National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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haben. Die Getreideproduktion war damals groß, und Kaufleute aus anderen Gegenden
begaben sich hierher, um Getreide zu kaufen. Jetzt säet man hauptsächlich Weizen und
Mais; zum Reis genügt die vorhandene Wassermenge nicht. Der Ackerbau wird aber sehr
unregelmäßig betrieben; in Jahren, in denen die Wasserzufuhr zu klein ist, macht man
überhaupt keine Aussaat. Das Irrigationswasser kommt aus dem Ges-darja, wird auch über
Tasgun und dessen „kischlaks", weiter östlich über die Dörfer Khan-arik und Atjik geleitet;
nur das Wasser, welches von diesen Dörfern nicht in Anspruch genommen wird, erreicht
Terem und Mogal. Dieser große Bewässerungskanal wird Khan-arik genannt. Bei meinem
Besuche waren während 90 Tagen die Kanäle, soweit dies überhaupt das Eis gestattet,
offen gewesen; am 20. März sollten sie aber wieder geschlossen werden, worauf diese, die
äußersten Dörfer, während der nächsten vier Monate keinen Tropfen Wasser bekommen,
so daß die Einwohner dann auf Brunnen angewiesen sind. Später erhalten sie wieder
34 Tage Wasser. Die „mir-aba" oder Wasserchefs überwachen genau, daß die Bewässerungs-
gesetze pünktlich befolgt werden. Während der Zeit, in welcher die „ariken" Wasser
führen, sind Regen sehr gefürchtet; das Wasser wird nämlich dadurch salzig, sonst bleibt
es vollkommen süfs.
Regen fällt in geringer Menge zu Anfang und Ende des Sommers. Die Winterkälte
ist streng, die Schneemenge gering. Der Wind soll teils NW, teils O sein. Im Frühling
sind Sandburane allgemein; sie sind gefürchtet, weil durch diese Stürme die Wege ganz
und gar verschüttet werden. Von Terem gehen mehrere Wege aus; der eben beschriebene
wird „tjong-joll" oder „dolon-joll" genannt. Der gewöhnliche Weg nach Maral-baschi
führt über Mogal und Mejnet. Die Landschaft hat auf dieser Strecke dasselbe Aussehen
wie die zwischen Lajlik und Terem; es ist also „tjöll" oder Wüste (ohne Sand), in der
nur 1 „potaj" von Mogal, das Dorf Awwat passiert wird. Ein anderer Weg geht nach
dem großen Bazar-kischlak Jupoga, wo er sich gabelt; der eine Arm geht nach Fais-abad,
der andere nach Khan-arik. Nach SO geht ein Weg nach Ischitgo (auch Esitgo ausge-
sprochen) am Jarkent-darja, nach W Wege nach Atjik und Ordan-Padschah. Nach NO
führt ein Weg über Kara-kirtjin nach Maral-baschi. Er passiert die Gegend Schamal-köll
und etwa 10 „potaj" NO von Mogal ein großes, altes, trockenes Flußbett, mit „kisil-topa"
(roter Erde) und „köttek" gefüllt. Die Einwohner behaupteten, dafs hier in alten Zeiten
der Kisil-su strömte; das Bett wird Semap-darja (Quecksilber-Flufs) genannt. Auf der
Strecke nach Semap-darja kommt nur „ala-kum" vor, nördlich derselben aber „sor-kum".
Dieser Teil der Wüste wird Kisil-kum genannt. Am Wege befinden sich ein paar Brunnen
und Hütten, in denen man während der Stürme rasten kann. Die Namen Tarim und Takla-
makan wurden hier nicht gebraucht. Über die Verbreitung des Sandes in dieser Gegend
wurde mir folgendes mitgeteilt: Zwischen dem Kanal Khan-arik und dem Kisil-su sei
nur sehr wenig Sand vorhanden, östlich von Ordan-Padschah ist der Sand sporadisch,
jedoch, wie wir später fanden, reichlicher auf dem Wege von Terem nach Terek-lenger als
von Terem nach Lajlik. Die größten Sandmassen dieses Teiles der Wüste befinden sich
westlich von Ordan-Padschah, welches jedoch selbst von allen Seiten von Flugsand um-
geben ist.
Am 10. März ritten wir weiter nach WSW durch die weiten Gärten und Äcker des
Dorfes und über eine Reihe Kanäle, von denen mehrere jetzt Wasser führten. Rechter
Hand breitete sich ein Sumpf aus, sonst war der Boden Steppe. Wenig westlich von Terem
kreuzten wir zwei alte Flußbetten, 80 bis 100 m breit und noch außerordentlich deutlich
im Boden eingegraben; sie waren hier hauptsächlich nach N gerichtet und können wohl
nichts anderes als eine ältere Lage des Jarkent-darja darstellen. In einem dritten, kleinen
Bette stand Wasser, welches von den „ariken" aus Jangi-hissar herrühren sollte. In einer
Gegend, Tokkus-tybb genannt, wurden vier Mühlen von einem Arik-Ausläufer aus Jangi-
hissar in Bewegung gesetzt. Das etwas salzhaltige Wasser hatte diese Gegend erst vor
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