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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0307 |
Southern Tibet : vol.9 |
| 南チベット : vol.9 |
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OCR読み取り結果
Erst am Ende des Jahres stand man vor der Stadt. Nach anfänglichen Erfolgen gab es
schwere Rückschläge. So war im Sommer eine Abteilung von 3000 Mann in Molung geo
von den Feinden umzingelt und niedergemacht worden. Und auch die Einnahme der Haupt-
festen von Klein-Goldstromland, Meino und Dimda, brachte noch keine Entscheidung, da
der Fürst Sengor Sang nach der Residenz Le'uwei in Groß-Goldstromland entkommen war.
Im nächsten Jahre, 1773, erfolgte dann der Angriff auf dieses Land, von drei Seiten,
Südwesten, Südosten und Osten. Aber der Vormarsch der Südost-Abteilung Wenfu, von
Klein-Goldstromland her über den Paß Ganggar, kam bald zum Stehen, da der Führer seine
Kräfte mit Einzelunternehmungen gegen die zahlreichen Türme verzettelte, während er
selbst mit dem Haupttrupp in dem befestigten Lager Mugom liegenblieb. Die Folge war
eine neue Erhebung in Klein-Goldstromland, Überwältigung der Etappen im Rücken der
Abteilung und schließlich ein Überfall auf Wenfu's Lager, bei dem der General mit seiner
gesamten Truppe, über 3000 Mann, niedergemacht wurde. Der Kaiser, der angesichts der
langsamen Fortschritte bereits einen Abbruch des Feldzuges erwogen hatte, kam nach
dieser schweren Niederlage zu dem Entschlusse, den Feldzug jetzt unter allen Umständen
zu einem siegreichen Ende zu führen. Er nahm einen Wechsel in den Führerstellen vor
und gab die Losung zu einem erneuten Vorstoß, der dann auch Klein-Goldstromland bald
wieder völlig in chinesische Hand brachte und danach einen Einbruch in Groß-Goldstrom-
land ermöglichte. Hier waren Le'uwes und Gara'i die beiden feindlichen Hauptstützpunkte.
Ihre Einnahme erforderte bei den ungemein starken Befestigungen und der todesmutigen Ver-
teidigung ganz gewaltige Anstrengungen. Erst nach zwei Jahren, im Spätherbst 1775, brachte
man die Feste Le'uwei zu Fall und erst im Frühling des nächsten Jahres, 1776, die Feste
Gara'i, in der nun auch die feindlichen Führer Sonom und Salbun gefangen wurden, die
Fürsten von Groß-Goldstromland. Der vordem zu ihnen geflüchtete Herrscher von Klein-
Goldstromland, Sengor Sang, war von ihnen ermordet, und seine Leiche war ausgeliefert worden.
Der vierjährige Feldzug findet sich in dem oben angeführten Kriegsbuch Sheng-
wu-chi kurz beschrieben. Doch gibt es noch ein Sonderwerk mit einer ausführlichen Dar-
stellung, auf welches ebenfalls eingangs bereits hingewiesen wurde. Es trägt den Titel
Ch'in-ting p'ing-ting liang Chin-ch'i an fang-lüo 欽 訂 平 定 兩 金 川 方 略, »Auf Kaiser-
lichem Befehl verfaßtes Generalstabswerk über die Unterwerfung der beiden Goldstrom-
länder«. Es ist im Jahre 1781 in 152 Büchern erschienen. Diese Sammlungen amtlicher
Schriftstücke zu den großen Feldzügen des Mandschuhauses bilden die eigentlichen Quellen
für die Kriegsgeschichte dieser Zeit. Es ist dabei ein glücklicher Umstand, daß die großen
chinesischen Nebenländer dem Reiche unter einem fremden Herrscherhause zugeführt wurden,
und zwar zu einer Zeit, als dieses noch seine eigene Sprache pflegte. So sind die Kriegs-
berichte auf Inschriften und in der Literatur auch in mandschurischer Sprache überliefert
worden, insonderheit sind die meisten großen Kriegswerke in Doppelausgaben, chinesisch
und mandschurisch, erschienen. Das ist von großer Bedeutung für die Schreibung der fremden
Eigen- und Ortsnamen, die in der chinesischen Schrift arg verstümmelt sind, während sie
in der mandschurischen Lautschrift uns getreu nach der Aussprache überliefert werden.¹
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