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0325 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 325 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000262
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des Arka-tag. In der Mitte läuft der „saj", sehr kräftig ausmodelliert und mit bis 10 m
hohen Konglomeratterrassen an beiden Seiten, an denen man im Durchschnitt abwechselnde
Schichten von rundgeschliffenen Steinen, Sand und Schutt sieht. Im Bett selbst ist alles
rundgeschliffen, aber auf der Oberfläche der Terrassen, von denen die linke als die mäch-
tigste erscheint, ist der Boden mit scharfkantigem Schieferschutt sehr dicht bestreut, welcher
sogar das Reiten beschwerlich macht. Augenblicklich war das Bett ganz trocken. An
beiden Seiten erheben sich dunkle, hohe, jedoch ziemlich abgerundete Felsen; wegen des
reichlichen Verwitterungsmaterials sind die Weideplätze nicht besonders dicht oder aus-
gedehnt.

Das Thal steigt langsam; wir kreuzten das Bett und hielten uns dann am rechten Ufer,
wo dunkelgrüner Schiefer unter 15° nach N fiel. Auf den letzten Tagemärschen hatten
die Schichten vorzugsweise eine nördliche Fallrichtung gehabt. Endlich hört der Schutt
auf, und der Boden besteht aus feinem, hartem Staub. Eine kürzere Strecke haben sich
an der westlichen, rechten Thalseite wieder mächtige Sanddünen gebildet, die ziemlich hoch
an den Abhängen emporsteigen, wobei die gelbe Farbe des Sandes scharf gegen die
dunklen Klippen absticht. Nach oben erweitert sich das Thal, alle kleinen Neben-
thäler sind ebenfalls trocken; vor uns erhebt sich die gewaltige, bizarre Kette, die wir
bald in dem Passe überschreiten sollten. Endlich erreichten wir einen Süßwassertümpel
mit Weideplätzen umgeben, wo nach Angabe unseres Wegweisers die Mongolen immer zu
rasten pflegten. Die Höhe betrug 4356 m.

4. Oktober. Die Nacht war die kälteste, die wir in diesem Herbst gehabt hatten,
nämlich — 13°, und den ganzen Tag blieb alles gefroren. Oberhalb des Lagers erweitert
sich das Thal, und hier münden mehrere Nebenthäler aus. Das Hauptthal führt in nord-
östlicher Richtung zum Pafs hinauf, aus Osten mündet das kleine Thal Kimda-namen aus,
welches zu einem sekundären Pafs hinaufführt, auf dessen östlicher Seite ein Bach nach
dem Naidji-muren strömt; von Westen münden zwei mächtige Thäler, von welchen
das nördliche Songen-oto genannt wurde. Das Hauptthal, welchem wir folgen, wird
enger und steiler, der Boden ist wieder mit Schutt bedeckt. Jetzt zeigt sich ein kleiner, ge-
frorener Bach zwischen senkrechten Konglomeratterrassen, die aber in den höchsten Regionen
niedriger werden und verschwinden. Das Gestein ist eine Arkose von 1 bis 2 mm großen,
rundlichen, roten und weißen Körnern, welche überwiegend aus der Grundmasse und den
Einsprenglingen eines mikropegmatitisch struierten Quarzporphyrs stammen; es geht hin
und wieder in feinkörnige Varietäten derselben Farbe über. Den Rest des Tagemarsches
ist dasselbe Gestein vorherrschend, und in ihm liegt auch der Pafs. Die Steigung
nimmt immer zu, der Boden ist dicht mit Verwitterungsprodukten aller Größen bedeckt,
an beiden Seiten stehen wilde, nackte Felsen, nur die Nordabhänge sind schwach schnee-
bedeckt. In der Nähe des Passes biegt das Thal nach Osten um. Der Pafs selbst, Jike-
tsohan-davan (4942 m) war nicht schwierig, sehr breit, oder bestand vielmehr aus drei
Anschwellungen, von denen die östliche die höchste war; die Klippen im Norden und Süden
erheben sich bedeutend über die Pafseinseukung. Der Schnee bildete hier eine ununter-
brochene, bisweilen fußtiefe Schicht.

Auf der Ostseite des Passes beginnen zwei Thäler, von denen das eine nach NO sich
hinzieht und sich wohl weiter unten mit dem gegen O gerichteten vereinigt, in welches
wir hinabstiegen. Der Fall ist hier beträchtlich steiler, und die Landschaft nimmt wieder
die Charakterzüge der Randgebiete an, aber dieses Thal fällt auch ununterbrochen nach
Tsajdam. Zuerst ist der Boden dicht mit Gesteinsblöcken bestreut, und der Schnee war
viel reichlicher als an der westlichen Seite. Eigentlich gehört ja auch der westliche Ab-
hang zum Randgebiete, allein dort waren die Oberflächenformen bei weitem nicht so tief
und markiert ausgeprägt wie hier an der Ostseite. Der erste Pafs im Arka-tag, welchen
Hedin, Reisen in Zentralasien. 40