National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Im Laufe des Tages hatte es stoßweise aus NW und NO geweht; die Hitze war
nicht drückend, was dem Regen zugeschrieben wurde, der vor 4 oder 5 Tagen in der
Gegend gefallen war.
Der Weg zwischen Kerija und Jas-julgun ist schon oben beschrieben worden. West-
lich von der letztgenannten Oase teilt sich der Weg, links geht man nach Jas-julgun, rechts
nach Owras, und dieser Bifurkationspunkt des Weges wird wie gewöhnlich Joll-ajrisch ge-
nannt. Der Boden ist steiniger „saj", wo wir bald das Bett des Jas-julgun-Baches kreuzen;
der Bach war jetzt in fünf Arme geteilt und führte kaum 2 cbm trüben Wassers. In der
Nähe des Baches wachsen Tamarisken, sonst führt die ganze Umgebung durch öde Gegend.
Am größten der Arme liegt der oben erwähnte, jetzt unbewohnte „lenger" Kakschallik.
Der steinige Boden wird endlich mit grobem Sand bedeckt, und hier läuft eine „sil"-Furche;
an einer ähnlichen, wenig östlicher gelegenen, liegt die armselige Oase Owras. Hier wohnt
nur eine Familie „lengertjis". Auf Befehl von Nias Hakim Bek wurde auf der Höhe des
Ufers eine Station aufgeführt; dieselbe ist aber jetzt verfallen und teilweise versandet.
Vor 6 Jahren wurde deshalb auf chinesischen Befehl das neue Stationshaus aufgeführt und
zwar am Fuße der Uferterrasse im „sil"-Bett, jedoch natürlich gegen das Hochwasser ge-
schützt. Hier ist ein „köll" (Reservoir) gegraben; Weiden, Pappeln und Maulbeerbäume
sind gepflanzt, die jedoch noch nicht weit gekommen sind. Die „lengertjis" erhalten alle
ihre Bedürfnisse aus Jas-julgun. Das „sil"-Bett führt nur nach Regen Wasser; das letzte
Mal war es vor 10 Tagen gekommen, als es hier unten 2 Tage regnete. Nach jedem
Gebirgsregen wird der „köll" gefüllt, aber hält Wasser nur für 2 Wochen oder höchstens
25 Tage. Den größten Teil des Jahres müssen also die „lengertjis" ihren Wasserbedarf
aus Jas-julgun holen. Der Bach von Owras stammt aus Sändjar, einem Dorf von 3 bis 4
Familien mit Ackerbau und „jejjlaus", in einer Tagereise Entfernung nach Süden gelegen.
Bis nach Sändjar breitet sich Wüste aus.
Auf der Strecke von Owras nach Nija gibt es gar keine Oasen. Es ist Wüste, die
nur folgende Abwechselungen darbietet: ein paar Stellen reiten wir über ebenen, harten,
groben Sand; dann treten von W nach O ausgezogene Dünen auf, welche die äußersten
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