National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.8 |
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4. EIN HISTORISCHER ATLAS.
a) Seine geographische Bedeutung. Zu den gelehrtesten Schöpfungen der chine-
sischen Kartographie gehört unstreitig der auf Pl. XIX beigegebene historische Atlas der
Westländer.¹ Auf zwölf übersichtliche Kärtchen verteilt, gewährt er uns einen tiefen Ein-
blick in die Kenntnisse, welche die Chinesen unter den zwölf bedeutendsten Dynastien von
Ostturkistan und den angrenzenden Gebieten gehabt haben. Besser als jede Beschreibung
zeigt er uns, wie umfassend die geographischen Kenntnisse zuerst unter den beiden Han-
Dynastien (206 v.—220 n. Chr.) waren, wie sie dann in den nächsten Jahrhunderten zurück-
gingen, um jedoch unter den Dynastien von Wei (386—535 n. Chr.) und Sui (589—618 n. Chr.)
wieder Fortschritte zu machen, bis sie unter der T'ang-Dynastie (618—906) ihren Höhe-
punkt erreichten; des weiteren sehen wir, wie unter den nächsten Dynastien, selbst unter
den Mongolenherrschern, ein rascher Verfall der Nachrichten über den Westen eintrat, da
sich das Interesse bald auf das Uigurenreich in Turfan beschränkte, bald nach der Mongolei
und den Ländern des Nordwestens abwandte. Es gibt bisher kein europäisches Werk,
das die jeweiligen Kenntnisse der Chinesen von Ostturkistan in so anschaulicher Weise
zur Darstellung bringt. So bilden denn diese zwölf Kärtchen eine äußerst wertvolle Er-
gänzung zu jedem historischen Atlas, insbesondere zu einem historischen Atlas von China.
b) Seine historisch-philologische Bedeutung. Zugleich sind uns die zwölf
historischen Karten ein trefflicher Führer in der Erforschung der Geschichte Zentralasiens.
Denn der dort zusammengetragene Namenschatz beruht auf dem gründlichsten Quellen-
studium.² Was nur irgendwie die großen Annalenwerke über die Länder und Völker des
Westens bieten, das sehen wir dort in anschaulicher Kürze geographisch gruppiert.³ Zwar
sind einige Identifizierungen unzutreffend, was auf den Übersetzungskarten durch die ent-
sprechenden einheimischen Namen zum Ausdruck kommt, aber im großen und ganzen
geben sie uns ein abgerundetes Bild über die wechselnden politischen Beziehungen zwischen
China und den Westländern bis zum Ts'ung-ling.
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