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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0308 |
Southern Tibet : vol.9 |
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Bei einem Werke vom Umfange des vorliegenden wird man eine sehr genaue Darstellung
des Feldzugs, daher eine große Menge von Eigen- und Ortsnamen erwarten dürfen. Tat-
sächlich werden in dem Werke wohl ungefähr alle Plätze, Berge, Flüsse und Pässe auf-
geführt sein, die sich in dem verhältnismäßig kleinen Lande überhaupt finden. Denn es
gibt wohl keinen Punkt des Landes, um den nicht gekämpft worden wäre. Ein Auszug
des geographischen Stoffes dürfte also eine ziemlich erschöpfende Beschreibung des Landes
ergeben, jedenfalls eine genauere, als wir von irgendeinem andern Literaturwerk erwarten
können. Nun führt uns ja die zugrunde liegende Handlung um 150 Jahre zurück. Von
den damaligen Städten, Dörfern und festen Plätzen der Eingeborenen sind manche
zerstört und heute nicht mehr vorhanden, manche haben ihre Namen gewechselt, manche
neue chinesische Siedelungen sind dazu gekommen. Doch muß immer noch reichlicher Stoff
übrigbleiben, der noch für heute seinen Wert behält. Leider ist das besagte Kriegswerk ein
sehr seltenes Buch, das in den europäischen Bibliotheken kaum zu finden sein dürfte. Bei
Wylie, Notes on Chinese literature, new ed. 1901, ist es auf S. 28 aufgeführt. Moellendorff
gibt in seiner mandschurischen Bibliographie unter Nr. 164 die mandschurische Ausgabe an
als in der Bibliothek in Petersburg vorhanden. — Der Verfasser dieses Aufsatzes befindet
sich im glücklichen Besitze der ersten Hälfte dieser mandschurischen Ausgabe, nämlich des
Einleitungsbandes und der Bücher 1—72, welche die Vorgeschichte vom Jahre 1759 an und
den ersten Teil des Krieges vom V. chinesischen Monat 1771 bis zum VIII. chinesischen
Monat 1772 umfassen. Das ist in der Hauptsache die Zeit der Kriegshandlungen im Klein-
Goldstromlande, die aber auch nach dem Groß-Goldstromlande hinübergreifen. Aus diesem
Abschnitt ist der geographische Inhalt, wohl erschöpfend, herausgezogen und zusammen-
gestellt worden.¹ Natürlich ließe er sich durch Ausnützung der auch recht reichhaltigen
chinesischen Nebenquellen, vor allem der großen Aktensammlung Tung-hua-lu 東 華 錄,
für die fehlende Hälfte ergänzen.² Doch wurde hiervon abgesehen, da die einheitliche
Schreibung dabei gestört würde, wenn auch selbstverständlich diese Quellen zur Textinter-
pretation verwandt wurden.
Nur zwei chinesische rein geographische Stoffe wurden verwertet und der eigent-
lichen Arbeit vorangestellt: Die Abschnitte Groß- und Klein-Goldstromland (die Präfekturen
Argu und Meino) aus der großen Reichsgeographie Ta-Ch'ing I-t'ung chih 大 清 一 統 志,
und zwar der Ausgabe in 500 Büchern, Buch 321—323³, sowie zwei vom Verfasser von
Ort und Stelle mitgebrachte amtliche Karten. Hier mußte in vielen Fällen die chinesische
Schreibung verwandt werden, nach Wadescher Umschreibung mit Silbentrennung und
Bindestrichen. Bei unzweifelhaft chinesischen Namen sind die chinesischen Zeichen, soweit
feststellbar, dazugefügt worden, ebenso bei denjenigen tibetischen Namen, die ohne weiteres
erkennbar oder aus tibetischen Inschriften herzuleiten waren, die tibetischen Vollschreibungen.
I. A·rh-ku t'ing 阿 爾 古⁴, der Sitz des Fürsten von Groß-Goldstromland, 1210 Li
westlich von der Provinzialhauptstadt von Szetschuan. Die Ausdehnung des Gebiets beträgt
von Osten nach Westen 260 Li und von Norden nach Süden 300 Li. Es grenzt an folgende
Eingeborenenstaaten: Im Osten an Klein-Goldstromland bei einer Entfernung von 110 Li, im
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