National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0291 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Seiten. Ein schwarzer, harter Schiefer fiel hier unter 81° nach O 160° S. Dann finden
wir wieder den gewöhnlichen Schiefer, dunklen, streifigen Kieselschiefer (Fall 58° nach
W 310° N); derselbe ist dann stark gefaltet, und kleine lokale Verwerfungen und durch
starke Pressung verursachte Auskeilungen
sind hier allgemein. Noch höher hinauf
herrschte Einfallen unter 45° nach O 110° S.
Wir biegen allmählich mehr nach S um, und
die Landschaft verändert sich wieder; das
Thal wird immer offener; der schwarze
Schiefer, hier 87° O fallend, und roter Sand-
stein folgen. Vor uns erheben sich zwei mächtige, isolierte Sandsteinberge, die eine ge-
waltige Pforte zwischen sich lassen. Der feste Fels tritt vorzugsweise oben zu Tage,
ringsum sind die Berge von großen Blockkegeln umgeben; dieser sehr harte rote Sandstein
fällt hier 62° nach W 315° N, an der nördlichen Seite aber 19° nach O 120° S, ist also
auch gefaltet.
Wir reiten nach Süden durch diese Riesenpforte, die die Grenze des deutlichen Kara-
muran-Thales bildet, und gelangen in eine sehr ausgedehnte Arena, welche den Erosions-
mulden an den Kämmen der peripherischen Gebirge entspricht. Ganz kleine Bäche laufen
hier von allen Seiten zusammen, um den oberen Lauf des Kara-muran zu bilden. Der
Boden besteht aus Sand oder feinem Schutt, Dünen kommen aber nicht vor. Vegetation,
hauptsächlich „jappkak", ist ebenso selten wie bisher. Rings umher erheben sich relativ
niedrige Gebirge, die letzten Reste von früher mächtigen Ketten. Der W- und NW-Sturm
wehte den ganzen Tag und ging um 4 Uhr in vollständigen Schneeburan über. Wir
lagerten (Nr. II) an einer kleinen Quelle am Fuße einer unbedeutenden, isolierten roten
Sandsteinpartie. Die Höhe betrug 4703 m.
Am 9. August ritten wir nach OSO über schwach kupiertes Terrain. Fester Fels
kam äußerst selten vor, überall erheben sich nur niedrige, oft kaum 20 bis 30 m hohe
Hügel, welche gewöhnlich mit feinem Schutt bedeckt sind; sie stehen dort wie die Ruinen
von alten Gebirgsketten. Der Boden ist sehr locker, besteht aus feinem, weichem Material
und ist nach dem Schneefall feucht. Im Osten breitet sich ziemlich ebenes Terrain aus,
im NO und S erheben sich bedeutende Kämme, jedoch ohne Schnee; jene sind die süd-
lichen Ausläufer des Astun-tag, diese die nördlichen des Arka-tag. Die nächsten Hügel
bestehen alle aus rotem Sandstein, sie sind so verwittert, dafs sie wie Sandhaufen aussehen,
und nur da, wo die Bäche ihren Fuß auserodiert haben, ist fester Fels sichtbar, die Lage
und Orientierung aber immer sehr undeutlich. Die Schichten scheinen vorzugsweise nach
Osten zu fallen.
Wir folgen dann dem Nordfuß eines kleinen Gebirgsgrates. Die trockenen Furchen
der temporären Regenbäche waren gegen W und WNW gerichtet, bis wir einen kleinen
See von ein paar hundert Meter Durchmesser erreichten, welchen wir linker Hand ließen.
Dieser See kann als eine der Quellen des Kara muran betrachtet werden, er befand sich
nämlich auf dem Kulminationspunkt einer sehr flachen Wasserscheide. Jetzt war er ganz ab-
flußlos, doch hatte er offenbar vor kurzem viel mehr Wasser enthalten; wenn dies der Fall ist,
strömt der Überfluß durch ein kleines Bett nach WNW und, nach der Bodengestaltung zu ur-
teilen, vielleicht nach OSO zum Gebiet des Tjertjen-darja. Das Wasser hatte einen
schwachen Beigeschmack von Salz, und kaum 1 m oberhalb der jetzigen Oberfläche war der
kleine See von einem dünnen, weißen Salzring umgeben. Das Steigen und Fallen des
Sees beruht wohl hauptsächlich auf dem Niederschlag, und mit der Verdunstung nimmt der
Salzgehalt zu.
Hier beschlossen wir die kleine Kette, welche wir bis jetzt rechter Hand gehabt hatten,
zu kreuzen und ritten in einen unbedeutenden „jilga" hinein, die uns nach SO und SSO
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