National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0304 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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des Deltas scheint absolut horizontal zu sein; die Hügel und Abhänge in der Umgebung
sind alle ziegelrot.
Um den weichen, gefährlichen Boden zu vermeiden, gingen wir auf den Hügeln der
rechten Thalsseite nach Osten. Über noch einen in zwei Arme geteilten Bach erreichten
wir einen ganz kleinen See und dann noch einen gröfseren Bach, der ein markiertes Bett
in dem weichen Boden ausgemeißelt hatte. Wir hielten uns dann eine Strecke lang auf
den Hügeln des linken, südlichen Ufers, die von mehreren Nebenbächen und Rinnen durch-
kreuzt waren; diese vereinigen sich mit dem Hauptbache und zwar, eigentümlicherweise,
in nach oben spitzen Winkeln. Ihre Betten sind etwa 2 m tief und senkrecht in den
weichen löfsähnlichen Boden eingesägt. Der gröfste Teil der Wassermenge des Hauptbettes
kommt von SO; wir passieren seine Mündung, indem wir nach
Osten gehen; von beiden Seiten nimmt der Hauptbach mehrere
kleine Tributäre auf. Östlich einer unmerklichen, sekundären
Wasserscheide wurde im Thale Lager XIII aufgeschlagen.
Auch hier gab es etwas Gras, sonst hatte die ganze Tagereise
durch sterile Gegenden geführt. Vom Arkatag und der süd-
lichen Kette sehen wir nicht viel; sie sind meistens von
niedrigen Vorbergen verborgen.
Am Morgen des 28. August hatte der Bach kaum 2cbm
Wasser, bei einer Stromschnelligkeit von 0,8 m. Wie wir jetzt
fanden, stammt auch dieser Bach von der südlichen Kette.
Im Norden liegen zwischen unserer Route und dem Arka-tag mehrere Ausläufer und
Kämme dieses Gebirges, zwischen welchen Rinnsale und Bäche nach dem großen Salzsee
strömen. Auf der südlichen Kette sind die Schneefelder seltener als auf dem Arkatag.
Nach einer Wanderung von etwa 10 km erreichen wir wieder eine Wasserscheide; auf
ihrer östlichen Seite strömen alle Wasserzüge nach dem großen Salzsee, nach Osten fällt
der Boden außerordentlich langsam, er scheint meistens ganz horizontal zu sein. Das Bett
war jetzt hier trocken, mündete aber in einen Miniatursee, dessen Wasser, obgleich abflufs-
los, merkwürdigerweise süfs war; wahrscheinlich hat es also einen unterirdischen Ablauf. Wenig
östlich davon wurde die Mitte eines sehr kleinen abflußlosen Gebietes nur von einem
Tümpel, in den ein Bach mündete, eingenommen, und dann erreichten wir wieder einen See
mit schwach salzhaltigem Wasser und von roten, spärlich grasbewachsenen Hügeln um-
geben. Aus allen Richtungen münden Erosionsfurchen in ihn ein, von denen nur eine
Wasser führte und wo Lager XIV aufgeschlagen wurde. Auch hier kam Gips im weichen
Boden vor.
Bis jetzt hatten wir also eine ganze Reihe von abflußlosen Gebieten zwischen den
beiden mächtigen Gebirgsketten gefunden. Da wir aber immer in der Mitte des Haupt-
thales marschierten, ist es sehr leicht möglich, dafs im Süden oder Norden unserer Route,
jenseits der nächsten Kämme und Gebirgsausläufer, noch andere dergleichen kleine Becken
liegen können, die wir aber nicht sehen konnten.
Der Tagemarsch des 29. August führte uns hauptsächlich nach Osten. Östlich vom
See, welcher auf der Karte Nr. 4 genannt wird, ist der Boden hügelig, weich, gras-
bewachsen und von mehreren Bächen durchschnitten; der gröfste von ihnen führte etwa
¼ cbm Wasser; die Betten bestehen aus feinem Schutt und Sand, sind aber ebenfalls
weich. Nach einer schwachen Steigung erreichen wir wieder eine unbedeutende Wasser-
scheide, von welcher nach Osten ein Bach nach einem großen, breiten, sandigen, aus der
Gebirgskette im Süden stammenden „saj" führt; wo wir ihn kreuzen, strömt er nach Norden,
aber nur, um bald in einem Bogen nach Osten umzubiegen. Der Bach dieses „sajs" war in
viele Arme geteilt und hatte stellenweise recht markierte Uferterrassen auserodiert; die
Wassermenge war kaum 1 cbm, die Stromschnelligkeit nur 0,5 m. Wir gingen quer über
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