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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.8 |
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OCR Text
c) Tibet. Erst nach Herausgabe der ersten Mandschu-Karte wandte man sich der
Erforschung Tibets zu. Als das Land im Jahre 1720 erobert war, sandte Khanghi chine-
sische Mathematiker und geübte Lamas hinaus, die ihre Aufnahmen im Westen bis
zum Gangdis-ri (Kailas) ausdehnten. Aber sie hätten niemals ein so umfassendes Karten-
material zusammenstellen können, wenn sie sich nicht ortskundiger Eingeborenen und
dazu tibetischer Itinerare und Karten bedient hätten, die ihnen der Dalai-Lama zur Ver-
fügung stellte.¹
Wir enthalten uns hier, auf Einzelheiten einzugehen, zumal über dieses Thema schon
an andern Stellen des vorliegenden Werkes wiederholt gesprochen worden ist.²
d) Der fernere Westen. Da sich unter Khanghi die diplomatischen und militärischen
Unternehmungen nur auf das Ili-Gebiet, Ostturkistan und Tibet beschränkten, gingen die
weiteren Nachrichten kaum über die Grenzgebiete dieser Länder hinaus. Daher bringt die
Karte für den äußersten Westen nur die Flüsse Chu und Talas mit ihren Endseen und die
Städte Andijan (am Syr), Kashmir und Lahore.
3. DIE KARTE VON 1761.
a) Allgemeines. Unter den Ausgaben der Mandschu-Karte steht, besonders was
die Länder Zentralasiens betrifft, keine auf so wissenschaftlicher Höhe wie die Karte von
1761, die im ganzen aus 104 Blättern besteht. Entstanden ist sie wiederum unter Auf-
sicht der Jesuiten, welche das Ministerium der himmlischen Angelegenheiten leiteten; und
besonderes Interesse widmete diesem großartigen Unternehmen der gelehrte Kaiser Khienlung
(1736—1796 n. Chr.).³
In dreifacher Beziehung übertrifft die Khienlung-Ausgabe ihre Vorgängerin. Zunächst
beschränkt sie sich nicht wie diese auf China und die abhängigen Länder Zentralasiens,
sondern sie greift weit darüber hinaus, nämlich im Westen bis zum Kaspischen Meer und
im Süden bis nach Hindustan.
Sodann gründet sie sich hinsichtlich Ostturkistans und der Dsungarei auf weit über
hundert astronomische Ortsbestimmungen, die sich in systematischer Weise über das ganze
Gebiet verteilen; sie beginnen bereits in Chia-yü-kuan bei Su-chou (39° 45′ nördl. Br.,
17° 32′ westl. L. von Peking) und reichen im Westen bis nach Talas (42° 30′ nördl. Br.,
42° 30′ westl. L. von Peking) bzw. bis zum Yeshil-köl in Pamir (38° 28′ nördl. Br., 46° 30′
westl. L. von Peking)⁴; selbst über Tibet liegen jetzt einige Ortsbestimmungen vor.
Der dritte Vorzug der Khienlung-Ausgabe besteht darin, daß hier die fremden
geographischen Namen mit viel größerer Sorgfalt umschrieben sind, wodurch die Wieder-
herstellung der ursprünglichen Formen ungemein erleichtert wird. Besonders nützlich ist
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