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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Southern Tibet : vol.9 |
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läßt sich das mit Rücksicht auf die Vereinheitlichung der Ortsbezeichnungen durchaus
rechtfertigen. Für die sich dann erhebende Frage der Romanisation der chinesischen
Zeichen bleiben die obenangeführten Gesichtspunkte in Geltung. Jedenfalls sollte man die
Transkription einheitlich mit der der entsprechenden Chinakarte gestalten. Besser ist
immer noch die einfache Umschreibung der chinesischen Form dieses tibetischen Ortsnamens,
auch nach dem unbrauchbarsten System, als der Versuch einer eigenmächtigen Rekon-
struktion der tibetischen Wörter, ohne gründliche Kenntnis der beiden Sprachen oder ohne
literarische Hilfsmittel. Die Ergebnisse davon sind fast immer falsch. Falsch ist es z. B.
deswegen, weil das Chinesische ein »r« nicht kennt und diesen Laut bei Umschreibungen
von Fremdwörtern mit »l« wiedergibt, nun umgekehrt bei einer Rekonstruktion ins Tibetische
für jedes »l« wieder ein »r« einzusetzen.¹ Es scheint, daß auch Klaproth, der eine für seine
Zeit ungewöhnliche Sprachkenntnis besaß, in dieser Beziehung im vorliegenden Manuskript
oft zu eigenmächtig verfahren ist: Rockhill macht ihm nämlich seiner Ausgabe des
Wei-Tsang t'u-chih den Vorwurf, daß er das Tibetische falsch konstruiert habe. Klaproth
hat, wie wir sehen werden, versucht, auch in der vorliegenden Arbeit, jedem Fremdnamen
aus der chinesischen Schreibung heraus gleich seine richtige Form zu geben. Es ist dies
ein sehr heikles Unterfangen, das ihm sicherlich nicht stets geglückt ist. In allen zweifel-
haften Fällen ist hier eine Bemerkung in die Fußnote eingesetzt worden, gegebenenfalls mit
der richtigen Form, wo sie mit Hilfe der chinesischen Literatur festgestellt werden konnte.
Als Literatur wurde vor allen Dingen die »Reichsgeographie« herangezogen, denn diese
ist, wie schon bemerkt, unserem Texte verwandt: hat entweder seine Vorlage gebildet oder
aber hat mit ihm die gleiche Vorlage gehabt.
Die Einteilung des Abschnittes Tibet in der Reichsgeographie ist folgende: 1. Ver-
waltungsgeschichtlicher Überblick mit einem Verzeichnisse der Städte und einem Anhange
über die Stämme. 2. Ethnologie. 3. Topographie. 4. Altertumskunde: Das Reich T'u-
fan² 土番, Die T'ang-Inschrift. 5. Furten und Brücken. 6. Tempel. 7. Erzeugnisse.
Die Klaprothsche Übersetzung ist eingeteilt: 1. Geschichtliche und geographische
Beschreibung. 2. Gebirge. 3. Flüsse. 4. Furten. 5. Brücken. 6. Wichtigste Tempel.
7. Allgemeine Erzeugnisse. 8. Gebräuche. 9. Über das Reich T'u-fan. 10. Alte und neue
Reisewege. Abschnitte 2—5 entsprechen fast wörtlich den Nummern 3 und 5 der
Reichsgeographie. Sie sind weit reichhaltiger als die entsprechenden Teile des von
Rockhill übersetzten Wei-Tsang t'u-chih. Dafür sind wieder die Klaprothschen Teile
6—10 bei Rockhill fast völlig enthalten, sollen daher in vorliegender Ausgabe fortgelassen
werden. So bleibt in der Hauptsache nur die eigentliche Geographie übrig, die aber auch
den wichtigsten Abschnitt bilden dürfte. Als Ausgleich für die fortgefallenen Teile der
Handschrift soll eine Ergänzung der Literatur versucht werden durch eine genaue Inhalts-
angabe des bisher unbekannten Tibetwerkes Wei-Tsang t'ung-chih. Bei diesem »Handbuch
von Tibet« haben wir es mit einem der bedeutendsten einschlägigen Werke zu tun. Sein
Alter steht nicht genau fest. Doch dürfte es nur wenig jünger sein als das von ihm zitierte
Wei-Tsang t'u-chih. Jedenfalls sind die letzten Erlasse, die es in seinem Text erwähnt,
vom Jahre 1791. Das Buch ist mit Verbesserungen und Zusätzen im Jahre 1896 auf Grund
einer Handschrift erstmalig herausgegeben worden. Es konnte daher in der 1891 erschienenen
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