National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0342 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
gelangen, desto niedriger werden. Auch dieser Flufs ergießt sich in den Dulan-nor. An
der linken Thalseite werden einige Hügel mit einem Steinhaufen Dulan-udsur genannt.
Wo wir das Bett kreuzten, hatte der Dulan-jung (von den Mongolen Dulan-gol genannt)
eine Breite von 28 m, eine mittlere Tiefe von 0,15 m, eine Stromschnelligkeit von 1 m und
eine Wassermenge von 4 cbm in der Sekunde. Etwas höher hinauf lagerten wir in der Nähe
von einigen tangutischen Zelten; Jaks, Pferde, Schafe und „arghen" (Kreuzung zwischen
Jak und Rind) wurden in großen Herden gehalten. Bei Dulan-jung und auf dem
Wege nach Dulan-kitt sollen im ganzen 40 Zelte zerstreut liegen.
5. November. Gerade am Lager ist der Flufs in zwei Arme geteilt. Wir kreuzten
den rechten und hielten uns dann den größten Teil des Tagemarsches am rechten Ufer.
Das breite Thal steigt sehr langsam nach Osten, der weiche, gelbe Staubboden ist reich an
Vegetation, Schutt ist selten. An den Abhängen ist der Wald, wo die Fichte vorherrscht,
ziemlich reichlich. Nur oberhalb des Waldgürtels tritt fester Fels zu Tage. Der Tempel und
die Häuser von Dulan-kitt stellten den ersten festen Ort dar, den wir seit Kapa angetroffen
hatten. Wenig östlich von Dulan-kitt teilt sich das Thal; aus dem südlichen, Schara-kutell,
das sehr breit ist, scheint die Hauptmasse des Baches zu kommen, denn das östliche Thal
war wasserlos, es gab hier nur ein breites, steiniges, trockenes Bett. Doch führten einige
Nebenbäche aus der Hauptkette im Norden, von denen der Ussun-äkin genannt
wurde, Wasser, welches sich bald unter dem Schutt und Geröll des Bettes verliert, um
erst weiter unten zu Tage zu treten.
Das Gestein ist ein harter Schiefer mit Adern einer weißen Mineralsubstanz und
fällt unter 73° nach N. Das Thal ist immer breit und flach, die Gebirgsseiten stehen
ziemlich weit voneinander entfernt. Der Tsagan-nor („weißer See") nimmt aber den
ganzen Thalboden in Anspruch, d. h. an beiden Ufern hin und wieder die Felsen
direkt in den See hinein. Wir folgten dem Nordufer des langgestreckten Sees, dessen
Eisdecke nur wenige Zentimeter dick war. Das Wasser ist süfs, denn der See entleert
sich durch das Bett des Dulan-jung, das aus dem Westende heraustritt; an den beiden
Enden ist übrigens der See sehr seicht und sumpfähnlich. Der ganze Thalboden scheint
hier so gut wie horizontal zu sein. Von den südlichen Quellbäche des einen
Armes des Dulan-jung in den See; sie waren aber jetzt trocken. Am Nordufer steht
grobkristallinischer, grauer Granit, so stark verwittert, dafs er bei Berührung zerfällt; das
Einfallen war hier 19° nach N 60° O, am Ostende aber 57° nach N 65° O.
Im Sommer ist der Tsagan-nor etwas größer als jetzt, wie aus höheren Uferlinien
und Wassermarken deutlich sichtbar war. An der Mündung eines kleinen Nebenthales
wurde gelagert. Der Wald hatte jetzt fast aufgehört; im ganzen Thale waren die gegen
Süden gerichteten Abhänge viel reicher an Wald gewesen als die anderen.
6. November. Wir verließen jetzt das Hauptthal rechter Hand; es streicht nach
O 115° S; der Weg, welcher die Süd-Koko-nor-Kette kreuzt, führt in einem Bogen nach
NO, N und NNW durch ein ebenso breites Querthal hinauf. Das Gras war sehr gut, und
Kulane kamen in Menge vor. In der Mitte des Thales läuft ein mit senkrechten Thon-
wänden versehenes Bett, dessen Boden jedoch mit Schutt gefüllt ist. Ähnliche Nebenbetten
münden an mehreren Punkten von den Seiten aus. Gneis ist jetzt in der Gegend vor-
herrschend; größere und kleinere Blöcke davon liegen auf dem Boden zerstreut. Eine
Thalweitung mit guter Weide und Spuren von alten Lagerplätzen wurde Dunde genannt.
Bei Gantjur gibt es eine alte chinesische, sehr gut erhaltene Ruine mit Mauer aus Granit-
quaderstein; sie liegt dicht am Fuße einer aus dem Thalboden hervortretenden, zahnförmigen,
ganz isolierten Felsenpartie. Die Gebirge in der Nähe sind reich an bizarren Gipfeln und
Zähnen. Im oberen Teil des Thales münden aus Westen zwei andere Thäler, von denen
offenbar das nördliche das eigentliche Hauptthal ist. Beide sind jedenfalls mächtiger als
das Thal, welches zum Pafs hinaufführt, und weit in der Ferne öffnen sich in ihnen
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
.
.
.
|
.
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
84
.
.
.
.
|
.
.
.
.
94
.
.
.
.
|
.
.
.
.
104
.
.
.
.
|
.
.
.
.
114
.
.
.
.
|
.
.
.
.
124
.
.
.
.
|
.
.
.
.
134
.
.
.
.
|
.
.
.
.
144
.
.
.
.
|
.
.
.
.
154
.
.
.
.
|
.
.
.
.
164
.
.
.
.
|
.
.
.
.
174
.
.
.
.
|
.
.
.
.
184
.
.
.
.
|
.
.
.
.
194
.
.
.
.
|
.
.
.
.
204
.
.
.
.
|
.
.
.
.
214
.
.
.
.
|
.
.
.
.
224
.
.
.
.
|
.
.
.
.
234
.
.
.
.
|
.
.
.
.
244
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
274
.
.
.
.
|
.
.
.
.
284
.
.
.
.
|
.
.
.
.
294
.
.
.
.
|
.
.
.
.
304
.
.
.
.
|
.
.
.
.
314
.
.
.
.
|
.
.
.
.
324
.
.
.
.
|
.
.
.
.
334
.
.
.
.
|
340
341
342
343
344
.
.
.
.
|
.
.
.
.
354
.
.
.
.
|
.
.
.
.
364
.
.
.
.
|
.
.
.
.
374
.
.
.
.
|
.
.
.
.
384
.
.
.
.
|
.
.
.
.
394
.
.
.
.
|
.
.
.
.
404
.
.
.
.
|
.
.
.
.
415
.
.
.
.
|
428
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.