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0352 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 352 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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gewesen sein müssen. Dadurch wird auch die Lage des Sees zur Stadt *Sha-chou* im
Osten berichtigt.
Bemerkenswert ist der Irrtum, daß der südlich vom Lop-nor gelegene *Ghash-nor*
auf der Karte von 1761 zweimal auftritt, zuerst im Südwesten, wie es die Karte von 1718
angegeben hat, jedoch nunmehr ohne Namen, sodann im Südosten, und zwar im engen
Zusammenhang mit der neu erforschten Route, die weiter in derselben Richtung nach
*Tsaidam* führt.

d) **Pamir.** Während die Karte von 1718 über Ostturkistan hinaus nichts Wesent-
liches zu bringen vermag, lernen wir nunmehr einen großen Teil der Pamirgebiete kennen.
Die Wege des alten *Ts'ung-ling* betraten die Chinesen wieder, als sie die beiden Khojas
verfolgten, welche — allerdings vergeblich — beim Fürsten von Badakhshan Zuflucht suchten¹;
bis zum *Yeshil-köl* östlich von *Shighnan* drangen sie vor, wo sie den Feind vernichteten.
Aber auch den Südosten der Pamirgebiete, wie den wichtigen Stützpunkt *Sarikol* (Sarigh-kol)
und die Landschaft *Kanjut* scheinen sie in jener Zeit besucht zu haben. Denn sonst wäre
es nicht zu verstehen, daß auch über diese Gegenden Ortsbestimmungen von seiten der
Jesuiten vorliegen, die, wie die folgende Tabelle zeigt², allerdings weniger genau sind:

| Ort | nördl. Breite | westl. Länge von Peking |
|---|---|---|
| Osh . . . . . . | 40° 17' | 42° 51'³ |
| Alai . . . . . . | 39° 52' | 42° 41'³ |
| Yeshil-köl. . . . . | 38° 28' | 46° 30' |
| Sarigh-kol . . . . | 37° 48' | 42° 24' |
| Kanjut . . . . . | 31° 11' | 42° 32' |

Wie gut sich die Chinesen damals über die südlichen Pamirstraßen unterrichtet haben,
ist aus Pl. XV zu ersehen. Ausgangspunkte sind die Städte *Kashgar*, *Yangi-hisar* (Yangi-
shahr) und *Yarkand*, wichtige Bergstationen die Orte *Chakar-aghil* und *Sarikol* und die
Seen *Kara-köl*⁴ und *Rang-köl*; bis zum Schlachtfeld am *Yeshil-köl* sind die Angaben ziem-
lich zutreffend eingetragen. Erst von da an, wo die Chinesen offenbar nur auf Erkundi-
gungen angewiesen waren, wird das Kartenbild entstellt. Alles scheint aus der westlichen
in die südöstliche oder südliche Richtung herumgelegt zu sein; so fließt nach der Karte
der Quellauf des *Oxus*, der sogenannte *Wakhan-darya*, nicht nach Westen, sondern nach
Südosten, während sein weiterer Lauf, auf dem er rechts die Flüsse *Shakh-dara*, *Gunt*- und
*Aksu-darya* aufnimmt, nicht nach Norden, sondern nach Westen gerichtet ist; dazu kommt
der doppelte Fehler, daß der *Wakhan-darya* aus dem zum *Yeshil-köl* gehörigen *Tuz-köl* her-
geleitet und auf der andern Seite mit dem Fluß von *Bolor* oder *Mastûj* in Verbindung
gebracht wird.