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0513 Southern Tibet : vol.8
南チベット : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / 513 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

Allerdings erscheinen manche Strecken, z. B. von Lukchun über Pichan nach Chiktim, über
Gebühr verlängert, andere Strecken, wie der äußerste Süden des Reiches, zu stark gekürzt;
diese Unregelmäßigkeiten kommen aber anscheinend nur daher, daß der Türke von vorn-
herein auf das chinesische Quadratnetz verzichtet und somit für die Eintragung der Punkte
jeden sicheren Anhalt verloren hat. Die enge Verwandtschaft zwischen den beiden Karten
zeigt sich auch an dem gleichen Verlauf der Grenzen, woraus sich ergibt, daß sich das
Reich des Wang nicht nur mit dem Bezirk Turfan, sondern auch mit dem südlichen
Teile des Bezirks Kara-shahr deckt.
Vom philologischen Standpunkte aus am wichtigsten ist es, die geographischen Namen
miteinander zu vergleichen. Hier sind die gegenseitigen Beziehungen so klar, daß wir nur
von den Namen der chinesischen Karte auszugehen brauchen, um danach die der türkischen
festzustellen. In den zahlreichsten Fällen hat der Türke die Namen in seiner Landessprache
eingesetzt, aber nicht gering ist auch die Zahl der Namen, die er in ihrer fremden Aus-
sprache, nämlich dem Hunan-Dialekt, beibehalten hat. Dabei ist er seiner Vorlage oft so
wörtlich gefolgt, daß er sogar leicht übersetzbare Gattungsnamen wie chinesische Eigen-
namen behandelt hat. So setzt er für Pai-sha-ch'üan = Quelle des Weißen Sandes nicht
etwa Ak-kum-bulak, sondern Bai-sa bulak ein; ebenso schreibt er für Tung hu = östlicher See
Dung-kho, für Ku-ch'eng-tzŭ = alte Stadt Ku-ching-za (sodann verschrieben in Pu-ching-za),
für Sha-ho-k'ou = Mündung des Sandflusses Sa-kho-gu usw.; selbst den teils türkischen, teils
chinesischen Namen Ku-mu yüan (aus türkisch kum = Sand und chinesisch yüan = Morast)
gibt er rein phonetisch durch Ko-mo-yán wieder.¹
An gewissen Stellen läßt uns bei solchen Vergleichen die Mandschu-Karte im Stich.
Während sie hier und da mehr Namen bringt als die türkische Karte, werden wir bei ihr
andererseits viele Namen vergeblich suchen; diese machen sogar ein Viertel des gesamten
Namensschatzes der türkischen Karte aus. Woher kommt diese merkwürdige Erscheinung?
Es ist möglich, daß einige dieser Namen der türkische Zeichner aus seiner eigenen
Erfahrung hinzugefügt hat. Aber andere Namen verraten wieder so stark ihren chine-
sischen Ursprung, daß wir sie schon in der chinesischen Vorlage suchen müssen. Es ist
von besonderer Bedeutung, daß sich dieses große Plus an Namen auf zwei bestimmte
Gebiete beschränkt, auf die unmittelbare Umgegend von Turfan und Lukchun bis nach
Chiktim hin und auf die Gegenden am Tarim vom Kleinen Lop-nor bis zum Großen Lop-nor;
auch der Tarim selbst erscheint auf der türkischen Karte in einer etwas abweichenden
und dazu mehr detaillierten Darstellung als auf der Mandschu-Karte.²
Je sorgfältiger wir die Unterschiede nachprüfen, desto mehr drängt sich uns die
Überzeugung auf, daß die Vorlage der türkischen Karte jünger sein muß als die Vorlage
der Mandschu-Karte; sie war gewissermaßen eine verbesserte Auflage.
Während wir für die betreffende Quelle der Mandschu-Karte das Jahr 1885 anzu-
setzen haben³, dürften die Nachträge etwa im Jahre 1890 hinzugefügt sein; denn auch