National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Sandgürtel) von etwa 2 Tagereisen Breite zwischen dem Flufs und dem eigentlichen hohen
Sand. Südlich der Masar-alldi-Gegend breiteten sich sogar ausgedehnte Sümpfe und Uferseen,
Wälder, Steppen und eine kleine Gebirgsgruppe aus. Wie es sich auf der Strecke von hier
aus bis nach Sil verhält, ist mir unbekannt; die Sandwüste kommt hier wahrscheinlich dem
Flufs viel näher, denn auch bei Sil kreuzten wir in dem schmalen Winkel zwischen dem
Jarkent-darja und dem Khotan-darja einen keilförmigen Ausläufer der Sandwüste.
Die Gegend zwischen Jarkent und Kargalik ist die am reichsten kultivierte und be-
wohnte im ganzen Ostturkestan, und die Bewässerung ist hier auch ungewöhnlich reichlich.
Östlich von diesem Vegetationsgürtel rückt auch die Sandwüste weit zurück; noch bei
Kosch-lenger rechnet man in NNO-Richtung anderthalb Tagereisen zu den ersten Sand-
dünen. Von Kosch-lenger nach Tjullak-lenger hatten wir freilich Wüste, aber keine
Dünen; die nächsten sind etwa 5 km nordöstlich entfernt. Am Rande der eigentlichen
Sandwüste kommt gewöhnlich ein Streifen von Wald vor. Von Tjullak-lenger sind die
ersten Dünen 7 km nördlich entfernt. Von Tjullak-lenger nach Guma sind keine Sand-
dünen sichtbar, und unterhalb der kleinen Stadt weichen dieselben wieder recht weit zurück,
und zwar wegen der hier ziemlich reichlichen Bewässerung. Zwischen Mok-ujle und Tjidar
kreuzt der Weg einen nach SW gerichteten Ausläufer der eigentlichen Sandwüste, wo
aber die Dünen nicht mehr als 2 m Höhe erreichen. Bei Mudji stehen die nächsten Dünen
in etwa 3 bis 4 km Entfernung; auf dem Abschnitt nach Sanguja haben wir die Wüste
10 km nördlich. Zwischen Sanguja und Pialma führt der größte Teil des Weges durch
niedrige Sanddünen, sonst durch harte Wüste oder Steppe. Von Pialma aus ist kein Sand
sichtbar; die Behauptung der Bewohner, dafs der große Sand 3 Tagereisen entfernt sein
soll, ist wohl übertrieben, wenn sie nicht damit die hohen, absolut sterilen Sanddünen, wie
wir sie im Inneren der Takla-makan-Wüste gefunden hatten, meinen. Der Weg nach Ak-
lenger kreuzt wieder kleine Ausläufer und sporadische Gürtel der Sandwüste; von Ak-lenger
selbst ist aber diese 8 bis 9 km entfernt. Das Heiligengrab Iman-Khakir liegt an der
schmalsten Stelle eines halbinselförmigen Wüstenausläufers mit beträchtlichen, meistens
sterilen Dünen.
Bei Kara-kasch und Khotan rückt die Südgrenze der Sandwüste wieder nach Norden
zurück. Das Gebiet zwischen dem Kara-kasch-darja und dem Jurun-kasch-darja ist jedoch
meistenteils von mehr oder weniger sterilen Sanddünen gefüllt. Unterhalb Jangi-arik
standen sie nahe an beiden Ufern des Jurun-kasch, nur die Irrigationskanäle von Tawek-
kel rufen eine Unterbrechung hervor. Am unteren Jurun-kasch fanden wir die Sanddünen
eine Tagereise nach Osten durch Vegetation gebunden, und auf der ganzen Strecke zwischen
dem Khotan- und Kerija-darja kommen sporadische Tamarisken vor. Am Laufe der beiden
letztgenannten Flüsse fanden wir an jedem Ufer einen schmalen Gürtel von Pappelwald;
dieser ist oft durch die Sandwüste sehr scharf begrenzt, sonst geht er allmählich in dieselbe
über. Noch ziemlich weit von den Flüssen entfernen sich die äußersten Tamarisken, die
wir westlich von Buksem fanden. Aber wir fanden auch, dafs die hohen, absolut sterilen
Sanddünen hin und wieder bis zum Flufs reichen, z. B. Ak-kum bis zum Khotan-darja und
Jugan-kum bis zum Kerija-darja. In der nördlichen Fortsetzung des Kerija-darja erreichten
die Dünen bis 40 m Höhe, aber Pappeln und Tamarisken kamen dort fast die ganze Strecke
bis nach dem Tarim vor; sie verdanken ihr Dasein offenbar dem Grundwasser des Flusses;
wahrscheinlich ist die Wüste östlich und westlich von unserer Route ebenso steril wie die
eigentliche Takla-makan-Wüste.
Auf der Strecke Khotan-Tjira-Kerija rückt die Grenze der Wüste weit nach Norden
zurück, denn eben auf diesem Abschnitt ist die Bewässerung besonders reichlich, und erst
zwischen Oj-tograk und Jas-julgun passieren wir wieder einen Ausläufer der Wüste; auch
südlich der letztgenannten Oasen kam ein niedriger Sandgürtel vor, und zwischen Owras und
Nija breiten sich ebenfalls Dünen aus; Nija selbst liegt nicht weit südlich vom Sandmeere,
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