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0097 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 97 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000262
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OCR読み取り結果

nur während der drei Wintermonate auf, die Bewegung des Sandes dagegen ist nur drei
Monate, und dies mit Unterbrechungen, thätig, obgleich auch in anderen Jahreszeiten
als im Frühling Winde und Stürme vorkommen können. Sobald aber das Wasser sich in
den Seen ausbreitet, wird es stillstehend; nur eine schwache, kaum für das Auge bemerk-
bare Strömung ist in der Mitte der Seen, wo die offenen Stellen gelegen sind, vorhanden.
Die Bewegungskraft des Wassers wird damit gleich Null, wogegen die Bewegungskraft des
Sandes immer fortdauert. Die vorrückenden Sanddünen wurden vom ruhigen Wasser nicht
unterminiert, sondern nur ein wenig aufgehalten; daher schoben sie unwiderstehlich gegen
WSW weiter vor. So konnten sie im Laufe der Zeit die ganze Seenkette aus deren
anfangs östlichen Richtung eine südöstliche und schließlich südsüdöstlichen Erstreckung
ablenken. Die Linie, welche den Außenrand der Seenkette bildet, hat sich also wie um
eine Achse gedreht, und diese Achse liegt an der NO-Ecke des Avullu-köll. Es steht
meines Erachtens außerhalb jeden Zweifels, dafs diese Drehung noch lange fortdauern wird,
bis die Linie eine südliche, südsüdwestliche und endlich südwestliche Richtung bekommen
wird. So lange aber der Ilek vom Bagrasch-köll mit Wasser versehen werden wird, bleibt
auch der Avullu-köll an derselben Stelle wie heutzutage, vorausgesetzt, dafs nicht der Flufs,
wie in früheren Zeiten, nochmals sein Bett ändert.
Am 7. April hatten wir noch während der halben Tagesreise den Kara-köll zur Rechten.
Sehr oft kreuzten wir lange, schmale, gegen Osten gerichtete Busen, die, weil das hier ganz
und gar stillstehende Wasser salzig ist, jeder Vegetation entbehren, gegen Westen dagegen im
dichten Kamisch verschwinden. Ebenso allgemein waren die „dasch", d. h. vom See schon
abgeschnürte, bittere, salzige Tümpel. Schon beim ersten Anblick findet man, dafs die
schmalen Busen binnen kurzer Zeit in solche „dasch" verwandelt werden müssen. Die
Seen sind somit an der östlichen Seite von einem ganzen Gürtel von Salztümpeln um-
geben. Östlich von diesem Gürtel sahen wir mehrmals Tümpel, die erst kürzlich versiegt, aber
noch durch den feuchten Boden kenntlich waren. Rechter Hand, d. h. am Ufer hatten
wir die Busen, die in der nächsten Zukunft beim Vorrücken des Sandes in neue Tümpel
verwandelt werden müssen. Der Sand macht also allmählich und schrittweise seine Er-
oberungen und frisst den östlichen Rand der Seen wie eine verzehrende Krankheit.
Ebenso wie wir im Sand, zwischen den Dünen, Buchten, Tümpel und verschwindende
Tümpel wahrnehmen, so finden wir auch im See kleine Sandhalbinseln, Sandinseln und seichte
Stellen. Der Tümpelgürtel bezeichnet die Zone, welche in der letzten Zeit vom Sand in
Besitz genommen worden ist; der Gürtel der Inseln und Halbinseln ist die Zone, wo sich
der Sand vorbereitet, in der nächsten Zukunft einzudringen.
Ebenso wie die Salztümpel drei Zonen bilden oder richtiger drei Stufen ihrer
Entwickelung zeigen, und zwar: 1) wenig salzige Busen, 2) fertiggebildete Tümpel und
3) verschwindende Tümpel, so finden wir auch in dem hier freilich nur spärlich vorkommen-
den Wald drei Zonen: 1) östlich „köttek" oder alten abgestorbenen Wald, 2) lebenden
alten Wald, und 3) westlich, dicht am Seeufer, jungen, neugebildeten Wald. Das heifst,
der Wald, obgleich hier oft licht und unterbrochen, wandert mit den östlichen Rand der
Seen gegen Westen. Dieses Verhältnis wurde gegen Süden zu immer deutlicher.
Eine große Sandhalbinsel („modjuk") bildet die Grenze zwischen den Seen Kara-köll
und Tajek-köll (Tajek ist der Name eines Loplik, der hier einst wohnte). Diese von den
Eingeborenen erfundenen Grenzen sind nicht viel wert; geographisch genommen bilden
die vier Becken nur einen langgestreckten See, in dessen Gebiet freilich hier und da
kräftige Einschnürungen vorkommen. Die Natur des Tajek-köll ist ganz dieselbe, wie bei
den vorigen, doch sind die offenen Wasserflächen hier allgemeiner. Strömung des Wassers
konnte hier nicht mehr wahrgenommen werden.
Das Gelände ist hier unglaublich schwierig. Es werden nämlich die Tamariskenkegel
eine allgemeine Erscheinung, und auch sie sind in einer ununterbrochenen Zone am See-