National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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gürtel des rechten Flußufers schmiegt und der im Süden allmählich in den „saj" am
Nordfufs des Astun-tag übergeht. Im Osten reicht dieser Gürtel bis in die Nähe des
Tjertjen-Deltas. Auch nördlich des Weges von Tjarkhlik nach Wasch-schahri fanden wir
einen Waldgürtel.
Über die Begrenzung des ebenfalls SW-NO streichenden Wüstengürtels im Süden des
Nija-Tjertjen-Weges kann folgendes gesagt werden. Derselbe keilt sich im Osten, in der
Nähe des Tjertjen-darja, allmählich aus und wird von dem Tjertjen-Kapa-Weg an einer
ziemlich schmalen Stelle gekreuzt. Die Südgrenze dieses Gürtels scheint sehr unregelmäfsig
zu laufen. Nur selten geht der Gebirgsweg von Kapa nach Sourgak durch Ausläufer des-
selben; doch finden wir in Kirk-saj am linken, westlichen Ufer jedes „tjapps" einen
schmalen Streifen von Sand, der wohl im Norden mit der Hauptmasse des Gürtels zu-
sammenhängt. Die Südgrenze ähnelt also einer Säge mit langen, spitzen, gegen Süden
gerichteten Zähnen; am linken Ufer des Möldja war dieser Streifen mächtiger als sonst;
einige Namen am oberen Wege erinnern auch an das Vorkommen von Sand, z. B. Kumluk-
saj. Sonst fanden wir hier drei verschiedene Gürtel: am Weg Steppe, dann nördlich davon
sterilen „saj" und endlich den Sandgürtel, der sich, wie erwähnt, bis zum unteren Weg
erstreckt. Von Sourgak nach Jus-julgun kreuzen wir meistenteils den „saj", nur südlich
der Oase fanden wir einen Sandgürtel, in dem jedoch keine nennenswerte Dünenbildung
vorkam.
In dem Dreieck zwischen Khotan, Kerija und Pulur gibt es ebenfalls ein kleines
Sandgebiet; wenig westlich von Tjira scheint dasselbe mit der grofsen Wüste zusammen-
zuhängen, obgleich hier, wo der grofse Weg kreuzt, die Dünen klein und sporadisch sind.
Der Weg von Khotan nach Pulur kreuzt meist „saj", dann Steppe, aber keinen Sand; der
Weg von Pulur nach Kerija kreuzt dagegen einige wenig bedeutende östliche Ausläufer
dieser kleinen Wüste.
Obgleich wir nicht viel über die nördliche Begrenzung der östlichen Takla-makan-
Wüste wissen, können wir doch aus dem vorhandenen Material einige Schlüsse ziehen.
In der Gegend, wo ich diesen Teil der Wüste durchquerte, fanden wir also, dafs der Sand
sich bis in die unmittelbare Nähe des Waldes erstreckt; bis 6 m hohe Dünen stehen hier
noch zwischen den Bäumen. Zwischen dem Atjik-darja und Tarim kommen jedoch nur rudi-
mentäre Dünen vor. Weiter östlich erstreckt sich die Wüste Kettek-schahri-kum bis zum
rechten Ufer des Tarim-Flusses. Westlich von Tjeggelik-uj beginnen die Sanddünen in
weniger als 1 km Entfernung.
Die westliche Grenze der Lop-Wüste preist, wie wir gefunden haben, mit Gewalt
gegen das ganze Seengebiet des nördlichen Lop-nor, wo die Dünen überall steil ins Wasser
abfallen; am oberen und unteren Ilek war das Verhältnis ein ähnliches; zwischen dem Ju-
jing-pen und dem Kontje-darja hatten wir den keilförmigen nordwestlichen Teil dieser
Wüste zu kreuzen. Die Sandwüste scheint nicht besonders weit vom Südfufs des Kurruk-
tag anzufangen; dafür spricht schon der Name Kum-darja; dieses Bett ist nach Koslow
teilweise im Sand begraben.
Von Abdal aus sieht man im Norden die nächsten Sanddünen; eine genaue Südgrenze
der Lop-Wüste können wir aber nicht ziehen, da diese Gegend noch nicht von Europäern
besucht worden ist.
Die Wüste zwischen dem Kutjar-Korla-Weg und dem Tarimsystem kreuzte ich auf der
Reise von Ang-tjekke am Intjikke-darja nach Jantak-tjikke am Kontje-darja. In diesem
Teil ist aber die Wüste von Steppen, Thonboden, Tamarisken, alten und neuen Flußbetten
unterbrochen. Gegen Westen keilt sich die Wüste aus, soll sich aber bis in die Gegend
südlich von Kutjar erstrecken. Die Existenz der beiden auf unseren Karten eingelegten
grofsen Seen, Baba-kul und Sarik-kamisch, halte ich für sehr problematisch. Dafs Sümpfe
in dieser Gegend vorkommen, wissen wir, aber wahrscheinlich sind sie viel kleiner und
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