National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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stehen, als die Betten, die wir westlich vom Flusse gesehen hatten, ist zweifellos; die
westlichen sind nähmlich längst verlassen und zeigen eine ältere Lage des Flusses, während
die östlichen neue Arme sind, welche der Fluß in seinem Bestreben, sich nach Osten zu
verschieben, ausgefurcht hat. Augenblicklich werden sie nur während des höchsten Standes
des Jarkent-darja vom Wasser erreicht, aber mit der Zeit werden sie tiefer ausgefurcht,
um allmählich die Hauptmasse des Wassers aufzunehmen, wie wir bei dem alten Bett
zwischen Aksak-maral und Maral-baschi ein ähnliches Beispiel gesehen hatten. Allmählich
treten wieder Pappeln auf, die gegen Norden immer zahlreicher werden. Die Dünen er-
strecken sich nach N 15° O oft in sehr langen Reihen mit 50—60 m breiten Thälern
zwischen sich; der höchste Kamm war 9,5 m hoch, die steilen Abhänge sind nach W ge-
richtet. Wo die Pappeln dicht stehen, sind gewöhnlich die Dünen unregelmäßig ent-
wickelt, so war z. B. bei Lager VII der westliche Abhang 17°, der östliche 22° und der
Kamm flach kuppelförmig.
Am 18. April verirrten wir uns in recht dichtem Pappelwald, in welchen sich die
Dünenausläufer allmählich verloren. Dann erreichten wir einen langen, schmalen Sumpf,
der sich von Süden nach Norden erstreckte und nur einige Kilometer breit war; wir
folgten dem östlichen Ufer, das eine sehr unregelmäßige Kontur hatte, mit kleinen Dünen-
und Kamischinseln und Landzungen mit Pappeln bewachsen. Auch rechter Hand ließen
wir einige Sümpfe. Endlich gehen diese in einen wirklichen See über, der sich ebenfalls
nach Norden erstreckt, an beiden Seiten von Sanddünen und dichtem, altem Wald um-
geben ist und herrliches blaues, reines Wasser hat. Soweit man dies wegen Inseln und
Pappeln beobachten konnte, war er nicht breiter als 300 bis 400 m, wurde aber nach
N immer schmäler, 80 und 40 m, um endlich ganz zu verschwinden. Vielleicht war dies
aber nur ein östlicher Busen eines größeren Sees. Es ist jedenfalls ein Ufersee des
Jarkent-darja, der durch Überschwemmungsarme des Flusses im Hochsommer gefüllt wird.
Im Winter gefriert er, um dann im Laufe des Frühlings immer kleiner zu werden; ganz
deutliche Uferlinien zeigten, dafs das Wasser im Sommer etwa ½ m höher steht. An den
Ufern war stellenweise der Kamisch außerordentlich dicht und hoch. Diese Gegend wird
zuweilen von den Dolonen von Maral-baschi und Maral-alldi aufgesucht; wir sahen sogar
einen deutlichen Weg und Spuren von Pferden, Männern und Lagerfeuern; sie holen hier
Brennholz und Kamisch und betreiben vielleicht auch Fischfang; später sahen wir auch
die Spuren eines „arabas". Nachdem wir den See verlassen hatten, nahmen wir östlichere
Richtung, teils über Gras- und Kamischsteppen, teils durch Gürtel von sehr dichtem Wald;
noch ein nach ONO gerichtetes, jetzt ganz trockenes Flußbett wurde gekreuzt. Auf einer
5 m hohen isolierten Düne wurde gelagert.
19. April. Im Osten erhob sich eine Gebirgsgruppe, und im N sahen wir jetzt wieder
in der Ferne den Masar-tag bei Masar-alldi. Zwischen beiden Bergen breitet sich eine
weite Ebene aus, in der am südlichen Fuße des nördlicheren Berges der für uns nicht
sichtbare Jarkent-darja vorbeifließt. Wir steuerten jetzt gegen Osten nach dem kleinen
Berg über eine hin und wieder etwas gewellte Steppe, reich an Sümpfen, die wir oft
umgehen mußten, trockene oder feuchte Rinnen, Kamisch und Gebüsch; nur wenige Sand-
dünen, N—S orientiert, hatten sich gebildet. Junge Pappeln wachsen sporadisch. Rechts
lassen wir einen Sumpf, und jenseits desselben sendet der Berg einen Ausläufer nach S
aus; an den gegen N und NO gerichteten Abhängen dieses Berges liegen in den Erosions-
furchen Sandanhäufungen, die bisweilen bis in die Nähe des Kammes hinaufreichen.
Dann gelangten wir an einen nördlich vom Berge gelegenen kleinen See mit klarem,
süßem Wasser, in welchen von N ein jetzt stillstehender Wasserarm einmündet, der ge-
wiß im Sommer den See aus dem Jarkent-darja mit Wasser versieht. Am Westufer
kommen Sanddünen und Pappeln vor. Wir folgten dem Südufer, indem wir den See und
nördlich davon noch einen ganz kleinen Berg links ließen; rechter Hand hatten wir in
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