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0268 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 268 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000262
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stein in 49° O 120° S, eine Lage, die jedoch bald in 27° W 340° N übergeht. Sum-
taschning-jilga ist ein Querthal mit bedeutendem, jetzt wasserärmerem Bach; der „aul" Sum-
tasch liegt am Fuße eines „tumschuk". Hier wohnen nur Töjmat-ogli-Bustuk-Kirgisen;
im Winter sollen zahlreiche Kirgisen aus den Gebirgen sich hierher mit ihren Herden
begeben. Die hiesigen Kirgisen scheinen recht wohlhabend zu sein; es gibt deren, die bis
2000 Schafe, 100 Kamele und 100 Pferde besitzen; solche werden als „baj" angesehen.
Die Gegend ist reich an Begräbnisplätzen; diese machen sich hier mehr als sonst in
der Landschaft geltend, weil sie so oft mit „gumbes" oder kuppelförmigen Grabmonumenten
aus Lehm geschmückt sind. Hier soll sich die Schneemenge auf etwa 1 Fuß Maximalhöhe
belaufen. Im Sommer sind Burane allgemein und vorherrschend westlich. Der meiste
Regen fällt im Spätsommer und Herbst; bisweilen ist die Regenmenge sehr klein, was
für die Weideplätze verhängnisvoll ist.
Am 15. Juni überschritten wir die Gebirgskette, welche im Süden das Tauschkan-Thal
begrenzt, und verließen also jetzt das Thal des Flusses rechter Hand. In der Nähe des
Querthales Tujugan-jilga steht dasselbe oben erwähnte schieferige Kalkspatg-stein mit Fall
31° nach O 150° S und dann der gelbliche, dichte krystallinische Kalkstein, wie in Akhur-
tag, und zwar 34° nach W 340° N einfallend. Linker Hand öffnen sich die Querthäler Ak-
korum, Tarilga mit dem Weg nach Kalpin, und Unkur-jilga; darauf folgen rechts Bos-jilga
und Kök-kakk und links Kojan-kola und Jille-su mit Weideplätzen. Hier steht dunkler Kalk-
stein nach 8° W 310° N einfallend. Der höchste Paß dieser Kette wird Gulltja-dawan genannt,
und hier steht ein dichter, rotvioletter, kalkfreier Thonschiefer mit Fall 53° nach O 150° S.
An der Nordseite derselben wachsen Tannen und Wachholder („kara-gaj" und „artja"). Der
Pafs ist sehr bequem, oben flach abgerundet und mit Verwitterungsprodukten bestreut¹).
Auf der ganzen Strecke bis zum Pafs gab es jetzt gar kein Wasser; aber auf der Südseite
des Gulltje-dawan fing es an heftig zu regnen, was bis zum späten Abend anhielt.
Das Gelände fällt jetzt langsam zum Thal Arpa-tjutjck, oben, flach und ausgedehnt,
ohne Wasser und mit spärlichen Weiden. Jedoch lagen hier mehrere Kirgisenniederlassungen
mit Schafen und Kamelen. Auch hier geht ein Weg links nach Kalpin ab. Südlich des
Passes stand wieder krystallinischer Kalkstein (Fall 19° nach O 130° S). Dann steigt das Ge-
lände wieder langsam zu einem zweiten niedrigen Pafs Korgak-köllning-bele, wo der Kalk-
stein 31° nach N 50° O fällt. Wenig unterhalb des Passes findet sich eine flache Depression
im Thonboden, Korgak-köll genannt; der kleine See war jetzt ganz trocken; nach heftigem
Regen sammelt sich jedoch hier Wasser, das im besten Falle einen Monat stehen bleibt.
Da augenblicklich das Becken trocken war, war offenbar der jetzige Regen der erste in
dieser Jahreszeit. Die umgebenden Berge heißen Sirt. Rechts führt ein Weg nach Ak-tji;
Kara-köll ist ein „jilga"; Laj-su ist eine Quelle mit wenig, aber gutem Wasser und von
Weiden umgeben. In einer 2 m tiefen und 2 m breiten Schlucht mit etwas Wasser lagerten
wir; die Stelle heißt Kisil-eschme.
16. Juni. Wenig jenseits des Lagers stand roter, feinkörniger Sandstein mit Fall 5°
nach N 50° O. Auf dem Wege nach Keklik wurde dann folgendes Einfallen abgelesen: 2° nach
S 220° W, 13° nach N 20° O und 27° nach N 25° O. Der breite Thalboden sinkt langsam;
an einem Querthal liegt der „aul" Keklik, aus 8 Familien (Zeiten) Bakkte-Kirgisen bestehend.
In dieser Gegend soll es im allgemeinen viel regnen, in diesem Jahr aber weniger als sonst.
Der Regen kommt meistens mit W-Wind; dagegen schneit es wenig; der Winter ist sehr
kalt. Die Kirgisen waren vor 10 Tagen angelangt und wollten sich bald nach Laj-su be-
geben, wo sie nach dem letzten Regen Wasser zu finden hofften. Im Winter begeben sie sich
in niedrigere Gegenden. Unterhalb des „auls" heißt die Gegend Keklik-tjöll. Es regnete