National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0386 |
Southern Tibet : vol.8 |
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September 1906.
23./24. Warten auf den afghanischen Karawanenführer.
25. Um 12 Uhr mittags Aufbruch; reiten über Otan-sü (Brennholzfluß) etwa 6 engl. Meilen nach
Püsä (No. 5?).
26. Um ¹⁄₉ Uhr Aufbruch von Püsä nach Aq mäcit (No. 6, weiße Moschee), 70 yol = angebl.
18 engl. Meilen. Rast in einer Jurte, die Leute dort sind schöne Menschen, tägik mit wiyi-
Sprache. Ankunft in Aq mäcit ¹⁄₂ 1 Uhr nachmittags.
27. Über äußerst steilen sandigen Paß (Topa däban oder Aq qoram = Paß der Stauberde; weißes
Geröll) mit unangenehmem engem Ausgang (täng-i-tör) zum Tiznäb-Fluß hinab, über felsige
Hügel am rechten Ufer nach dreimaligem Kreuzen des Stromes Ankunft an hübschem, mit
einigen Sträuchern und Bäumen besetztem Rastplatz Čiylig (No. 7, Ort des derben Grases;
čiy anscheinend eine Art Aira). Auf dem Paß eine starke Viper, schokoladefarben mit
gelbweißer Zeichnung.
28. Aufbruch von Čiylig um ³⁄₄ 9 Uhr, passieren den Tiznäb zweimal, klettern dann auf den hohen
Uferklippen stromaufwärts, vermeiden große Felsgruppen durch öfteres Flußdurchschreiten
(heute den Strom vierzehnmal gekreuzt!), lagern um ¹⁄₃ 3 Uhr am χalastün (so heißt sowohl
der obere Lauf des Flusses, als auch eine Lagerstelle ebenda).
29. Aufbruch vom χalastün um 9 Uhr 20 Min. (in der Nacht Frost). Weg führt durch 15 größere
(darunter zwei schwierige) Furten und eine geringe Furt, sowie an übeln steilen Pfaden über
die hohen Uferklippen. Um ¹⁄₃ 3 Uhr Ankunft in Küdä Mazar (No. 8?, Zwiebel-Heiligtum),
chinesisches Fort. Tägiks, darunter ein rothaariger Bursche. Hier will nur Gerste gedeihen.
Im Mazar die Reste des Auliä ḥisäm ed din aus Yasär (Ḥiṣär?) in Bukhara. Viele wilde
Zwiebeln.¹
30. Aufbruch von Küdä Mazar um ¹⁄₁₀ 10 Uhr. Strahlender Morgen, empfindlich kalt. Ankunft
in Lagerort Tüšük Taš (Lochstein) um 3 Uhr. Fluß achtmal gekreuzt. Nach 2¹⁄₉ Stunden
passieren wir Döbä (Hügel?), links hohe Gletscher. Rastort zwischen zwei Armen des Tiznäb;
vor uns mächtiger schneegekrönter Grat. Ungeheure Steinstürze; Lämmergeier.
Oktober 1906.
1. Aufbruch um ¹⁄₃ 10 Uhr. Eisiger Wind. Passieren lange Sumpfstrecken und Felsgeröll. Ankunft
¹⁄₃ 3 Uhr im Rastplatz Tor eyil aysi (Mündung des Kälberstalls). Fünfmal den Strom passiert.
2. Aufbruch 9 Uhr 10 Min. Ankunft am Yarkänd däryä um ³⁄₄ 7 Uhr. Erst 2¹⁄₂ Stunde den
Tiznäb hinaufmarschiert, zwanzigmal gekreuzt, dann steiler Anstieg zum Yahgi däban (No. 10,
neuer Paß), guter Abstieg, Eintritt in enge Bachschlucht zum Yärkändstrom. Rastort Qulan öldi
(das Wildpferd ist gestorben).
3. Aufbruch um 10 Uhr. Glorreicher Morgen. Leichter Marsch am rechten Ufer, auf den Klippen.
Wasser wunderbar grün. Kreuzen achtmal: alle Koffer im Wasser! Ankunft Rastort Säsig bulag
(Stinkquelle) um ¹⁄₄ 5 Uhr. Stampede.
4. Aufbruch ¹⁄₉ 11 Uhr. Ankunft in Egär saldi (er hat den Sattel aufgelegt) um 5 Uhr. Passieren
Kök ärt aysi (Mündung des blauen [grünen] Passes [oder Saumpfades über einen Paß]) um
3 Uhr. Heftiger Schneesturm. Pfad meist auf dem linken Ufer. Kreuzen den Strom einmal.
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