National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0372 |
Southern Tibet : vol.8 |
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310
*Kara-korum-Paß* und die zugänglichen Teile des *Kwenlun*-Gebirges dargestellt, im Osten
fehlt eine scharfe natürliche Grenze, da hier das Steppenland ungehindert in die *Mongolei*
übergeht.
Wegen der unübersehbaren Fülle von Namen ist es dieses Mal nicht möglich, die
chinesischen Schriftzeichen den von uns erschlossenen Namensformen beizufügen. Dafür
bringen wir von S. 331 ab eine vollständige Namenliste mit genauer Umschreibung und
auf Pl. XXV ein Faksimile der Bezirkskarte von *Kucha*, das zugleich einen Einblick in die
Terrain- und Situationszeichnung des Originals gewähren soll.¹
So sehr sich auch die Karte auf die neuesten Landesaufnahmen in den einzelnen
Bezirken gründet, an gewissen Stellen kann sie doch nicht ihre Abhängigkeit von den
älteren Mandschu-Karten verleugnen. Abgesehen von den astronomischen Positionen ist
es vor allem, wie schon oben bemerkt, die Darstellung des *Naryn*-Gebiets bis *Khokand*s
Denn da dieses Gebiet schon längst unter russischer Oberherrschaft stand, waren die chine-
sischen Beamten der Bezirke *Ush* (Uch-Turfan) und *Su-lo* (Kashgar) nicht in der Lage, ihre
Landesaufnahmen über die russisch-chinesische Grenze auszudehnen. Die alte Darstellung
hat man wohl nur deshalb wiederholt, weil man die Eroberungen, die man dort vor 140 Jahren
unter Khienlung gemacht hatte, immer noch nicht als aufgegeben betrachten wollte. Auf
das neue Kartenbild wirkt dieser Umstand insofern nachteilig, als dadurch der alte Positions-
fehler wiederholt wird, der *Osh* und die anderen Orte *Ferghānas* um drei Längengrade
nach Osten versetzt hat.³ Daher kommt es, daß *Osh* seine Lage nördlich von *Su-lo* (Kashgar)
beibehält, während es in Wirklichkeit nördlich von der Grenzstation *Irkeshłam* liegen müßte,
die wir 450 *li* = etwa 250 km westlich von *Su-lo* angegeben finden.⁴
Sonst tritt die Abhängigkeit von dem älteren Kartenbild nur noch schwach hervor;
aber wir dürfen diese Erscheinungen nicht übergehen, weil sich mit ihnen auch gewisse
Fehler oder Ungenauigkeiten wiederholen. Man vergleiche z. B. die Zeichnung der Quell-
flüsse des *Kashgar-darya*⁵ oder des sich gabelnden *Tizn-ab*⁶; auch einige ältere Namen,
wie *Mirdai* (Mirza?)-Gebirge⁷ oder *Lokor-dabusun*-Gebirge⁸, treten wieder auf, obgleich
sich ihr Milieu wesentlich verändert hat. Aber im großen und ganzen enthält die Karte
eine solche Fülle neuen Materials, daß sie auch auf die europäische Kartographie vielfach
befruchtend wirken kann. Das möge nicht nur die ausführliche, ständig zu vergleichende
Namenliste beweisen (S. 331 ff.), sondern auch die hier folgenden Abschnitte, die sich auf
den *Lop-nor* und die Hauptwege durch *Ostturkistan*, nach dem Innern *Tibets*, über den
*Kara-korum* und den *Pamir* beziehen.
e) Lop-nor. Gegenüber der älteren Darstellung hat jetzt der *Lop-nor* ein völlig
verändertes Aussehen. Während er noch in der Wutschang-Karte als ein See mit etwa
80 km Länge und 35 km Breite gezeichnet ist, mißt er auf der Karte von 1899 etwa
60 km Länge und 60 km Breite; und während ihn dort drei Seen im Norden und vier
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