National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.8 |
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Der *Yaru-tsangpo(-chiang) entspringt östlich von der Stadt *Ngari*. Auf seinem östlichen Lauf nimmt er den südwestlich fließenden *Saga-tsangpo*(-Fluß) auf, weiter nordöstlich den nordwärts fließenden *Gau-chu*(-Fluß). Darauf fließt er nördlich und dann östlich an *Jaśilumbo* vorbei und tritt in den Westen des *Diesseitigen Tsang* ein. Der *Galdjaz-muren*(-chiang) biegt südwestlich um, fließt östlich an *Potala* (Lhasa) vorbei und mündet dann südlich in den Yaru-tsangpo; weiter südöstlich tritt dieser in das Grenzgebiet der *Nu*-Barbaren ein.¹ Der *Nai-chu*(-Fluß) entspringt im Südwesten des *Diesseitigen Tsang*; südöstlich fließend, tritt er ins Grenzgebiet der *Djemen-hiung*-Nomaden² ein. Der Oberlauf des *Ganges* entspringt im *Mapam-dalai* (Manasarovar), nordöstlich von der Stadt *Ngari*; westlich fließend, wirbelt er zurück und bildet den *Langga*-See (Langak-tso); weiter westlich bildet er den *Lang-chu*(-Fluß). Noch weiter westlich nimmt er den *La-chu*(-Fluß) auf, der nördlich von ihm entspringt, gleichfalls westlich fließt und dann südlich umbiegt. Weiter südwestlich biegt er nach Osten wieder um, kommt südlich an der Stadt *Ngari* vorbei, nimmt den südwestlich fließenden *Ma-chu*(-Fluß) auf und überschreitet im Südosten die Grenze der ausländischen Barbaren.³ Der *Tengri-nor* befindet sich im Nordwesten, der *Yamdok* im Südwesten des *Diesseitigen Tsang*.⁴ Der *Ike*- und der *Bagha-Namur*-See⁵ befinden sich im Nordwesten des *Jenseitigen Tsang*.
Im Osten grenzt (Hsi-tsang) an *Sü'tschwan*, im Westen an *Badakhshan* und *Hindustan*⁶, im Norden an *Hsin-chiang* (Dsungarei und Ostturkistan), im Süden an die *Nu*-Barbaren, die *Djemen-hiung* und die *Gorkhas*, endlich im Nordosten an *Ch'ing-hai* (Kuku-nor).
Wenn auch die Karten der tibetischen Provinzen gegenüber den älteren Ausgaben keinen Fortschritt bedeuten, so können sie doch noch in einer Beziehung für die moderne Geographie herangezogen werden, nämlich im Verlauf der Provinzgrenzen. Freilich ist hier gewisse Vorsicht geboten. Denn aus zufälligen Andeutungen, die Sven Hedin besonders bei der Begegnung mit tibetischen Provinzialbeamten gemacht hat⁷, ergibt sich, daß nördlich vom *Yaru-tsangpo* die Grenze zwischen den beiden *Tsang* weiter westlich anzusetzen ist; nach der letzten Mandschu-Karte verläuft sie 85 km westlich vom *Tengri-nor*, nach Sven Hedin aber haben wir sie über 370 km weiter nach Westen zu verlegen, da die Seen *Dangra-yum-tso* und *Teri-nam-tso* zum Verwaltungsbezirk *Lhasa* gehören.⁸
d) Hsin-chiang. Schon bei der Übersicht über das Gesamtreich gewannen wir den Eindruck, daß die Darstellung der Provinz *Hsin-chiang* (Ostturkistan, Dsungarei, Ili) auf ganz neuem Kartenmaterial beruhen müsse. Dies sehen wir voll bestätigt, wenn wir die einzelnen Blätter über die Provinz Hsin-chiang und ihre Bezirke durchgehen. Hier tritt uns in einem reichen Flußnetz eine solche Fülle von geographischen Namen entgegen, wie es uns nicht einmal die besten europäischen Karten zu bieten vermögen.
Wie und wann ist dieses ungeheure Kartenmaterial entstanden? Bei einer Durchsicht der Bezirkskarten, aus denen erst die Übersichtskarte über die Provinz hervorgegangen ist,
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