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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0235 Southern Tibet : vol.9
南チベット : vol.9
Southern Tibet : vol.9 / 235 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

In den Sammlungen der Königlichen Bibliothek in Berlin findet sich eine französische
Handschrift¹ mit dem Titel »Description historique et géographique du Thibet appellé
par les Chinois Si-thsang. Traduite du Chinois 1822».²

Der Verfasser der Übersetzung ist nicht genannt, ebensowenig der Titel der Vor-
lage, nach der übersetzt wurde. Doch deuten alle Anzeichen darauf hin, daß wir es mit
einer Arbeit Klaproths zu tun haben, vielleicht einer Übersetzung des chinesischen Werkes
Hsi-Tsang chi 西 藏 記 »Aufzeichnungen über Tibets. Zwar ist die Hand nicht die des großen
Sinologen, wie die Vergleichung mit einigen in der Bibliothek aufbewahrten eigenhändigen
Briefen des Forschers ergibt. Vielmehr handelt es sich um eine von einem Schreiber,
nicht nach Diktat, sondern nach Konzept³ angefertigte Abschrift. Folgende Punkte jedoch
sprechen hinreichend für die Urheberschaft Klaproths: Die Handschrift stammt aus dem
Nachlasse Klaproths und ist, unter Nr. 3912, zugleich mit einer Sammlung von Karten
accessioniert⁴, die von Klaproth gezeichnet und signiert sind.⁵ Weiter hat Klaproth sich
nachweislich gerade in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingehend mit der
Geographie Tibets beschäftigt. Schließlich ist außer ihm niemand aus der europäischen
Gelehrtenwelt der damaligen Zeit bekannt, der eine solche Vertrautheit mit den einschlägigen
Sprachen besessen hätte, wie sie die Übersetzung verrät. Der Rückschluß auf die chine-
sische Vorlage ist nicht so unbedingt sicher: Die Übersetzung ist mit keinem der aus der
chinesischen Tibet-Literatur bekannten Werke identisch. Nur mit dem Tibet-Abschnitt
der großen »Reichsgeographie»⁶ 大 清一統志 deckt sie sich auf weite Strecken, aber nicht
vollständig. So deutet sie entweder auf Auszüge aus verschiedenen Literaturwerken hin
oder aber auf eine einzelne Vorlage, die der Reichsgeographie verwandt ist. Nun erwähnt
Klaproth im Vorwort zu seiner französischen Bearbeitung des vom Pater Hyakinth ins Rus-
sische übersetzten Wei-Tsang t'u-chih⁷ 衛 藏 圖 識, daß er von einem andern einschlägigen
Buche, eben dem Hsi-Tsang chi, eine Übersetzung unternommen, sie aber bei Erscheinen der