National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Arm des Flusses, der sein Bett ein paar Meter tief im Boden eingeschnitten hat, jetzt aber
wasserlos war. Nach einer kurzen Strecke harten, öden „saj"-Bodens haben wir noch zwei
kleine Arme des Flusses, die ein wenig Wasser nach dem südöstlichen Teil der Oase führten,
welcher Kalmak-kuduk genannt wird, und welchen wir linker Hand lassen. Gerade gegen-
über, an der rechten Seite des Weges, liegt ein kleiner Garten, Tusluk-kum genannt. Der
Boden besteht jetzt aus dem gewöhnlichen harten „saj", mit grobem Sand und lichtem
Schutt. Hier und da erheben sich tafelförmige oder gewölbte Konglomerathügel, alles voll-
kommen steril. Diese Hügel erstrecken sich wie niedrige Grate nach N, wo sie im Nebel
verschwinden; sonst steigt der Boden gleichmäßig und langsam nach S. Drei niedrige
Betten durchschneiden unseren Pfad; das mittlere, Talkanlik, ist 20 m breit und ein paar
Meter tief; das östliche heißt Talkanlik-jakka-akin, d. h. „der äußerste Arm von Talkanlik".
Wir finden also, dafs der Bach aus Talkanlik sich deltaförmig auf dem flachen Schuttkegel
des „sajs" in Arme teilt. Sehr selten treten nun vereinzelte Steppenpflanzen auf, der
Schutt wird allmählich allgemeiner. An einem Punkte des Pfades, wo kleine Steinhaufen
aufgeführt sind, ist ein „joll-arisch", wo Reisende, die aus Kapa kommen und den direkten
Weg nach Kerija vorziehen, sich gerade nach W begeben, ohne Nija zu berühren. Bei
Tjitjegan-su ist ein „lenger" aus Stein aufgeführt; jetzt war der Gasthof ganz unbewohnt,
so dafs wir Futter für die Tiere aus Nija mitnehmen mußten. Das Bett hat sich etwa
8 m tief in Konglomeratablageningen eingearbeitet und führte jetzt ein paar Kubikmeter
herrliches, halbklares Wasser (16,4° um 6 Uhr nachmittags). Die Ufer wie die ganze
Gegend sind sehr öde.
Der Weg, welchen wir von Kara-saj nach Sourgak eingeschlagen hatten, läuft etwa
2 „potaj" südlich des „lengera" von Tjitjegan. Der Tjitjegan-su setzt sich nach einem
kleinen Dorf, Sallgusek, fort, welches gerade nördlich vom „lenger" und in derselben Ent-
fernung liegt wie Nija; es liegt also weit südlich vom unteren Wege von Nija nach Tjertjen.
Nur im warmen Halbjahr soll das Dorf bewohnt sein, und 5 oder 6 Familien sind dort
mit Ackerbau beschäftigt; das Wasser des Tjitjegan-su wird dabei in Anspruch genommen;
was übrig bleibt, verschwindet im Sand und erreicht überhaupt den unteren Weg nicht,
auch nicht den See von Baliklik, der weiter unten und östlicher liegt. Die Wassermenge
des Tjitjegan war schon jetzt unbedeutend; nach sonnigen Tagen steigt sie, und nur nach
heftigem Regen wird sie so mächtig, dafs der Bach an einem oder höchstens zwei Tagen
nicht gekreuzt werden kann. In dieser Gegend unterscheidet man drei in verschiedenen
Höhenstufen liegende Wege: „ystyn-joll", der Weg zwischen Kara-saj und Sourgak, „altun-
joll", der Weg über Tjitjegan-lenger, und „tjong-joll", der Weg von Nija nach Tjertjen.
Die Witterung war im Laufe des Tages (18. Juli) sehr veränderlich gewesen, was
wohl hauptsächlich dem bedeutenden Höhenunterschiede zwischen Nija und Tjitjegan zu-
geschrieben werden mufs, indem wahrscheinlich verschiedene Windrichtungen auf ver-
schiedenen Höhenstufen vorherrschen; um 6 Uhr morgens bewölkt, eine Stunde später
klar (beides in Nija), dann auf dem Wege nach Tjitjegan: um 11 Uhr dreiviertel bewölkter
Himmel, mit Donner und Nordostwind; um 1 Uhr fast klar und schwacher Nordwind; um
3 Uhr WNW recht frisch und bewölkter Himmel; um 3½ Uhr starker Südwind; um 4 Uhr
SSO kräftig, der jedoch bald aufhört, um von einem kurzen Regen mit großen Tropfen
gefolgt zu werden; abends wieder klar und ruhig.
In Nija erhielt ich über Baliklik und seine nächste Umgebung folgende Mitteilungen:
Von Nija nach Baliklik rechnet man 9 „potaj" und von dort nach Jar-tongus noch 8 „potaj".
Der Wüstenweg nach Tjertjen wurde zu dieser Jahreszeit als nicht für den Verkehr geeignet
angesehen, und zwar wegen der Bremsen, die die Pferde auf eine harte Probe stellen, wegen
der Mücken und des salzigen Wassers der Brunnen. Bei Baliklik befindet sich ein See oder
Sumpf, 3 „potaj" lang, wie der Name zeigt, Fische enthaltend, welche von den hier woh-
nenden Hirten gefangen und verspeist werden. Der See soll ausschließlich von Quellen
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