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0246 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 246 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000262
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der Richtung nach O allmählich abnimmt, in „ala-kum" übergeht und endlich auf einem
breiten Gürtel westlich des Jarkent-darja fast ganz fehlt. Vielleicht hängt dieses Verhältnis
mit der Wanderung des Flusses nach O zusammen. Auf der Strecke von Kisil-dji-khanem
nach Atjik kommt freilich sehr wenig Sand vor, nur an einigen Stellen haben sich kleine
Dünen gebildet. Im nordwestlichen Teil des Dreiecks, wo die großen „ariken" passieren,
ist auch der Sand unbedeutend oder fehlt ganz; nördlich vom Khan-arik kommt wenig
Sand vor. Die Wasserzüge werden von N nach S immer kleiner: der Kisil-su strömt bis
jenseits Maral-baschi und ist der einzige, der sich mit dem Jarkent-darja vereinigt; der
Khan-arik geht nach Terem-Mogal und dem 1 „potaj" östlich davon gelegenen Avvat
(Abad); die nördlichen „ariken" aus Jangi-hissar gelangen zum Baj-khan-köll und Tokkus-
tybb, der südlichste nach dem See von Kisil-dji-khanem, welcher keinen östlichen Abfluß
hat. Die kleinen „ariken", welche noch südlicher nach O strömen, werden vom hohen
Sand westlich von Ordan-Padschah verschlungen.
12. März. Von Atjik führt ein Weg nach OSO nach Terem-Mogal. Etwa 5 km
reiten wir noch durch das ausgedehnte Gebiet des Dorfes, wo die Häuser in kleinen Gruppen
zerstreut liegen, von ihren Gärten und Äckern umgeben. Linker Hand zweigt ein Neben-
weg ab nach Jupoga. Unser Weg kreuzt den Khan-arik zweimal, führt sonst über lichte
Steppe, wo nur sehr wenig rudimentäre Dünen sich gebildet haben. An einigen Stellen
stehen Tümpel, die durch die „ariken" entstanden sind. Dann passieren wir wieder ein
altes, gegen NO gerichtetes Flußbett, die Fortsetzung eines derjenigen, die wir auf dem
südlichen Wege gekreuzt hatten. Es ist dies gewiß eine ältere Lage des Jarkent-darja.
Der Fluß hatte sich also auch in alten Zeiten wie noch heutzutage stellenweise auf dem
ebenen Boden in mehrere Arme geteilt. Um das Dorf Kötteklik standen jetzt alle Äcker
unter Wasser. Dann erreichen wir die westlichsten Gärten und Äcker von Terem und
reiten etwa 10 km durch das Gebiet des Dorfes, bevor wir zum Hause des Beks gelangen.
Die Tagesreise hatte im großen und ganzen durch eine Landschaft geführt, in welcher Steppe
mit Sümpfen und feuchtem Boden abwechselt. Sonst besteht der Boden aus feinem, lockerem
Staub, der eben von einem heftigen WNW-Buran in dichten Wolken aufgewirbelt wurde.
In der Einöde sahen wir an mehreren Stellen schachbrettähnliche Quadrate, die letzten
Reste von alten Äckern. Wo die Vegetation zonenweise reichlicher ist, hielten sich Hirten
mit ihren Schaf- und Ziegenherden und Hunden auf. Nachts wurden die Tiere in Hürden
aus Kamisch und Zweigen getrieben, um gegen die Wölfe geschützt zu sein. Als die
wichtigsten Dörfer, die durch den Khan-arik ihren Wasserbedarf bekommen, wurden mir
folgende erwähnt: Tasch-malik, Paratj, Kone-sak, Upal, Däso, Kipp-singer, Tasgun, Bore-
kitaj, Khan-arik, Jupoga, Terem, Mogal und Avvat.
13. März. Von Terem kehrten wir in SO-Richtung nach dem Jarkent-darja, und
zwar zum Dorf Terek-lenger, zurück. Dieser Weg, von Terek-lenger über Terem und Khan-
arik nach Kaschgar, wird nicht selten benutzt. Bojuluk-lenger geht ein direkter Weg nach
Lajlik, südlich von dem gelegen, welchen wir benutzt hatten. Unser Weg führt größten-
teils über ebenen, harten Steppenboden von feinem gelben Staub. Südöstlich von Terem
ist der Boden sehr feucht und sumpfig, dann treten vereinzelt kleine Dünen auf, und die
letzte Hälfte des Weges geht durch „ala-kum". Terek-lenger ist ein Gasthaus mit ein
paar Höfen. Einige alte Flußbetten verliefen hier — vielleicht nur für eine kurze Strecke —
mit dem Wege parallel. Auf der letzten Strecke fällt der Boden sichtbar, und zwar in
sehr niedrigen Stufen, nach O; man bekommt den Eindruck, dafs diese sehr deutlichen Stufen
verschiedene Lagen des linken Ufers des Jarkent-darja darstellen. Terek-lenger soll ein
altes „kischlak" sein und besteht jetzt aus 20 Höfen. Wenig südwestlich davon liegt
Ischitgo auf dem Wege nach Jarkent, welcher eine Reihe von Dörfern passiert. Der Weg
nach Merket am rechten Ufer kreuzt den Fluß bei Tjakmak-köll, wo eine große Fähre
sich befindet. Terek-lenger gegenüber liegt am rechten Ufer Kuni-sellak. Ein direkter Weg