National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0194 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
auch Arka saj. Der Boden wird nun allmählich immer hügeliger, steriler und von Geröll
und Detritus bedeckt; schwarzer Schiefer ist vorherrschend. Tograk-tjapp ist ebenfalls eine
Schlucht mit ein wenig Wasser.
Durch die unklare, nebelige Luft treten jetzt endlich die Berge hervor, aber nur die
am meisten vorspringenden Partien. Über Kara-tasch-saj erreichen wir das dicht am Ge-
birgsfuße liegende Kapa.
Die Lage von Kapa ist sehr eigentümlich. Der einzige „raison d'être" des Dorfes ist
natürlich das Vorkommen von Gold; die Gegend ist nämlich absolut steril — überall nichts
anderes als Haufen von Schutt und Detritus, nicht einen Quadratmeter anbaufähiger Boden.
Feste Bewohner, die sich immer hier aufhalten, gibt es 90 „ujlik"; dazu kommen noch
gegen 100 Goldsucher mit oder ohne Familien, meist aus Tjertjen, aber auch aus Khotan und Nija. Diese halten sich hier einige Monate zwischen Aussaat und Ernte auf.
Nur drei Chinesen wohnen jetzt hier. Ein Bek ist Oberhaupt des Dorfes. Die Mauern
der Häuser sind aus Schieferplatten aufgeführt; die Zwischenräume sind mit Erde und
Lehm ausgefüllt. Die aus Pappelholz gemachten Dächer fallen nach zwei Seiten ab und
sind mit Strohteppichen bedeckt. Es gibt ein „namas-khane" (Gebethaus, kleine Moschee).
Ein mit Steinmauer geschützter Brunnen enthält klares Quellwasser zum Bedarf der Be-
wohner. Der Bazar hat größere Wichtigkeit als gewöhnlich, weil aller Proviant, Lebens-
mittel, Getreide, Vieh, Kleider &c. von den Oasen hierher transportiert werden mufs.
Es gibt 6 Kaufleute, wovon einer aus Kokan, der hier 9 Jahre gelebt hatte; sonst gilt
dasselbe, was über Tjertjen gesagt worden ist, nämlich, dafs die Kaufleute sich nur für
eine kürzere Zeit hier aufhalten. Das Dorf liegt an der östlichen Seite der Mündung des
Kapa-jilga, eines Thales, das sich hier öffnet. Dieser „jilga" teilt sich weiter oben, und der
westliche Zweig heißt Ottur-jilga, ein Name, der dritten Zweig voraussetzt. Wege
führen zu ihrem Quellgebiete nicht hinauf, das im sterilen, unpassierbaren Gebirge liegt.
Nur drei Wege gehen von Kapa aus, nämlich nach Tjertjen, Nija und Kerija, wozu noch
der Weg kommt über Atjan nach Arka-tag, welcher sich mit dem Wege aus Tjertjen ver-
einigt. Von Kapa aus gehen eigentlich zwei Wege nach Tjertjen; der eine, „ystyn-joll",
über Atjan, der andere, „astun-joll", über Att-lasch, welchen ich gewählt hatte.
Von den Goldsuchern, die sich jetzt in Kapa aufhielten, hatten mehrere die Goldfelder
von Arka-tag und Bokalik besucht. Die geographischen Namen an den dabei verwendeten
Wegen, die mir hier mitgeteilt wurden, möchten in diesem Zusammenhange erwähnt werden.
Der Weg von Tjertjen nach Arka-tag soll also über folgende Gegenden laufen: Kitjik, wo der Tjertjen-
darja gekreuzt wird. Munar-bulak, wo Hirten wohnen, Köbruk mit Hirten und wenig Ackerbau, Ak-su mit
spärlichen Weideplätzen, Ajag-musuk, Basch-musuk, Üllug-su mit Flufs und Weideplätzen; Kum-bujan, sterile
Gegend mit einigen Dünen, Gyn-körremä, mit einem Wasserfall, und endlich Arka-tag. Von Ak-su aus geht
ein anderer Weg über Mandalik, Att-tube und Üllug-su. Der Weg von Tjertjen nach Bokalik ist während
der ersten Tagemärsche derselbe wie der eben erwähnte. Kitjik, Munar-bulak, Köbruk, Ak-sagis, in derselben
Gegend wie Ak-su, Basch-malgun, Att-jang, Dimen-allik, Kosu-kakhta, Inek-akkan, Halu-ssj, Ghescha, Plaslik,
Ak-tjukka-ssj, Amban-aschkan-davan, Kok-kat, Kalla-tag, Tjullak-akkan, Kusch-üvasi, Jag-akkan, Bel-ssj und
Bokalik.
Über die in der nächsten Umgebung von Kapa liegenden Stellen möchte noch folgendes
nachgeholt werden. Tograk-tjapp wird so genannt, weil früher hier einige Pappeln ge-
wachsen sein sollen; „tjapp" oder „tjeppe" ist Ravine oder tiefe Furche im Boden; vom
Wasser auserodiert. In Kapa selbst gibt es jetzt nur zwei Weidenbäume in der Nähe
des Gebethauses. Wenig oberhalb unseres Weges sollen am Mitt-Flusse einige Hirten
wohnen, und dort gedeiht an einem Punkt Gerste; dasselbe gilt auch für Tokh-baj. Der
Name Kara-muran wird hier Kara-mürän ausgesprochen und ist gewiß mongolisch
= „schwarzer Flufs"; in seinem Bett soll Nephrit vorkommen, und von Zeit zu Zeit sucht
man hier das geschätzte Mineral. Wo der Flufs den Weg zwischen Kapa und Atjan kreuzt,
wird Gerste gebaut, und dort wohnen Hirten; wo er aber den Weg zwischen Tjertjen und
Nija schneidet, gibt es keine Menschen. In den oberen Teilen von Salkintje, Godatje und
Isängän finden wir auch ein wenig Ackerbau und Viehzucht.
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
.
.
.
|
.
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
84
.
.
.
.
|
.
.
.
.
94
.
.
.
.
|
.
.
.
.
104
.
.
.
.
|
.
.
.
.
114
.
.
.
.
|
.
.
.
.
124
.
.
.
.
|
.
.
.
.
134
.
.
.
.
|
.
.
.
.
144
.
.
.
.
|
.
.
.
.
154
.
.
.
.
|
.
.
.
.
164
.
.
.
.
|
.
.
.
.
174
.
.
.
.
|
.
.
.
.
184
.
.
.
.
|
.
.
192
193
194
195
196
.
.
|
.
.
.
.
204
.
.
.
.
|
.
.
.
.
214
.
.
.
.
|
.
.
.
.
224
.
.
.
.
|
.
.
.
.
234
.
.
.
.
|
.
.
.
.
244
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
274
.
.
.
.
|
.
.
.
.
284
.
.
.
.
|
.
.
.
.
294
.
.
.
.
|
.
.
.
.
304
.
.
.
.
|
.
.
.
.
314
.
.
.
.
|
.
.
.
.
324
.
.
.
.
|
.
.
.
.
334
.
.
.
.
|
.
.
.
.
344
.
.
.
.
|
.
.
.
.
354
.
.
.
.
|
.
.
.
.
364
.
.
.
.
|
.
.
.
.
374
.
.
.
.
|
.
.
.
.
384
.
.
.
.
|
.
.
.
.
394
.
.
.
.
|
.
.
.
.
404
.
.
.
.
|
.
.
.
.
415
.
.
.
.
|
428
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.