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0236 Southern Tibet : vol.9
Southern Tibet : vol.9 / Page 236 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Hyakinthschen Arbeit zurückgestellt habe. Da er gleich hinzufügt, daß er nach Durch-
sicht der russischen Übersetzung enttäuscht sei und bedauere, seine eigene nicht durch-
geführt zu haben, so liegt der Schluß nahe, daß er sie später doch noch fertiggestellt hat.
Kommen wir dazu, die vorliegende Handschrift als eben jene Klaprothsche Übersetzungs-
arbeit anzusehen, so wäre ihr Beginn nach der Datierung in das Jahr 1822, ihre Vollendung
in die Zeit nach 1829 zu setzen.
Das Nächstliegende wäre, die Übersetzung mit dem chinesischen Texte zu vergleichen.
Haben wir es wirklich mit dem Hsi-Tsang chi zu tun, so liegt auch die Urheberschaft
Klaproths als Übersetzers damit fest. Aber das Hsi-Tsang chi ist ein, wenigstens in Europa,
seltenes Buch und der deutschen Wissenschaft nicht zugänglich.¹ Da Klaproth in den frag-
lichen Jahren in Paris lebte, ist anzunehmen, daß es in dortigen Büchersammlungen
zu finden wäre.
Wir müssen uns also hinsichtlich der Vorlage und des Übersetzers mit unsern An-
haltspunkten bescheiden und zur Sache selbst fragen: Welche Stelle nimmt der Text an
sich innerhalb der chinesischen Tibet-Literatur ein? Sodann: bringt er uns Neues bei zur
Kenntnis von Tibet, das ihn der Veröffentlichung wert machte? — Zur chinesischen Tibet-
Literatur führt W. Woodville Rockhill, der das obenerwähnte Wei-Tsang t'u-chih
in englischer Sprache herausgegeben hat², noch 13 Quellen an, aus den Jahren 1759
bis 1886. Die Liste soll hier nicht wiederholt, auch kein Urteil über ihre Genauigkeit ab-
gegeben werden. Dazu ist uns die chinesische Literatur immer noch zu wenig bekannt.
Nur das mag bemerkt sein, daß ein Werk, wohl die ausführlichste Darstellung von Tibet,
darin noch fehlt: das Wei-Tsang t'ung-chih, 衛 藏 通 志, das »Handbuch von Tibet«, dem
weiter unten eine eingehende Besprechung gewidmet sei. Ebensowenig ist das Hsi-Tsang chi
erwähnt. Den Wert eben dieses Buches gegenüber den andern Werken der Liste ab-
zuschätzen, dürfte ohne eine genauere Vergleichung mit ihnen nicht möglich sein.³ Aber
so viel läßt sich doch sagen, daß es unter ihnen eine bedeutende Stellung einnimmt. Von
dem erwähnten Wei-Tsang t'ung-chih wird es angeführt, während es selbst sich auf
keines der andern Tibetwerke stützt, mit Ausnahme des Tibet-Abschnittes aus der Reichs-
geographie. Das deutet auf ein höheres Alter hin. Sein Erscheinungsjahr wird also voraus-
sichtlich nun wenig später fallen als das der Reichsgeographie (1764). Von den 16 Literatur-
werken (den bei Rockhill angegebenen 14, dazu den beiden dort ausgelassenen) ist nun, bis
auf den mehr geschichtlichen Tibet-Abschnitt des Sheng-wu chi⁴ 聖 武 記, einem Auszuge
aus dem die Tibet-Expedition enthaltenden »Dsungarenkrieg«⁵ 平 定 準 噶 爾 方 略 und
einigen Stellen aus der Reichsgeographie⁶ bisher nur das Wei-Tsang t'u-chih übersetzt
worden, in drei Sprachen, in das Russische, Französische und Englische.