National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0034 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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hat man Raum genug, im engen Thale vorwärts zu kommen; in Thalweitungen steht das
Wasser hier und da gefroren. Dieser Weg wird aber nur von Hausierern benutzt, die
Reis und andere Lebensmittel zu den „köjtjis" führen. Von Jarkent kann man im Winter
über Tjullak, Bujra, Dua-tag, Pscha und Kara-kasch-darja nach Khotan reiten. Im Sommer
ist das Kara-kasch-Thal wegen der großen Wassermenge unpassierbar.
Von Savä führt der Weg bis nach Khotan durch eine prächtige Pappelallee, etwa
15 m breit, von „ariken", Dörfern und Feldern umgeben.
Zuerst kreuzt er den „arik", der sich nach Djajj-terek, Mille und Kovna-östäng teilt; dann folgen die
Dörfer Kum-arik, Schejdan und Gui-bag, mit deren Arm aus Savä-östäng; dann das steinige Bett von Kuje-
östäng mit dem Nebenweg nach kara-saj, welches 6 »potaj« nördlich des großen Weges entfernt ist.
Wo der Weg auf einer Brücke über den großen, mächtigen „arik" von Makuja führt,
liegt das Dorf Ak-seraj mit seinem Bazar. Rechts verlassen wir Tjinaklar und kreuzen
dann den „arik" von Baram-su; die drei „ariken" liegen sehr nahe aneinander. Ein wenig
östlich von Baram-su öffnet sich die Landschaft; die Gärten und Alleen, die bis jetzt die
Aussicht verschlossen haben, hören auf, welche Unterbrechung durch das Bett des Kara-
kasch-darja verursacht wird. Hier ist das Flußbett seicht und etwa 1300 m breit; sein
Boden ist im allgemeinen steinig, doch sind auch hier und da Sandbänke vom Hochwasser
des letzten Sommers abgelagert. Nur in der Mitte führten noch einige Rinnen ein wenig
Wasser. Wenn die große Sommerflut vom Gebirge herabströmt, wird die Verbindung
abgeschnitten, und der Fluß kann hier während zweier Monate nicht passiert werden. Der
Karawanenweg geht dann über Kara-kasch, in dessen Nähe an einer schmalen, tiefen Stelle
Reisende und Karawane auf Fähren hinüberbefördert werden. Das jetzt so gut wie
trockene Bett verrät jedoch, dafs der Fluß während der Hochwasserperiode ein ganz ge-
waltigerer ist. Am rechten Ufer liegt auf einer Lehmterrasse das Dorf Supa mit seinem großen
Kanal. Es ist der Kara-kasch, der die Gegend bis in die Nähe von Khotan (Iltji) mit
Irrigationswasser versieht. Das nächste Dorf ist Schuma; Bagtji ist ein mit Quellwasser
gespeister Kanal; dann folgt das ausgedehnte Borasan mit seinen „konta" Nischandar, Schorlak
und Besin; das Ruinenfeld von Borasan liegt südlich davon; Borasan-östäng hat ein
mächtiges, tief eingeschnittenes Bett und soll auch nur Quellwasser führen. Tosanla ist
eines der größten hiesigen Dörfer. Erst bei Ghasin kreuzen wir einen Kanal mit Wasser
vom Jurun-kasch. Endlich läuft der Weg durch die Pforte des Jangi-schahr und dann fast
gerade zur östlichen Pforte von Kovna-schahr von Khotan oder Iltji. Zwischen beiden
erstreckt sich die Hauptpulsader des Bazars, dessen Hauptstraße durch die mit Kamisch-
teppichen bedeckten Dächer gegen die Sonne geschützt wird.
Die Oase von Khotan. — Kara-kasch und Jurun-kasch.
Während meines ersten, neuntägigen Aufenthaltes in Khotan hatte ich einen Mirza
oder Schreibkundigen, der mir verschiedene Nachrichten über die Oase, deren wichtigste Er-
zeugnisse und administrative Verhältnisse und, vor allen Dingen, über die Dörfer einsammelte.
Bei einigen Gelegenheiten konnte ich selbst seine Angaben kontrollieren und fand dieselben
fast immer zuverlässig; das Material ist jedenfalls wert, hier wiedergegeben zu werden,
da ja besonders die geographischen Namen aus mehreren Gründen von Bedeutung sind.
Der „tabe" oder Distrikt von Savä ist schon oben beschrieben worden; nur kann
hinzugefügt werden, dafs die Steuer, wenn ein Dorf weit entfernt liegt, in Silber, sonst in
natura (Getreide) geliefert wird; dazu mufs noch der Distrikt den Chinesen Brennholz,
Heu, Klee, Felle und dergleichen zu einem gewissen, ein- für allemal bestimmten Wert
einsenden. Dies gilt auch für die folgenden Distrikte.
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