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0375 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 375 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000263
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haben wir bereits an anderer Stelle (S. 12) gesprochen, so daß wir auf diesen Gegenstand
nicht weiter einzugehen brauchen.
Dagegen erscheint es notwendig, hiermit den Lop-nor, wie er auf den älteren Mandschu-
Karten dargestellt wird, zu vergleichen und seine wirkliche Lage im Zusammenhange mit den
Forschungen an Ort und Stelle zu erschließen. Daß der heutige See eine ganz junge Bildung
ist, hat schon F. v. Richthofen mit gewissen Beobachtungen des Reisenden v. Prshevalskiy
begründen können¹; Sven Hedins Verdienst ist es, diese Theorie von den Wanderungen des
Lop-nor durch die systematische Durchforschung des Gebiets bestätigt zu haben.²
Aber ist es erlaubt, sich in dieser Beziehung ganz auf die chinesischen Karten zu
verlassen, wie es Richthofen getan hat? Unsere obigen Erörterungen (S. 292, 299) haben zu
dem Ergebnis geführt, daß die Kenntnisse der Chinesen, wie sie uns zuletzt in der Wutschang-
Karte entgegentreten, gerade bezüglich des Lop-nor noch viel zu dürftig und ungenau sind.
Es geht also nicht an, aus der Ostrichtung, die man dort dem unteren Tarimlauf gegeben
hat, bestimmte Schlüsse zu ziehen; ebensowenig darf uns die dortige geographische Breite
des Lop-nor von maßgebender Bedeutung sein.³
Für die frühere Lage des Sees sind allein ausschlaggebend die Erkundigungen, die
Piewzow 1890⁴ und besonders Sven Hedin 1896⁵ von anwohnenden Fischern eingezogen
haben. Danach besteht kein Zweifel, daß um 1725 das ganze Mündungsgebiet des Tarim
etwa 40 km nach Süden gewandert ist; bis zu diesem Zeitpunkt bog der Fluß zusammen mit
einem alten Lauf des Cherchen-darya schon bei Shirge-chapkan nach Osten ab und bildete
dort einen großen und mehrere kleine Seen, die mit ihren südlichen Ausläufern bis einige
Kilometer von heutigem Kara-koshun reichten. Es ist bemerkenswert, daß uns diese Lage
schon über 1500 Jahre früher durch eine Quelle des Shui-ching-chu bestätigt wird, wobei
jedoch zu beachten ist, daß, wie gesagt, das Hauptreservoir des Tarim damals der Salzsee
östlich von Lou-lan war.
Nun erst können wir uns der Darstellung auf der Mandschu-Karte zuwenden. Wenn
der Endsee östlich von Shirge-chapkan nur bis 1725 existiert hat, so ist klar, daß die
Karte von 1718 allein diesen und keinen andern dargestellt hat.
Als der Tarim um 1725 bei Airilghan, 50 km nördlich von Shirge-chapkan, ein
neues Bett, das des Ettek-tarim («der westliche Fluß»), aufsuchte, um durch die Wüste