National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0377 |
Southern Tibet : vol.8 |
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10 li, d. h. von rund 3²/₃ km, sogenannte Potai, etwa 4 m hohe, oben abgeflachte Pyramiden,
die aus einem Gerüst von Holz bestehen und mit Lehm umkleidet sind.¹ Auf diese Weise
sind überhaupt die Postrouten in Ostturkistan markiert.
Gerade die Karte von 1899 bringt überaus wertvolle Angaben über die Poststraße
nach Kashgar. Zunächst gibt sie so zahlreiche Stationen an, daß es ohne weiteres möglich
ist, jede einzelne Strecke festzustellen und sie mit Angaben von älteren Itineraren zu ver-
gleichen. Besonders lehrreich ist es, hierfür das nur siebzig Jahr ältere Itinerar des
Hsin-chiang-chih-lüeh heranzuziehen, dessen Angaben wir auch in der Wutschang-Karte
wiederfinden (Näheres unten). Von der Ostgrenze bis nach Aksu wird beide Male derselbe
Weg mit fast denselben Stationen beschrieben. Erst von Aksu ab entfernen sich die Wege.
Während die Route des Hsin-chiang-chih-lüeh bald südlich den Kashgar-darya überschreitet,
bleibt die Route der letzten Mandschu-Karte auf der Nordseite des Flusses, um sich mit
der andern erst in Maral-bashi wieder zu begegnen. Ganz neu ist die Endstrecke von
Maral-bashi bis Kashgar, die auf den älteren Karten noch nicht verzeichnet ist, weil man
damals anscheinend den Umweg über Yarkand benutzt hat.
Wenn wir uns auch bei Feststellung dieser Poststraße auf das europäische Karten-
material zu gründen haben, so ist das chinesische Itinerar wieder in anderer Hinsicht
zuverlässiger, nämlich in der Schreibung der Stationsnamen. Die meisten europäischen
Reisenden haben diese Namen aus dem Munde der Osttürken gehört und sie dann nach
den Regeln ihrer eigenen Muttersprache niedergeschrieben, so daß auf unseren Karten
manche Namen in ganz verschiedenen Formen erscheinen, vor allem wenn Mißverständnisse
hinzutreten. Hiernach eine kritische Sichtung vorzunehmen, wird selbst dem Sprachforscher
oft unmöglich gemacht.²
Erst in Sven Hedins 1 : 1 000 000-Karte bemerken wir überall den Versuch, eine
einheitliche Nomenklatur durchzuführen. Da hier von der obigen Poststraße nur
ihr westlicher Teil (Kara-shahr — Kashgar) enthalten ist, bleibt noch viel zu tun übrig.
Denn gerade der östliche Teil der Poststraße bringt soviele Namen, die nicht ost-
türkisch oder sonstwie einheimisch, sondern chinesisch sind. Schon in ihrer osttürkischen
Verkleidung erscheinen diese so entstellt, daß ihre ursprüngliche Bedeutung nicht mehr
so leicht zu ermitteln ist. Dazu kommt noch, daß dort die zugrundeliegenden Namens-
formen nicht der offiziellen Aussprache, sondern dem vielfach abweichenden Hunan-
Dialekt unterworfen sind, da die chinesischen Beamten vorwiegend aus der Provinz Hunan
stammen.
Über alle diese Schwierigkeiten kommen wir am besten hinweg, wenn wir uns an
die Beschreibung der Mandschu-Karte halten. Hier ersehen wir direkt aus den Schrift-
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