国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0363 |
Southern Tibet : vol.8 |
| 南チベット : vol.8 |
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b) Übersicht über das Gesamtreich. An die Spitze des Kartenwerks ist eine
riesenhafte Karte gestellt, welche über das gesamte Chinesische Reich einen Überblick
gibt. Sie ist sorgfältig auf steifem Papier ausgeführt. Wenn man das mehrmals gefalte
Blatt auseinanderbreitet, dann macht es den Eindruck einer Wandkarte; denn zusammen
mit dem Rahmen nimmt es eine Breite von 1,84 cm und eine Höhe von 1,17 cm ein. Die
Karte selbst erscheint uns, da sie in der vereinfachten Kegelprojektion mit krummlinigen
Parallelkreisen gezeichnet ist, als ein Kreisausschnitt, der durch den 18. und den 61. Grad
nördlicher Breite und den 47. Grad we-stlicher und östlicher Länge von Peking begrenzt wird.
Der Maßstab ist doppelt so klein wie der Maßstab der Provinzkarten; er entspricht also
etwa dem Verhältnis von 1:5840000.
Zum ersten Male begegnen wir hier einer chinesischen Karte, in der verschiedene
Farben verwendet sind. Der Grundton ist natürlich Schwarz; in dieser Farbe sind auch
die Flüsse eingezeichnet, und zwar durch kräftigere Linien, während die uns in anderen
chinesischen Karten nur in der Form von Doppellinien bekannt sind. Nur für die großen
Ströme Chinas sind diese Doppellinien beibehalten, wobei der Zwischenraum mit blauer
Farbe ausgemalt ist, jedoch mit Ausnahme des Huang-ho, dem man die ihm zukommende
gelbe Farbe gegeben hat. In Blau erscheinen auch die Binnenseen, in Braun die Sand-
wüsten der Gobi und die Palisadenwälle an der Südgrenze der Mandschurei.
Welche Namen auf dieser Übersichtskarte als die äußersten Grenzpunkte zu gelten
haben, wird uns in dem begleitenden Text gesagt:
Im Osten die Insel K'u-yeh (Krafto = Sakhalin).
Im Westen Su-lo-chou (Kashgar) und der Ts'ung-ling in Hsin-chiang.
Im Norden die Gegenden außerhalb des Khingan-Gebirges in Kirin.
Im Süden Ch'ung-chou-fu und der Vai-shan (Hai-nan) in Kwangtung.
Daraus wird der Schluß gezogen, daß sich das Reich im ganzen 78° von Osten nach Westen
und 42° von Norden nach Süden erstrecken soll.
Wir sehen also, daß noch 1899 der äußerste Osten Sibiriens mit der Insel Sakhalin
als zu China gehörig betrachtet wird; dasselbe gilt, wie aus der Karte hervorgeht, von
Korea und Formosa.¹ Dagegen fehlen die gesamten Japanischen Inseln, sowie Tongking
und Annam, die noch auf der Wutschang-Karte die Stellung von Tributstaaten eingenommen haben.
Sehr merkwürdig ist, daß der östliche Kartenrand nicht bei Sakhalin, sondern erst
nach weiteren 17° angesetzt ist, ohne daß hier das Meer durch eine Insel unterbrochen
wird. Offenbar hat der Kartograph diesen weiten Raum nur zu dem Zweck hinzugefügt,
um die Residenzstadt Peking genau in die Mitte der Karte zu bringen. In der Tat erscheint
dadurch Peking als das Zentrum der dargestellten Erdoberfläche. Es ist, als was noch
in dieser modernen Karte der alte Glaube zum Ausdruck kommen soll, daß der Sohn des
Himmels das Erdviereck von dessen Mittelpunkt aus beherrscht.²
Dieser allgemeine Überblick erleichtert uns das Verständnis für die Darstellung der
westlichen Gebiete; sie ist im wesentlichen auf Pl. XVI wiedergegeben. Dort wird der
äußerste Westen, der 47. Grad, vor allem durch den Ts'ung-ling bestimmt, daneben auch durch
Khokand, Badakhshan und Hindustan. Am Nordrand unseres Kartenausschnittes erscheinen
noch der Issik-köl (Temurtu-See), das Ili-Gebiet, Urumchi und Barköl; der Ostrand reicht
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