National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Die Gattung Cytheridea hat eine Menge marine Formen, nur eine in Süfswasser (C. lacustris). C. torosa
ist eine typische Brackwasserform, kommt also an den Küsten von England, Holland und des Mittelländischen
Meeres vor, im Asowschen Meere und in der Ostsee. Brady behauptet, dafs sie in England auch im Süfs-
wasser vorkommt, aber in Schweden ist sie nach einer Nachricht von Prof. Lilljeborg niemals im Süfswasser
gefunden worden.
Die eine von den in der ersten Probe vorkommenden Formen ist also ein Süfswassertyp, der zeitweilig
auch ins Brackwasser hinausgeht, die andere dagegen eine Brackwasserform, deren Auftreten in Zentralasien
vom tiergeographischen Gesichtspunkt sehr interessant ist.
Die Exemplare sind Herrn Prof. Lilljeborg vorgelegt worden, der die Bestimmungen als richtig er-
klärt hat.*
Im Zusammenhang hiermit möchte ich erwähnen, dafs ich bei mehreren Gelegenheiten, besonders am
Ostufer der nördlichen Lop-Sees, aber auch in der Mitte der Takla-makan-Wüste, sehr gut erhaltene Schalen
der Limnaea auricularia gefunden habe. Die mitgebrachten Exemplare habe ich Herrn Prof. Dr. Wilh. Leche
an der Hochschule in Stockholm vorgelegt; er hat die Bestimmung gemacht und fügt hinzu: »L. auricularia hat
eine sehr ausgedehnte Verbreitung in der ganzen paläarktischen Region. Kommt am meisten in stillstehendem
oder langsam fliesendem Wasser vor. Kann, wie alle Limnaea-Arten, lange auf dem Trockenen leben.« Dafs
die in der Mitte der Sandwüste gefundenen Exemplare nicht einfach vom Winde getrieben sein können, wird
dadurch bewiesen, dafs mehrere von ihnen in dem festen Thonboden eingeschlossen waren, aus welchem sie
als kleine weisse Knollen hervortraten. Sie befanden sich also an Ort und Stelle vor der Wüstenperiode.
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