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0202 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 202 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000262
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breiten kann; in der Nähe wachsen einige Weidenbäume. Im oberen Teile des Thales soll
kein Weg vorhanden sein, nur Hirten begeben sich dort hinauf.
Für jeden neuen „tjapp" macht der Weg eine Kurve nach Süden, um dieselbe Höhe
beizubehalten, an der linken Seite geht er wieder
nach W oder WNW; auf den Protuberanzen
zwischen den „tjapps" macht also der Weg immer
einen Bogen nach Norden.
Eine gewöhnliche Erscheinung der Landschaft,
die oft an den Mündungen der bedeutenden Thäler
wieder vorkommt, ist die, dafs der Bach gerade beim
Austritt sich in zwei Arme teilt, die voneinander
sich entfernen, um zwischen sich ein Gebiet von
lockerer Erde mit guten „jejilaks" und etwaigen
Äckern zu lassen. Wahrscheinlich vereinigen sich diese Arme wieder weiter unten. Bei
Oj-jejilak führte der westliche Arm, wo das Dorf mit den Äckern liegt, Wasser, der
andere nicht. Das beistehende Bild gibt einen
generellen Begriff. Westlich von Oj-jejilak ist
das Terrain sehr ermüdend, der Boden ist näm-
lich von einer unendlichen Reihe von Schluchten
durchschnitten; in jeden Einschnitt mufs man
hinab und dann an der linken Seite wieder
hinauf. Die wichtigsten sind: Schetjellik-tjapp,
Tjärek-tjeppe, Dung-saj, der nur wenig tief ein-
geschnitten ist, und wo 2 Familien, die Gerste
bauen, in Erdhöhlen wohnen; im Bette gab es jetzt etwas Wasser; dann Ungur-tjapp und
Tjukkur-tjapp, welcher, wie der Name zeigt, im Boden tief auserodiert ist; auf den Er-
höhungen zwischen den „tjapps" ist die Steppenvegetation reichlich; Kytjunn, Kök-tjapp;
Tjapp-agil, dann der Tjiggelig, dessen Bett mit grauem Geröll gefüllt ist, erstreckt sich
nach Norden wie ein gewundenes, graues Band, das in der stauberfüllten Luft ver-
schwindet. Alle diese kleinen „tjapps" hören weit südlich vom unteren Weg auf, der
nur von den großen Betten gekreuzt wird; das Wasser geht in der zwischenliegenden
Sandwüste verloren. Tjadir ist eine bedeutende Thalöffnung mit einem in zwei Arme
geteilten Bach; an seinem oberen Laufe wohnten jetzt zwei Familien mit einem „ak-
sakkal", 700 Schafen und einigen Kühen; die Weideplätze sind gut; Weidenbäume kommen
hier vor. Wölfe richten oft großen Schaden an den Herden an und hatten gerade am vor-
hergehenden Tag einige Schafe geraubt; alle diese Hirten haben jedoch mehrere Hunde.
Kalek-agil hat auch einen Bach, der sich in zwei Arme teilt; die Gerstenfelder liegen am
westlichen Arme.
Arpa ist auch eine große Thalöffnung, wo jetzt 6 Familien mit gegen 1000 Schafen
wohnen. Im Winter wohnen sie eine kleine Tagereise unterhalb an demselben Arpa-
saj, dort haben sie aber keine Erdhöhlen oder höchstens sehr provisorische. Oberhalb
unseres Weges dagegen gibt es andere Höhlen und Weideplätze. Die Gerste soll gut ge-
deihen („arpa" = Gerste). Der Arpa-saj ist hier nur gegen 2 m tief eingeschnitten. Die
Wohnungen dieser „tagliks" sind sehr charakteristisch; sie sind einfach mit dem „ketmen"
aus den Löfsterrassen ausgehöhlt, und jede Höhle hat nur eine Thüröffnung. Das Innere
der Höhle ist hemisphärisch, hat also dieselbe Form wie die „kara-ujs" oder Zelte („jurte")
der Kirgisen und Mongolen, ungefähr dieselbe Größe und dasselbe Loch für den Rauch in
der Mitte des Daches. Die Innenseite des Daches ist deshalb ganz schwarz von Rauch
und Rufs. In kleinen Nischen an den Innen- und Außenwänden der Höhle haben sie ihre
Geräte und sonstigen Sachen.