National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0048 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
hatten schon angefangen zu knospen. Ihre Tage waren jedoch gezählt, sie sahen sehr
mager aus und die Stämme waren zur Hälfte verdorrt.
Gegen NO erstreckte sich zwischen den Dünen, und oft von ihnen überschüttet, eine
terrassenförmige Thonkante, einer meterhohen Treppenstufe ähnelnd; der Absatz derselben
war gegen NW gerichtet; weiter östlich passierten wir noch zwei ähnliche Stufen. Die
Eingeborenen erklärten, dieses seien die Spuren eines alten Flußbettes; sie ähnelten aber
viel mehr den Uferlinien eines sich zurückziehenden Sees.
Am Lager V erhielten wir süßes Wasser in 1,61 m Tiefe mit 9,05° Temperatur. Hier
lagen die Dünen im NNO—SSW und WNW—OSO ausgezogen; im großen und ganzen
herrscht die strengste Regelmäßigkeit in dieser einförmigen Sandarchitektur, wo dieselben
Formen immer wieder zurückkehren. Auf dem Kamme liegt der Sand vom Winde sehr
hart gepackt, und hier sinken die Kamele fast gar nicht ein; an den steilen Abhängen und
in den Thälern ist er weich, und hier sinken die Kamele fast fußtief ein. Vom Kamme
über die Windseite der Düne wird also die Widerstandskraft des Sandes allmählich immer
geringer. Wenn man am Fuße des steilen Abhanges mit den Händen den Sand wegkratzt,
fällt der Sand von oben nach unten, und eine seichte Furche entsteht, die bis zur Kamm-
linie sich fortsetzt. In dieser Furche tritt eine sehr deutliche doppelte Lagerung oder
Schichtung im Innern des Dünenindividuums hervor. Die beiden Schichtsysteme des Sandes
sind mit der Oberfläche der Düne parallel, das eine mit dem steilen, das andere mit dem
flachen Abhang. In der Furche zeigen sich diese Systeme als ganz kleine Treppenstufen von
2, 4, 6 bis 12 mm Mächtigkeit. Dafs diese Schichten in einem sehr intimen Zusammenhang
mit den verschiedenen Windperioden oder einzelnen Buranen und mit dem Zuwachsen und
der Wanderung der Düne stehen, ist offenbar. Bei einer späteren Gelegenheit fand ich
z. B. — unterhalb Kerija-darja — in einer Düne eine Schneeschicht, zwischen zwei des-
gleichen Sandschichten, und mit denselben genau parallel, eingeschoben. Neue Sand-
schichten hatten sich natürlich über den gefallenen Schnee abgelagert und denselben in
der Düne eingebettet. Dies zeigte auch, dafs es auch im Winter zeitweise wehen kann,
obgleich nach einstimmiger Beschreibung der Eingeborenen und meiner eigenen Erfahrung
die Luft im Winter hier, wie in ganz Ostturkestan, so gut wie immer ruhig bleibt und
deshalb gewöhnlich vollkommen klar ist, wogegen im Sommerhalbjahr die Burane und der
ständige Wind die Atmosphäre sehr trübe mache.
Im Abschnitt zwischen Lager V und VI (23. Januar) behält die Wüste im allge-
meinen dieselben Charakterzüge, wie an den beiden vorhergehenden Tage, die Dünen waren
aber größer — bis 15 m hoch. Die von Süden nach Norden sich erstreckenden Pro-
tuberanzen kamen auch hier vor. Hier wurde es aber offenbar, dafs dieselben nicht nur
lauter Anhäufungen von Sand sind, sondern dafs sie in einem unzweideutigen Kausal-
verhältnis zu der Plastik des festen Bodens, auf dem sie ruhen, stehen. Auch auf der Höhe
der „davanen" war nämlich gewöhnlich die relative Höhe der Dünenindividuen nicht be-
trächtlicher als zwischen denselben. Auch hier treten Fragmente der Thonterrassen zu
Tage; immer gegen N, NO oder O sich erstreckend und gegen N resp. NW abfallend.
Worauf diese mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrenden nord-südlichen Anschwellungen
des Bodens beruhen, ist wohl schwer zu sagen. Auffallend ist jedenfalls ihr Parallelismus
mit den Läufen der Flüsse Khotan- und Kerija-darja. Bezeichnen sie vielleicht die Er-
hebungen zwischen alten Flußläufen? Die Richtigkeit einer solchen Vermutung ist jedoch
wenig wahrscheinlich; dazu treten sie auf zu regelmäßig voneinander wiederkehrenden
Entfernungen auf.
Endlich erreichten wir einen Streifen von längst abgestorbenem Wald („köttek"), meistens
aus Pappeln bestehend, deren Stämme nur zu 2 bis 3 m Höhe zurückgeblieben waren. Wie
die jetzigen Wälder von Khotan- und Kerija-darja, bildet auch dieser abgestorbene Wald
einen schmalen, höchstens ein paar Kilometer breiten Streifen, der sich, soweit das Auge
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
46
47
48
49
50
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
84
.
.
.
.
|
.
.
.
.
94
.
.
.
.
|
.
.
.
.
104
.
.
.
.
|
.
.
.
.
114
.
.
.
.
|
.
.
.
.
124
.
.
.
.
|
.
.
.
.
134
.
.
.
.
|
.
.
.
.
144
.
.
.
.
|
.
.
.
.
154
.
.
.
.
|
.
.
.
.
164
.
.
.
.
|
.
.
.
.
174
.
.
.
.
|
.
.
.
.
184
.
.
.
.
|
.
.
.
.
194
.
.
.
.
|
.
.
.
.
204
.
.
.
.
|
.
.
.
.
214
.
.
.
.
|
.
.
.
.
224
.
.
.
.
|
.
.
.
.
234
.
.
.
.
|
.
.
.
.
244
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
274
.
.
.
.
|
.
.
.
.
284
.
.
.
.
|
.
.
.
.
294
.
.
.
.
|
.
.
.
.
304
.
.
.
.
|
.
.
.
.
314
.
.
.
.
|
.
.
.
.
324
.
.
.
.
|
.
.
.
.
334
.
.
.
.
|
.
.
.
.
344
.
.
.
.
|
.
.
.
.
354
.
.
.
.
|
.
.
.
.
364
.
.
.
.
|
.
.
.
.
374
.
.
.
.
|
.
.
.
.
384
.
.
.
.
|
.
.
.
.
394
.
.
.
.
|
.
.
.
.
404
.
.
.
.
|
.
.
.
.
415
.
.
.
.
|
428
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.