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0514 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 514 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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diese enthalten noch nicht den Hinweis auf die im Jahre 1891 gegründete Kreisstadt
*Hsin-ch'eng* oder Dural am *Konchi-darya*. Andererseits stimmt es mit der angegebenen
Zeit überein, daß sich der Unterlauf des *Konchi-darya* zum See erweitert, ferner daß als
der Lop-nor noch immer der *Kara-buran* erscheint, der schon in den nächsten Jahren aus-
zutrocknen beginnt.¹

4. ENTSTEHUNG DER KARTE.

Was die Entstehung unserer türkischen Übersetzungskarte betrifft, so wird sie, wie
sich v. Le Coq notiert hat, von seinem Gewährsmann in die ersten Jahre unseres Jahr-
hunderts verlegt. Sollte hier nicht eine Verwechslung mit der Kopie vorliegen? Denn
ein eigenartiger Fehler auf der Karte veranlaßt uns, bis etwa zum Jahre 1890 weiter
hinaufzugehen, also bis in dieselbe Zeit, in der die chinesische Vorlage entstanden sein muß.
Jener Fehler betrifft den schon erwähnten chinesischen Namen *Ku-ch'eng-tzŭ*, der in ost-
türkischer Umschrift *Ku-ching-za* (Qu-čing-za) lautet und in unserer Karte in *Pu-ching-za*
(Pu-čing-za) verschrieben ist. Nun ist es höchst sonderbar, daß diese »alte Stadt«, die am
*Kuruk-tagh* auf dem Wege von *Ürme-däin* nach *Tikänlik* liegt, seit 1893² unseren euro-
päischen Reisenden genau mit derselben Verschreibung bekannt ist. Sven Hedin³ und
E. Huntington⁴ nennen als ihren gemeinsamen Gewährsmann einen gewissen Abdur Rehim,
dessen weitere Ortsangaben ebenfalls Entlehnungen aus einer chinesischen Vorlage sein
müssen.⁵ Sollte nicht schon dieser Eingeborene ein Exemplar unserer Karte mit derselben
Verschreibung in Händen gehabt haben, um für seinen Landesfürsten aus verschiedenen
Orten Steuern einzuziehen? Eine solche Vermutung wäre nicht abzuweisen, wenn ihr auch
die Angabe entgegensteht, daß die Karte erst etwa zehn Jahre später verfaßt sein soll.
Jedenfalls hat die weitere Forschung mit jener auffälligen Tatsache zu rechnen.

Fassen wir alles zusammen, so dürfte die Karte des Reiches *Turfan-Lukchun* in
folgender Weise entstanden sein: Als etwa im Jahre 1890 die chinesischen Bezirkskarten von
*Turfan* und *Kara-shahr* einer Revision unterzogen waren, stellte man dem *Wang* von
*Lukchun* eine zusammenhängende Karte mit genauer Angabe seines Machtbereichs zur
Verfügung. Dieser übergab das Dokument einem Hofbeamten mit dem Auftrage, davon
eine türkische Übersetzung herzustellen.

Mit Ausnahme der Terraindarstellung hielt sich der betreffende Hofbeamte, der von
seiner Heimat *Westturkistan* her im Kartenzeichen vielleicht einige Erfahrung besaß,
nach Möglichkeit an seine chinesische Vorlage. Zur Umschreibung der geographischen
Namen zog er einen chinesischen Dolmetscher heran, der ihm die einzelnen Wörter im