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0279 Southern Tibet : vol.9
Southern Tibet : vol.9 / Page 279 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000263
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khara-oola, au Nord-ouest de Ly-thang, dont elle est éloignée de huit cens lys. Elle porte
le nom Mongol de Tsitsirkhana. Elle coule l'espace de cinq cens lys vers le Sud-est,

Literatur findet sich bei den erwähnten Flüssen keine auf die Sage hinweisende Bemerkung. Das geographische Wörter-
buch enthält sich jedes Zusatzes. Der Bearbeiter v. Zach weist, wie erwähnt, auf Jäschke, der seinerseits auf die alten
tibetischen Legenden deutet und eine Stelle aus Köppen, Buddha, Berlin 1859, Bd. II, S. 50, angibt. Diese bezieht
sich wieder auf den mongolischen Geschichtsschreiber Sanang Setsen, Geschichte der Osmongolen, Text mit Über-
setzung hrsg. von I. J. Schmidt, Petersburg 1829. Es ist möglich, daß Köppen von seiner tibetischen Quelle nur
die Form des Namens selbst genommen, die Erklärung »Nebenfluß des Yangtse« aber aus der mongolischen
Überlieferung Köppen-Schmidt-Sanang Setsen entlehnt und kombiniert hat. Jene tibetische Quelle rgyal-rabs, die
Geschichte der Königsfamilie, hat B. Laufer in einem Aufsatze, Toung-pao 1901, besprochen und dabei auch den
Namen Yarlung erwähnt. Er schreibt auf S. 28: »Der Schauplatz, wo der Affe (der sagenhafte Stammvater des
tibetischen Volkes) seine Meditationen verrichtet, wird auf einen Felsen des Yarlung verlegt, des auf den Karten
als Yalung bezeichneten bekannten Nebenflusses des Blauen Stromes (Chin-sha chiang = Yangtse), der nach einer
anderen im folgenden besprochenen Tradition als Stammsitz der tibetischen Dynastie gilt.« Er zitiert dann auf
S. 30 als Gewährsstellen dafür wieder Köppen (= Schmidt-Sanang Setsen) und das kalmükische Geschichtswerk
Bodhi mör, »Pfad der Weisheit«, dies letztere wahrscheinlich auch nach bei Schmidt (im Anhang zu Sanang
Setsen) angeführten Übersetzungsauszügen.

Emil Schlagintweit, der das rgyal-rabs unter dem Titel »Die Könige von Tibet« mit Übersetzung heraus-
gegeben hat (Abh. d. k. b. A. d. W., I Cl., X, Bd., III. Abt., München 1866), schreibt in seiner Einleitung S. 15 (807):
»Das Territorium, über welches Buddhacri (der erste König, in der zweiten Hälfte des 1. Jahrb. v. Chr., nach der
Berechnung des Herausgebers) gebot, der als König von Tibet gNya'-khri btsan-po heißt, wird Yar-lung, »Oberes
Tal«, bezeichnet; es umfaßte die Uferlander des Yarlung-Flusses und seiner Zuflüsse; gegenwärtig trennt dieser
Fluß Tibet von den chinesischen Provinzen.« Als Belegstellen führt der Herausgeber die Übersetzungen Amiots
aus der chinesischen Topographie (= Reichsgeographie T. I.) an, in den »Mémoires concernant les Chinois« XIV, 184,
den Klaprotischen Aufsatz über den Irawaddi in Mém. rel. à l'Asie II, 407. Von diesen hat die erste
Schreibung Va-lung, die zweite auf Grund des Geographischen Wörterbuchs die Konstruktion Yarlung.
Schlagintweit glaubt die Gleichung Yarlung = Yalung-Fluß erklären zu müssen, um die Lage der tibetischen
Urheimat, die Einwanderung des aus Indien stammenden Königsgeschlechts in Osttibet, glaubhaft zu machen:
»Die Pässe, die dorthin (nach Osttibet) aus dem östlichen Himalaya führten, sind weniger hoch und beschwerlich
als in Nepal. Tatsächlich ist dieser Zugang, also über Bhutan, Assam, wohl bedeutend schwieriger und an
Osttibet nicht bekannt. Eine weitere Bemerkung Schlagintweits: »Yarlung entgegengesetzt ist Marlung, unteres
Tal, Maryul, unteres Land, ein Name, womit das westliche Tibet, besonders Ladak bezeichnet wird«, soll jeden-
falls auch dazu dienen, den Namen Yarlung auf Osttibet festzulegen. Es erscheint aber kaum angängig, die
Bezeichnungen Maryul in Ladak und Yarlung, als in Osttibet, zu einander in Beziehung zu bringen. Etwas anderes
ist es, wenn wir auf der Karte zum Ta-Ch'ing hui-tien 大 清 會 典 an den Quellflüssen des Min die Namen
Yarlung und Marlung, »oberes und unteres Tal«, finden. Gehen wir nun aber auf den tibetischen Text des
rgyal-rabs zurück, so finden wir an den beiden Stellen fol. 13a und 14a den Namen mit dem Zusatz yul ver-
sehen = yul yar-luṅ, also Yarlung-Land. Von einem Yarlung-Fluß ist nicht die Rede. Dieser ist nichts als eine
Ableitung, die Kowalewski, Köppen, Schlagintweit, Jäschke, Laufer u. a. von einander oder im Grunde alle von
I. J. Schmidt übernommen haben, der in seinen Übersetzungen von Sanang Setsen und Bodhi mör als der alleinige
Gewährsmann für den »Yarlung-Fluß als Stammsitz der tibetischen Kultur« anzusehen ist. In dem Index seines
Werkes finden wir die Angabe »Yarlung, ein Fluß in Tibet«. In dem mongolischen Texte kommt der Name
dreimal vor. Auf S. 23 übersetzt Schmidt: »er (der tibetische König) stieg herab in die Talsläche des Yarlung . . .«.
I. J. Schmidt, der Begründer der Mongolistik, ist sicher ein sehr gründlicher Kenner und zuverlässiger Arbeiter
gewesen. Aber hier hat er sich geirrt. Der mongolische Text »Yarlung-un erke-tü« kann nicht bedeuten: »Er gelangte an eine Pagode mit vier Toren, die auf der mächtigen
Ebene von Yarlung gelegen war«. Talun ist die Ebene oder Steppe, erke-tü ist mächtig, gewaltig. Es mag sein,
daß Schmidt erkin »das Ufer« gelesen hat. Aber auch die Verbindung erkin-tü talun »die Ebene, auf der
sich die Ufer (des Yarlung) befanden« wäre nicht recht verständlich. Ziehen wir die chinesische Übersetzung des
Textes heran, die »Mongolengeschichte« Meng-ku yüan-liu 蒙 古 源 流, so finden wir die Stelle wiedergegeben: »er
gelangte nach der bei Yarlung-t'ang befindlichen viertorigen Pagode«. Das Zeichen t'ang 塘 bezeichnet — falls
wir es übersetzen wollen — eigentlich die beim Graben eines Teiches ausgehobene Erde, auch den Teich selbst