National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Reihe Brücken, mit hölzernen Geländern versehen. Das Wasser wird in diesen „arik" aus
Tisnab geleitet, aber mit dem „arik" vereinigt sich auch ein ganz kleiner Bach. In der
That gehört aber die Stadt zum Bewässerungsgebiet von Tisnab und ist nicht, wie nach
den meisten Karten, davon unabhängig; in Merket wird auch Tisnab gewöhnlich Kargalik-
ning-su genannt. Links sendet der Tisnab nur einen „arik" aus, sonst erhält das Gebiet
nördlich von diesem Flusse bis zu einem Punkt südlich von Posgam sein Wasser vom
Jarkent-darja. Administrative Grenze zwischen Jarkent und Kargalik ist das Dorf Tuggulus,
das zu Jarkent gehört. Wie Jarkent hat auch Kargalik fünf Pforten: Jarkent-därvase,
Kökjar-därvase, Tjipan-därvase, Khotan-därvase und Jettimluk-kum-därvase.
Der „arik" Schatu-östäng versorgt Kargalik mit Wasser und beginnt etwa 30 bis 35 km oberhalb der Stadt.
An diesem kanal finden wir, von oben gerechnet, folgende Dörfer: Orda-bagi, Doh, Säjeck, Tjahr-sumuk, Aisch,
Kara-julgun und Jagajit. Bei Jagajit teilt sich der Kanal in zwei Arme: Djaj-terek-östäng und Kumba-östäng;
an jenem, östlichem, liegen: Jettimluk-kum, Käske, Däftar, Schigge-bagi, Doin, Tong-tasch, Baliktji und
Djaj-terek, das etwa 7 km vom Rande der Wüste entfernt ist. Am kumba-östäng: Kargalik-basar, Tjahre-
mestjid, Tjuggutje, Seddä-tube, karga-bagi, Tokaj-agil, Sugeil-arik, Kumba und Jangal-eske, das dicht am
Wüstenrande gelegen ist. Ein anderer noch östlicher gelegener Kanal wird von Quellen und Regenwasser
gespeist, vereinigt sich mit Kumba-östäng unterhalb Jagajit, wird Kök-jar genannt und bewässert folgende
Dörfer: Psa, Ottan-su, Kök-jar, Besch-terek, Toppegg, Ramassan-bagi und Täti, wo er sich mit Kumba-
östäng vereinigt. Uschak-basch-östäng kreuzt am wenig östlicher den Weg nach Khotan und steht in keinem
Zusammenhang mit Tisnab; er stammt vom Gebirge und wird im Sommer sehr wasserreich; von oben nach
unten gerechnet bewässert er folgende Dörfer: Uschak-basch, weit oberhalb des Weges gelegen, Keng-saj,
Täto, Songlong (auch Donglong ausgesprochen), Buksun-uj, Säjeck, kara-bag, Ak-titju, Seggislik-uj, Besch-
arik und unterhalb des Weges Tövenki-orang und Jäjek (eng. Jar-arik), worauf er sich in Kleinwald und
Sand verliert. Ein östlicher Arm desselben Kanals heißt Lok-östäng und geht nach Buksun-uj, Lok und
Kara-bassme. Noch östlicher finden wir Boje-östäng mit Koje und Kosch-lenger. Kumuschken-östäng geht
nach Tjahr-bag-basar und fängt 20 km oberhalb desselben an, bewässert die Dörfer: Sajrat, Saj-bag, Ajp-
tsche, Togral, Djandjim, Besch-bek, Tjahr-bag, Kara-bag, Khodja-arik und Sultan-arik, verliert sich dann
in der Wüste. Nördlich Kutsche-östäng mit den Dörfern: Janis-kent, Kra-kent, Jukaki-kutsche, Tövenki-
kutsche, Darmia, Kara-juja, Jettim-uruk und Schoruk in etwa 20 km Entfernung vom Sande. Schahab-östäng,
zwischen Tokkus-köprjuk und Tisnab gelegen, ist der einzige kanal, welchen der Fluß links aussendet; er fängt
ca 20 km oberhalb des Weges an und bewässert: Asghan, Kapa, Schahab, Jill-kittji, Schamul-bag, Dir-bulak,
Tugelisc, Tjibu und Gantji. Das große, weit ausgedehnte Dorf Katji hat seinen eigenen Kanal, der nur
einen kurzen Bogen am rechten Ufer des Flusses macht, bevor er sich wieder mit demselben vereinigt. Am
Flusse selbst liegen endlich die Dörfer: Tjupp, Bulung, Jutung, Usess, Gosess, Pakhpo, Tjikh-su, Momuk,
Tjikhpo, Yssymyk, Orda-bag und Tatar, worauf der Fluß durch Buschwald nach Merket und den dortigen
Dörfern sich fortsetzt.
In der Gegend von Kargalik ist der Sommer sehr windig und die Stürme, die immer
nördlich sind, sind oft mit Sand und Staub gesättigt; aber schon im Februar fängt es
an windig zu werden; da kommt der Wind im Laufe des Tages von der Wüste, nachts
vom Gebirge; nur der Südwind führt Niederschlag mit. Der Winter kann sehr kalt sein,
aber die Schneemenge ist unbedeutend. Die Regenzeit fällt im Herbst ein. Alle gewöhn-
lichen Getreide- und Obstarten werden gepflanzt, Reis aber nicht in besonders großer
Menge.
Nach der Eroberung von Kandschut haben die Chinesen den Weg, der dorthin über
Kök-jar und Masar-darja führt, geschlossen; sie haben deshalb bei Masar-darja einen „karaul"
oder Wachtposten errichtet.
Nachdem man den Vegetationsgürtel südöstlich von Khotan-därvase passiert hat, wird
die Gegend immer öder, der Boden steriler und ist mit Kies, Sand oder Staub bedeckt.
Zwischen Kargalik und Kosch-lenger haben die chinesischen Behörden vor kurzem ca 4 m
hohe Stangen auf 80 bis 90 m Entfernung voneinander aufstellen lassen — aber nur dort,
wo der Weg durch die harte Kies- oder Sandwüste führt und wo er nach jedem Buran
verweht wird; die Stangen dienen während und nach dem Sturm als Wegweiser.
Besch-arik mit den Dörfern Jukarki- und Tövenki-orang, Lok, Jar-arik &c. liegt wie
eine Oase in dieser Wüste. Der obenerwähnte Bach, der diese Gegend bewässert, wird
durch „ak-su" oder Schneewasser vom Gebirge gespeist und wird im Sommer oft sehr
wasserreich, nach kalten Perioden aber zeitweise ganz klein. Wenn dieser Sommerfluß zu
spät kommt, geht nicht selten die ganze Ernte verloren. Gänzlich versiegt er aber nie-
mals, denn einige Quellen ergießen sich in das Bett. Die Gegend produziert hauptsäch-
lich Weizen und Mais. Zwischen Besch-arik und Lok wechselt Steppe und Wüste, wo
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