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0301 Southern Tibet : vol.9
Southern Tibet : vol.9 / Page 301 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000263
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»Der Goldstrom ist der Oberlauf des Goldsandflusses.¹ Außerhalb des Gebietes von
Sung-p'an² entspringt ein Fluß namens Ts'u-ch'in 促 侵, der über Tang-pa in das Land
der Eingeborenenführsten eintritt, von außerordentlicher Tiefe und Breite. Das ist der
Große Goldstrom. Daneben gibt es einen andern namens Tsan-na 僧 納, mit näherer
Quelle. Das ist der Kleine Goldstrom. Beide führen (diese) ihre Namen nach den in
den Bergen nahe den Ufern vorkommenden Golderzen. Beide Flüsse haben eine Richtung
von Nordost nach Südwest. Im Gebiete des Fürsten von Ming-cheng vereinigen sie sich zu
dem Flusse Jo-shui 若 水 von Ning-yüan-fu³, der später in Hui-li-chou⁴ den Namen Chin-sha
chiang führt = Goldsandfluß oder auch Lu-shui 瀘 水. In der Zeit der Sui wurde der
Verwaltungsbezirk Goldstrom aufgestellt. Das war das Außenland (Hinterland) von Jan-
mang der Han-Zeit und das Gebiet Wei-chou⁵ der Tang-Zeit. Zur Zeit der Ming wurde
das Land dem Kolonialpräfekten von Tsa-ku unterstellt: Ein Land von steil aufragenden
zahllosen Bergen, zwischen denen sich reißende Bergströme dahinwinden. Das Land der
Fellboote und der Seilbrücken. Der Strom ist gewunden und geknickt wie ein Faden.
Die Berge sind wild⁶ und kalt. Es gibt viel Regen und Schnee. Der Boden bringt nur
Hirse und Buchweizen. Die Wohnungen der Eingeborenen bestehen alle aus steinernen
Türmen. In dem Lande greifen die Gebiete der neun Eingeborenenführsten ineinander. . . .«
Das ist die kurze Beschreibung des Landes, die Schriftsteller Wei Yüan 魏 源
seiner Darstellung des Eroberungsfeldzuges, im 7. Buche der bekannten Kriegsgeschichte
der Mandschudynastie 擊 武 記⁷, vorausschickt.
Das Goldstromland, gelegen etwa zwischen den Längengraden 101—103 in der
Breite 31—32, ist unserer Kenntnis kaum länger als zwanzig Jahre erschlossen: Hosie hat
es in den britischen Konsularberichten beschrieben, Albert Tafel hat ihm ein Kapitel
seines schönen Werkes⁸ gewidmet, und die Mitglieder der Stötzner'schen Reise vom
Jahre 1914 haben es verschiedentlich besprochen.⁹ Auch die Missionare haben das Land
seit ihrer Niederlassung in Tatsien-lu zu Beginn des Jahrhunderts wiederholt besucht¹⁰: