt ist. Der Osten zerfällt wiederum in zwei Teile. Westlich
von Sha(-mo = Gobi) und (Huang-)Ho wohnen die Hu-Leute (in Ostturkistan) und T'u-fan (Tibeter).
Östlich von Chi-shih (westlich von Lan-chou) liegt Chin-tan (buddhistischer Name für China); es wird
abwechselnd vom Kaiser und von Fürsten beherrscht und ist auch das Reich des Weisen (Konfuzius).
Da die Grenzen so bestimmt sind, sollte man sich an die formulierte Einteilung halten. Es ziemt
sich nicht, aus Fan Hu zu machen, wie sie aufs Geratewohl durcheinanderzubringen. Wenn man für
Indien das Hu-Reich sagt, so ist das ein großer Fehler. Ebenso sind die Bezeichnungen Hu-Klassiker,
Hu-Sprache und dergleichen durchaus unrichtig. Man muß Fan-Bücher und Fan-Sprache sagen.
Wie nicht anders zu erwarten ist, nehmen in Jambudvīpa die fünf Teile Indiens den
größten Raum ein, indem sie als Mittelpunkt den Baum der Erleuchtung haben.² Ein viel
zu schmaler Raum ist im Osten der Mongolei, China und Hinterindien zugewiesen. Der
Norden und Nordwesten entfällt auf die Westländer, wobei für Tibet nur ein ganz kleiner
Winkel freigeblieben ist.³
Innerhalb der Westländer erkennen wir unter den Gebirgen den Ts'ung-ling und
das Schneegebirge (Hindūkush und Himalaya) wieder; als Seen treten uns der Anavatapta,
P'u-ch'ang-hai (Lop-nor) und das Heiße Meer (Issik-köl) entgegen⁴, unter den Flüssen der
Oxus, Jaxartes und der als Sītā bezeichnete Oberlauf des
(Huang-)Ho. An Darstellungen auf Karten der Ming-Dynastie erinnert die ziemlich rohe
Zeichnung der Sandwüste Gobi. Unter den Örtlichkeiten wird nur eine kleine Auswahl
aufgezählt. Wenn wir dabei die Beobachtung machen, daß schwierigere chinesische
Schriftzeichen durch einfache ersetzt sind, so scheint es, daß die Karte nicht zur Unter-
stützung gelehrter Studien, sondern für einen weiteren Leserkreis bestimmt gewesen ist.
Keine andere buddhistische Karte ist wie diese so volkstümlich gehalten.
d) Eine Karte aus dem chinesischen San-ts'ai-t'u-hui. Das in China verbreitete
San-ts'ai-t'u-hui 三 才 圖 會, das »Weltall in Bildern«, das von dem gelehrten WANG Ch'i
王 圻 aus Yün-chien verfaßt und 1607 bzw. 1609 von seinem Sohn und seinem Enkel heraus-
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