National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0286 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
weichen Erdschichten besteht, sieht man die kleinen runden Öffnungen der Murmeltierhöhlen,
die stellenweise, wie auch in Pamir, so dicht nebeneinander liegen, dafs sie sogar das Reiten
beschwerlich machen.
Während des ganzen Tagemarsches hatte, soweit dies überhaupt wegen der Schuttkegel
und der weichen, das Gebirge bedeckenden Erdschichten wahrnehmbar war, Schiefer in
verschiedenen Varietäten vorgeherrscht. Nördlich des Passes war derselbe im Thalgrunde
an ein paar Stellen entblöfst, dunkelgrün und verwittert, mit Einfallen 32° nach W 280° N,
17° nach O 120° S, 48° nach N 30° O und endlich 76° nach S 190° W, ist also stark ge-
faltet und fällt in allen Richtungen und Winkeln; in der Nähe des Passes war er an der ein-
zigen Stelle, wo er zu Tage trat, so stark verwittert, dafs die Lage nicht ersichtlich war. Bei
Tjirak-tjikkan fiel er 86° nach W; bei Jess-saj war dagegen der Schichtenfall 51° nach
O 130° S sehr deutlich ausgeprägt. An unserem Lagerplatze stand ein grüngrauer, harter
Schiefer, hin und wieder von weißen Mineraladern und Streifen durchzogen (Fall 89° nach
O 170° S). Es ist dies eine äußerst feinkörnige, schieferige Gesteinsart, hauptsächlich aus
Malakolit bestehend, wozu etwas Feldspat kommt; sie könnte Malakolitschiefer genannt
werden. Nur in der Ecke am Mitt-Flufs, wo wir nach O umbogen, stand Granit.
Am 2. August ritten wir weiter im Thal hinauf, und dabei wurden die Boden immer enger und steiler
wird; die „jejlaks" schrumpfen zu kleinen Flecken zusammen, um endlich ganz aufzuhören,
und dann ist der Boden mit lauter Scherben und Tafeln von Schiefer bedeckt. Stellen-
weise ist das Bett des Baches mit Blöcken so gefüllt, dafs wir Umwege auf den Schutt-
kegeln und Abhängen machen müssen, und bisweilen bildet der Bach kleine Wasserfälle
und Katarakte. An beiden Seiten erheben sich mächtige Gebirgsarme; die Hauptrichtung
ist nach ONO, ohne bedeutende Krümmungen. So erreichen wir die höheren Regionen,
in denen das Thal sich wieder erweitert, die Landschaft sich öffnet und die relative Höhe
der Gebirgsketten abnimmt. Hier hört jede Vegetation auf, mit Ausnahme des frischen,
grünen Mooses am Rande des Baches, sonst ist alles mit kleinen Schieferscherben bedeckt.
In der Erosionsmulde des Tjokkalik-Passes ist die Steigung steil; der Pafs (4932 m
hoch) hat einen abgerundeten Rücken. An den Seiten und auf dem Passe selbst sind die
Schieferfelsen nackt und treten in bizarren Formen, Zähnen und zackigen Gipfeln aus den
Detritusmassen hervor. An der östlichen Seite des Passes ist der Abhang viel steiler als
an der westlichen, hauptsächlich wegen der Lage des Schiefers. Nur mit sehr großer
Schwierigkeit hätten wir hier die Karawanentiere hinunterbringen können; denn der Ab-
hang ähnelte einer Rutschbahn von scharfeckigen Schieferscherben, aus welchen an ein
paar Stellen feste, spitze Schieferpartien hervortraten. Dagegen hatten wir eine schöne
Aussicht über das östliche Tjokkalik-Thal; es erstreckt sich fast gerade nach O, scheint mit
grauem Geröll gefüllt zu sein, führte ein wenig Wasser und hatte nur an den Rändern
kleine, grünschimmernde Vegetationsflächen. An den Seiten erheben sich mächtige Klippen,
die fern im O ein Gewirr bilden. Dieses Thal gehört zum Gebiet des Kara-muran-Flusses.
Nach dieser Rekognoszierung kehrten wir vom Passe zum Lama-tjimin-Thal zurück, in
dem Westwind wehte und starker Nebel herrschte. Die Rückreise nach Dalai-kurgan machten
wir über den Sarik-kol-Pafs, ritten deshalb in die Mündung des südlichen Sarik-kol-jilgas
hinein, jedoch ziemlich hoch über dem Thalboden und auf den hier aus lauter weichen,
gelben, grasbewachsenen Erdschichten bestehenden Abhängen der linken Thalseite. Der
überall deutlich sichtbare Pfad bekommt endlich eine nördliche Richtung und geht in den
Thalboden hinunter, wo ein kleiner Bach strömte. Der Pafs von Sarik-kol (4170 m) ist
noch bequemer als der Dalai-kurgan-art, ganz flach und reichlich mit Gras bewachsen.
Antilopen waren hier allgemein. Das nördliche Sarik-kol-Thal war von mächtigen Gebirgs-
armen, die weiter unterhalb in abgerundete Abhänge übergehen, eingeschlossen. Rechter
Hand mündet ein Nebenthal, Togri-kol, aus; hier weideten etwa 2000 Schafe und 50 Jaks;
die Hirten wohnten in Erdhöhlen. Hier lagerten wir während der Nacht.
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
.
.
.
|
.
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
84
.
.
.
.
|
.
.
.
.
94
.
.
.
.
|
.
.
.
.
104
.
.
.
.
|
.
.
.
.
114
.
.
.
.
|
.
.
.
.
124
.
.
.
.
|
.
.
.
.
134
.
.
.
.
|
.
.
.
.
144
.
.
.
.
|
.
.
.
.
154
.
.
.
.
|
.
.
.
.
164
.
.
.
.
|
.
.
.
.
174
.
.
.
.
|
.
.
.
.
184
.
.
.
.
|
.
.
.
.
194
.
.
.
.
|
.
.
.
.
204
.
.
.
.
|
.
.
.
.
214
.
.
.
.
|
.
.
.
.
224
.
.
.
.
|
.
.
.
.
234
.
.
.
.
|
.
.
.
.
244
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
274
.
.
.
.
|
.
.
.
.
284
285
286
287
288
|
.
.
.
.
294
.
.
.
.
|
.
.
.
.
304
.
.
.
.
|
.
.
.
.
314
.
.
.
.
|
.
.
.
.
324
.
.
.
.
|
.
.
.
.
334
.
.
.
.
|
.
.
.
.
344
.
.
.
.
|
.
.
.
.
354
.
.
.
.
|
.
.
.
.
364
.
.
.
.
|
.
.
.
.
374
.
.
.
.
|
.
.
.
.
384
.
.
.
.
|
.
.
.
.
394
.
.
.
.
|
.
.
.
.
404
.
.
.
.
|
.
.
.
.
415
.
.
.
.
|
428
Copyright (C) 2003-2019
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.