National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Tagemarsche kreuzten, kommen wahrscheinlich von der Gruppe I₁ J₁ des Arka-tag und
durchschneiden die Kette, die sich zwischen uns und diesem mächtigen Gebirge ausbreitet.
Auf dem Arka-tag trat ein neuer Gipfel hervor, K₁, weniger hoch als I₁ J₁ und mehr kuppel-
förmig, mit ewigem Schnee bedeckt. Das Ufer ist jetzt eine Strecke lang offen und niedrig
und die Uferlinie sehr unregelmäßig. Zuerst haben wir eine größere Lagune mit nur
schwach salzhaltigem Wasser, in welche einige Quellbäche münden und wo wir unerwarteter-
weise zwei kleine Scherben eines, wie es schien, sehr alten, roten Lehmkrugs („kuse")
fanden; die öde Gegend war also einst besucht gewesen. Dann folgen drei schmale Land-
zungen, jede mit einer Insel
an der Spitze. Sie sind teils
die letzten Ausläufer von
Hügeln, teils ganz flach und
aus Schlamm gebildet; auf-
fallend ist, dafs sie immer
gegen O oder SO gerichtet
sind. Zwischen den beiden
letzten mündet ein Bach, der
jetzt 1½ cbm Wasser führte
und sehr langsam strömte.
Innerhalb der letzten Halb-
insel gibt es zwei Busen, die
mehrere Bäche empfangen. Bei dem nächsten Bach und in der Nähe des Ufers wurde
Lager Nr. XXV aufgeschlagen. Die Höheninstrumente gaben hier 4917 m an. Nur von
einem Bär und einem Fuchs hatten wir diesen Tag die Spuren gesehen.
Am 13. September um 10 Uhr vormittags hatte der See 9,8° bei 3,7° Lufttemperatur.
Der Tagemarsch führte uns zuerst nach SO am Seeufer entlang, an welchem eine ganze
Reihe kleiner Bäche mündet und noch eine Insel und ein paar Lagunen liegen. Am
Südufer reichte ein Schneefeld, wahrscheinlich von dem letzten Wind zusammengefegt, bis
zur Wasserlinie hinab. Sämtliche Bäche führten jetzt Eisschollen, und die Lagunen waren
gefroren. Innerhalb schmaler Landzungen hatte sich sogar der See selbst mit einer dünnen
Eisscheibe bekleidet, die aber schon morgens auftaute.
Nun entfernen wir uns allmählich vom Ostende des Sees und kreuzen zwischen
niedrigen Hügeln drei Bäche, die zum See strömen. Westlich vom letzten lag ein Tümpel,
von ungemein weichem Boden umgeben. Dann kreuzen wir in südöstlicher Richtung ein
muldenförmiges Thal, welches morphologisch die östliche Fortsetzung des Sees ist. Hier
strömt ein vom Arka-tag stammender Bach mit 2,8 cbm Wasser. Einem Nebenbach desselben
folgen wir nach oben, in der Hoffnung, bald die Wasserscheide des Sees zu erreichen. Der
Boden ist überall weich, obgleich oft mit Schieferschutt bedeckt, feucht, und mit Ausnahme des
Mooses steril. Doch leben hier Murmeltiere; zum erstenmal sahen wir ein paar Bremsen.
Die Wasserscheide war hier nicht leicht zu finden. Zuerst sammelten sich die Bäche
zu einem, der nach S strömte, man konnte aber nicht sehen, ob er dann nach W oder
nach O umbog. In seinem Weg erhebt sich dort ein mittelhoher Kamm, die Fortsetzung
dessen, den wir am ganzen Südufer des Sees gesehen hatten. Das Terrain ist hier sehr
hügelig. Dann folgt aber eine ganze Reihe von abflußlosen Miniaturbecken, in deren Mitte
sich ein Tümpel befindet. Am Ufer des größten rasteten wir (Lager Nr. XXVI in 5023 m
Höhe). Das Wasser war vollkommen süfs und am folgenden Morgen gefroren.
Wenig östlich vom Lager beginnt ein Bach, dem wir den ganzen Tagemarsch (14. Sep-
tember) nach Osten, ein wenig auf Norden, folgten, und in welchen mehrere kleine Neben-
bäche von der rechten Seite ausmünden. Es ist dies ein sehr deutlich ausgeprägtes Längs-
thal, im Norden von abgerundeten Hügeln, im Süden von einem Kamm begrenzt. Fester
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